Teil 09

»Trinkst du wirklich lieber aus Dosen?«, fragte Syd.

Erst da bemerkte Torie, dass sie die Cola immer noch nicht in das Glas umgefüllt hatte, das vor ihr stand. »N-nein«, stammelte sie und holte das schnell nach, wobei die halbe Cola überging, weil sie so nervös war, dass ihre Hand zitterte.

»Oh-oh.« Syd lachte leicht. »Das klebt. Das solltest du besser sofort abwaschen.«

Konnte es noch peinlicher werden? Torie blieb wie erstarrt sitzen.

Kurz betrachtete Syd sie. »Ich wohne gleich um die Ecke«, sagte sie. »Willst du mit zu mir kommen? Ich habe ein gut ausgestattetes Badezimmer.«

Nie hätte Torie es für möglich gehalten, dass das an diesem Abend passieren würde. Sie fühlte sich völlig überfordert. Aber als Syd aufstand, folgte sie ihr wie ein geistig verwirrtes Schaf zur Tür hinaus.

Auch wenn sie darin noch keinerlei Erfahrung hatte, war sie sich doch völlig im Klaren darüber, dass Syd sie nicht in ihre Wohnung eingeladen hatte, um ihr Badezimmer zu benutzen. Und so war es auch. Gleich an der Tür begann Syd sie auszuziehen.

»Das klebrige Zeug muss runter«, sagte sie dazu, und Torie fühlte sich absolut wehrlos. In ihrem Kopf drehte sich alles, sie hatte das Gefühl, ohnmächtig zu werden, und Syds Küsse, ihre Hände, ihr Körper, der sich gegen Torie presste, brachten sie fast um den Verstand. »Du bist so süß . . . so süß«, murmelte Syd an ihrem Mund, an ihrem Ohr, zwischen ihren Brüsten, die längst nackt waren.

Torie fühlte, wie ihre Brustspitzen brannten, als Syd sie zwischen ihre Lippen nahm, wie ihr ganzer Körper brannte und sich nur wünschte, Syd möge nie aufhören, möge ihr alles zeigen, was es zu zeigen gab.

Was sie auch tat. Die ganze Nacht verging wie im Rausch. Torie wusste nicht mehr, wo oben und unten war. Syd tat Dinge mit ihr, die sie sich nie hätte träumen lassen, von denen sie aber trotzdem geträumt hatte. Nur waren diese Träume nie so konkret gewesen. Aus Fantasie wurde Wirklichkeit.

Nach einer Weile versuchte Syd in sie einzudringen und stutzte. »Oh«, sagte sie.

Torie war schon heiß, sonst wäre ihr wahrscheinlich noch viel heißer geworden. Sie wagte nicht zu fragen, was Syd mit diesem Oh meinte, aber sie wusste es ja auch schon. »Tut mir leid«, sagte sie und wäre am liebsten vor Scham im Boden versunken.

»Was?« Syd lachte laut auf. »Dass du noch Jungfrau bist?« Sie beugte sich zärtlich über Torie und hauchte sanfte Küsse auf ihre Lippen, auf ihre Wangen, auf ihr Kinn. »Darüber habe ich mir Gedanken gemacht. Aber ich hätte es nie zu hoffen gewagt.« Ihre Augen blitzten ein wenig. »Ich bin also deine erste, hm?«

Torie versuchte, ihr Gesicht abzuwenden, da sie nicht weglaufen konnte, weil Syd auf ihr lag. Sie beantwortete die Frage nicht, aber sie hatte das Gefühl, ihr Kopf würde explodieren.

»Was frage ich so dumm?« Weich strich Syd über ihre Wange. »Ich habe es ja gemerkt.« Ihre Hand wanderte wieder zwischen Tories Beine. »Dann werde ich ganz vorsichtig sein«, versprach sie. »Hab keine Angst.«

Torie schluckte. »Ich habe keine . . . Angst«, wisperte sie. »Ich will es ja.« Ihre Augen suchten die von Syd, die über ihr schwebten. »Ich will es«, wiederholte sie so leise, dass es kaum zu verstehen war.

Erneut begann Syd ihre Schamlippen mit einem Finger auseinanderzudrängen, wie sie es schon einmal versucht und dann abgebrochen hatte. »Ganz ruhig, meine Süße«, flüsterte sie. »Es tut nicht weh.« Ihre Augen hatten einen fast überirdischen Glanz im Mondlicht, das durchs Fenster hereinschien.

