Teil 02

Da Olivias gepolsterte Bürotür offenstand, klopfte Nele nur pro forma an und trat ein.

»Du wolltest mich sprechen?«, erkundigte sie sich in Richtung des großen, modernen Schreibtisches, dessen Glasplatte die Morgensonne reflektierte.

Dahinter hob Olivia sichtlich erfreut den Kopf: »Nelly! Komm doch rein, und schließ die Tür hinter dir.« Sie erhob sich aus ihrem schwarzen Ledersessel und machte eine einladende Handbewegung in Richtung des Konferenztisches. »Magst du einen Espresso?« Ohne eine Antwort abzuwarten, ging sie hinüber zu ihrer Espressomaschine und füllte zwei Tassen. Wie immer, wenn sie beide allein miteinander waren, schien jede Kühle, jede Förmlichkeit von ihr abgefallen zu sein.

Anstatt sich zu setzen, trat Nele hinter Olivia und fasste sie an den Hüften. Sie spürte, wie Liv für einen Augenblick starr wurde, als müsse sie erst überlegen, was nun zu tun sei. Dann jedoch drehte sie sich mit einer geschmeidigen Bewegung um. Sie sah Nele in die Augen und meinte mit leicht atemloser Stimme: »Meinst du nicht, dass das ein bisschen unprofessionell ist?«

Nele lächelte verschmitzt. »Ist es nicht gerade das, was den Reiz des Ganzen ausmacht?«

Sie beugte sich vor und küsste Olivia sanft auf die Lippen. Diese widerstrebte noch, doch mit steigender Intensität des Kusses fühlte Nele, dass Liv regelrecht Wachs in ihren Händen wurde. Zärtlich ließ sie ihre Hände über Olivias wohlproportionierten Körper gleiten, bis sie schließlich auf ihrem Po ruhten. Während sie noch das Gefühl der innigen Zusammengehörigkeit auskostete, fühlte sie Olivias suchende Hände unter ihrem Jackett.

Doch plötzlich stieß Olivia sie von sich. Sie trat einen Schritt zurück und stieß atemlos hervor: »Das führt doch ein bisschen zu weit!« Hastig zupfte sie ihr Kleid zurecht, ging um ihren Schreibtisch herum und ließ sich in ihrem Sessel nieder, um nach einer Akte zu greifen und sich damit Luft zuzufächeln. Dabei schlug sie elegant ein Bein über das andere.

Nele stellte amüsiert den Espresso vor sie hin. »Ich fand jetzt nicht, dass das zu weit führt. Wer sollte uns schon stören? Glaubst du ernsthaft, jemand wagt es, deine heiligen Hallen zu betreten, wenn deine Tür zu ist?« Mit einem breiten Lächeln ließ sie sich auf der Schreibtischkante nieder und schlürfte ihren Espresso.

»Nelly!«, entfuhr es Olivia etwas pikiert, dann trank auch sie ihren kleinen, schwarzen Schluck.

Nelly. Nele schüttelte unwillkürlich den Kopf. Seit sie hier war, nannte jeder sie so. Kein Mensch konnte ihren Namen artikulieren. Anfangs hatte sie noch versucht, ihren neuen Kollegen die richtige Aussprache zu vermitteln, doch alles, was dabei herausgekommen war, waren Verballhornungen wie Nielie oder gar Niel. Also hörte sie jetzt eben auf Nelly. Das war eigentlich auch ganz nett.

»Warum bleibst du eigentlich nie zum Frühstück?«, erkundigte sich Nele beiläufig, während sie die Tasse wegstellte, ihren rechten Pumps abstreifte und mit der Zehenspitze langsam Olivias Knie entlangfuhr.

Ein wenig ungehalten wehrte Olivia ab: »Nelly, das ist jetzt wohl kaum der richtige Moment.«

»Dann nenn mir einen richtigen!« Neles Zehenspitze schob spielerisch Olivias Saum nach oben und glitt zwischen ihre Schenkel.

»Nelly, nicht doch. Hör auf mit dem Quatsch«, knurrte Olivia atemlos und sichtlich aus dem Konzept gebracht. Sie blätterte fahrig durch einen Aktenstapel, ließ Nele jedoch gewähren. Diese rutschte mit einer raschen Bewegung von der Schreibtischkante und kniete sich vor Olivia hin.

»Du bist so süß, wenn du eine Situation nicht im Griff hast«, lächelte sie, während sie Olivias Hände umfasste.

»Nelly, du machst mich ganz nervös. Bitte . . . ich will dir wirklich einen Vorschlag machen. Du bringst mich total durcheinander.« Mit liebevoller Geste strich Olivia Nele durchs Haar.