Diesen Glanz versuchte Torie festzuhalten, während es zwischen ihren Beinen immer mehr zog und brannte, als Syd einzudringen versuchte. Leider hatte Syd zu viel versprochen, denn Torie war anscheinend so eng, dass der Schmerz mit jeder von Syds Bemühungen zunahm, bis Torie sich auf die Lippen biss, um ein Aufstöhnen zu unterdrücken.

»Du bist ganz schön widerspenstig.« Syds weiches Lachen nahm dieser Aussage den Stachel. »Ich glaube, so geht es nicht.« Beruhigend strich sie über Tories Schulter, stand schnell auf und kehrte schon nach kurzer Zeit zurück.

Dildos kannte Torie nur vom Hörensagen, aber sie wusste sofort, was das war, das Syds Silhouette nun veränderte.

»Oder hast du etwas dagegen?«, fragte Syd. Ihre Stimme klang heiser.

Torie schüttelte den Kopf, indem sie ihn auf dem Kissen hin- und herdrehte. »Natürlich nicht«, sagte sie. »Es muss ja sein.«

»Nicht, wenn du nicht willst«, entgegnete Syd, als sie sich nun schon über Torie schob. »Manche Frauen mögen das nicht. Es geht auch ohne.«

Torie spürte etwas Kaltes an ihrem Schenkel, etwas Kaltes und Hartes. »Ich habe gesagt, ich will es, und dabei bleibe ich auch«, erwiderte sie tapfer. Sie konnte jetzt keinen Rückzieher machen. Sie würde Syd enttäuschen, und das wollte sie nicht. »Frauen, die das mit einem Mann tun, haben ja auch keine Wahl.«

»Wir aber«, sagte Syd. Sie strich vorsichtig mit einem Finger zwischen Tories Schamlippen entlang, und Torie spürte, dass sie zuckten.

Sie wollte es. Sie wollte es wirklich. Auch wenn sie ein wenig Angst hatte. Aber ging das nicht jeder Frau so beim ersten Mal? Und alle hatten sie es überstanden. »Komm schon«, flüsterte sie. »Tu es.«

»Es ist ein ganz kleiner Dildo, mein Entjungferungsdildo«, versicherte Syd ihr und lachte rau.

Hatte sie das wirklich gesagt? schoss es Torie durch den Kopf. Mein Entjungferungsdildo? Aber bevor sie weiter darüber nachdenken konnte, stieß Syd zu, und Torie schrie auf. Es brannte und riss, nur noch viel schlimmer als vorher. Aber nachdem Syd das ein paarmal wiederholt hatte, ließ der Schmerz nach. Torie fühlte, wie der Dildo in sie eindrang, wie er sie weitete, und als Syd dann auch noch ihre Knospe oberhalb des Eingangs zwischen ihren Beinen reizte, krampfte sich alles in ihr zusammen, sodass sie das, was in ihr war, wie ein ganz enger Handschuh umschloss, bevor sie losließ und laut aufstöhnte, als eine Welle sie überrollte, die ihren ganzen Körper zu erfassen schien.

»Ja«, flüsterte Syd über ihr. »Ja, meine Süße. Das machst du wunderbar. Hör nicht auf.«

In den nächsten Stunden stellte Torie dann fest, dass Syd das wörtlich gemeint hatte. Sie glitt von einem Orgasmus in den nächsten, mit und ohne Dildo, es schien gar nichts anderes mehr zu geben als dieses ekstatische Gefühl, das sie auf dem höchsten Gipfel des Berges festhielt.

Auch Syd stand ihr in nichts nach. Ihre beiderseitigen Orgasmen schienen sich abzuwechseln oder sogar gleichzeitig zu kommen, einer nach dem anderen, immer wieder und wieder.

Endlich ließ es die Erschöpfung nicht mehr zu. Während Syd noch auf ihr lag, schlief Torie unter ihr ein.

Als sie am nächsten Morgen erwachte, hielt sie das, an was sie sich zu erinnern glaubte, zuerst für einen Traum. Doch als sie das Ziehen zwischen ihren Beinen spürte, sich dann umblickte und erkannte, dass sie nicht zu Hause war und trotzdem nackt im Bett lag, konnte sie nicht mehr anders als zu akzeptieren, dass sie nicht geträumt hatte.

Sie lächelte und blickte auf die andere Hälfte des Bettes. Sie war leer.

Syd. Wo war sie? Hatte sie vielleicht einen Job, bei dem sie antreten musste? Aber eigentlich war Wochenende.

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