»Ich würde dir auch gern einen Vorschlag machen«, gab Nele zurück und schob ihr den Kleidersaum noch ein bisschen höher. »Die Aussicht hier ist einfach zu verlockend.« Sie ließ bewusst offen, ob sie das atemberaubende Panorama von New York meinte, das sich hinter Olivias Schreibtisch auftat, oder aber Olivias Beine, die nicht länger übereinandergeschlagen waren.

Olivia rang nach Luft. »Du bist wirklich unmöglich!«

»Und daran bist nur du schuld«, gab Nele leise zurück. Dann begann sie beinahe andächtig die langen, schwarzen Feinstrümpfe von Olivias Oberschenkeln bis zu den Knöcheln hinunterzurollen. Jeden Millimeter des köstlichen weißen Fleisches, das auf diese Weise freigelegt wurde, verwöhnte sie mit ihrer Zunge. Sie leckte und biss, biss und leckte, bis sich Olivias heftiges Atmen in einem nicht enden wollenden, genießerischen Stöhnen entlud.

Einen Augenblick lang hielt Nele inne, um den Kopf zu heben und ihr Werk zu betrachten. Lächelnd sah sie, dass Liv sich in ihrem Sessel zurückgelehnt hatte. Ihre Hände umkrampften die Armlehnen, so dass ihre Knöchel weiß hervortraten. Die Augen hielt sie geschlossen, offenbar ganz in die Empfindung versunken. Ihre Schenkel waren weit geöffnet und boten Nele einen verlockenden Ausblick in die Dunkelheit ihres Schoßes.

Nun zögerte Nele nicht länger. Schnell streifte sie Olivia den Slip unter dem Kleid hervor. Dann senkte sie den Kopf in ihren Schoß. Mit kleinen Schmetterlingsschlägen erkundete ihre Zunge die duftende Weichheit zunächst behutsam, dann immer drängender. Sie tauchte ein in den feuchten Quell der Lust, knabberte zärtlich an der Perle, die sich ihr fordernd entgegenreckte, leckte und saugte immer stärker. Dabei schob sie ihre Hände unter Olivias kräftigen Po, um dessen immer stärker werdende eruptive Bewegungen besser steuern zu können.

Schließlich stieß Olivia eine Reihe erstickter kleiner Laute aus. Sie keuchte, krallte ihre Hände in Nellys Haar und fiel schließlich erschöpft in sich zusammen.

Vorsichtig zog Nele sich zurück, holte tief Luft und streichelte zärtlich Olivias Schoß. Diese jedoch griff bereits nach der Box mit den Taschentüchern. »Du bist ja verrückt«, keuchte sie und schob Nele noch weiter von sich weg.

Nele schmunzelte. »Das höre ich irgendwie nicht zum ersten Mal.« Dann nahm sie sich ein Taschentuch und tupfte sich Gesicht und Hände ab.

»Nein, ehrlich«, insistierte Olivia nachdrücklich, während sie aufstand und sich und ihr Kleid in Ordnung brachte. »Das darf sich nicht wiederholen.«

Derweil spielte Nele wie beiläufig mit einem auf dem Schreibtisch liegenden Lineal herum. »Och«, meinte sie, »ich hätte da schon noch so ein paar Ideen.«

Olivias Blick wanderte von Nele hin zum Lineal und wieder zurück. Irgendetwas glitzerte gefährlich in ihren Augen. Da sich Nele nicht ganz sicher war, ob es aufflackernde Lust oder Wut war, legte sie das Utensil lieber wieder zurück. Stattdessen bemerkte sie grinsend: »Erwähnte ich bereits, dass ich diesen Ausblick beim Vögeln liebe?«

»Sei nicht so vulgär«, protestierte Olivia und gab Nele einen leichten Schlag mit der Taschentuchbox.

»Oh, das ist es doch, weshalb ich hier bin? Oder etwa nicht?« Neles lausbübisches Grinsen wurde noch breiter.

»Nein, eigentlich nicht«, meinte Olivia, während sie ein letztes Mal ihr Kleid ordnete. »Oder glaubst du wirklich, ich würde mir die jungen Deutschen grundsätzlich als Lustobjekte halten?«

Nele zuckte mit den Schultern. »Keine Ahnung. Tust du’s? Ich meine, du arbeitest nur, gehst kaum aus. Irgendwo musst du ja jemanden finden, der deine Bedürfnisse befriedigt. Und du hast die Macht, es zu tun.«

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