Geschichten

Nach Lesbos

„Nach Lesbos? Du willst nach Lesbos in Urlaub fahren?“ Imke riss die Augen auf.

„Ja. Darüber haben wir doch schon öfter gesprochen.“ Natascha wirkte ganz unbeeindruckt. „Was tust du jetzt so überrascht?“

„Ich dachte –“, Imke hüstelte, „ich dachte, wir wären wieder davon abgekommen.“

„Du vielleicht“, erwiderte Natascha, immer noch cool. „Aber ich wollte eigentlich nie darauf verzichten. Ich habe es nur dir zuliebe verschoben.“

„Verschoben“, wiederholte Imke. „Mir zuliebe.“

„Ja, genau.“ Natascha tat so, als würde sie Imkes gedämpfte Stimmung gar nicht bemerken. „War doch nett von mir, oder?“ Sie fläzte sich aufs Sofa. „Aber jetzt würde ich ganz gern mal wieder in die Sonne fliegen. Und da wäre Lesbos doch ideal.“

„Ebenso wie tausend andere Plätze“, wagte Imke einzuwenden.

„Ach, jetzt komm!“ Natascha zog unwillig die Stirn kraus. „Hab dich doch nicht so! Nur weil Petra dir erzählt hat, was damals auf Lesbos war, bist du jetzt schon im voraus eifersüchtig! Was soll denn das?“ Sie blickte Imke scheinheilig an. „Du könntest einen Urlaub doch auch ganz gut vertragen. Hast du gestern noch gesagt.“

Imke verzog etwas gequält das Gesicht. „Ja, ich weiß. Aber könnten wir nicht – ich meine, es gibt doch so gute Angebote in die Türkei –“

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Alice im (neuen) Wunderland

„Alice, Alice, was machst du denn da?“ Humpty Dumpty rollte heran und rollte gleichzeitig die Augen.

„Ich muss hier raus! Ich muss auf die andere Seite zurück!“ Wieder klopfte Alice heftig gegen die verspiegelte Scheibe, die auf der anderen Seite ein ganz normaler Spiegel war. Von dieser Seite aus konnte sie sogar hindurchsehen, während man von der anderen Seite nur sein eigenes Spiegelbild sah.

„Du erschreckst den Mann wieder“, wandte Humpty Dumpty ein. „Er sieht dich doch nicht.“

„Er muss mich sehen! Ich sehe ihn doch auch!“

„Wenn das logisch wäre, wärst du nicht hier“, sagte Humpty Dumpty.

„Ach, du immer mit deiner Logik!“ Alice ließ sich auf den Boden fallen und sank in sich zusammen. Ihren Rücken an die Wand gestützt zog sie die Knie an, legte ihre Arme darum und ihr Kinn obenauf. „Ich will nach Hause!“

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Henrietta Murbel und die Schaufensterpuppe

1

„Frau Murbel! Frau Murbel!“

Aufgeregte Rufe hallten durch die Dorfstraßen von Oberbahldingen.

„Was ist denn, Frau Strenger?“ Henrietta Murbel, die gerade energischen Schrittes und mit wehendem Cape die kleine Hauptstraße überquert hatte, drehte sich um und runzelte die Augenbrauen.

Dora Strenger kam keuchend bei ihr an und bewahrte mit einer Hand ihr pochendes Herz davor, aus der Brust zu springen und ihren wallenden Busen zu überholen. „Eine Tote in der Bibliothek!“

„Schon wieder?“ Henrietta runzelte die Stirn noch mehr, nun eindeutig missbilligend.

„Ja.“ Frau Strenger keuchte immer noch. „Kaum zu glauben.“

„In der Tat.“ Henrietta wartete darauf, dass die Gefährtin so vieler miteinander gelesener Krimiabenteuer ihr mehr erzählen würde.

„Ich war –“ Frau Strenger keuchte erneut und brach ab. „Ich war“, fuhr sie dann unter heftigem Atemholen fort, „gerade eben noch in der Stadtbücherei – Sie wissen ja, ich habe Ihnen extra Gullivers Grabmal zurückgelegt –, und nachdem Sie es abgeholt hatten, wollte ich schließen. Da plötzlich –“, sie wurde noch bleicher, als sie es schon war, „sah ich einen weißen Fleck hinter einem Regal. Ich dachte, ein Buch wäre heruntergefallen, aber ... aber –“

„Ja, was denn nun?“ Henrietta tippte ungeduldig mit dem Fuß auf.

„Es war kein Buch!“, stieß Frau Strenger hervor, als ob es das Letzte wäre, was sie je sagen würde.

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Nanni: Auf der Flucht, mit der Gefahr glücklich zu werden

Die schrille Sirene des Alarms ertönte laut durch die kalten und langen Gänge. Nein, oh nein, nicht jetzt, das ist viel zu früh! Sie befand sich noch im Gebäude. Sie hörte, wie die dicken, schweren Eisengitter auf dem Boden aufschlugen. Eins nach dem anderen schloss sich. Das Echo hallte von den kahlen Wänden wieder. Sie würde gleich geschnappt werden und war gefangen wie ein Tier im Käfig. Sollte es womöglich eine Falle gewesen sein, in die man sie gelockt hatte? Sollte sie unbeschadet entkommen können, würde sie sich rächen.

Die Dunkelheit wich langsam einem Nebel aus heller werdendem Licht. Wo befand sie sich, was war mit ihr? Nina wollte die Augen öffnen, aber ihre Lider waren schwer wie Blei.

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Sag niemals nie

Aus Anlaß der Frauenfußball-Weltmeisterschaft in Deutschland veröffentlichen wir mal eine Geschichte, die auch mit Frauenfußball zu tun hat, von einer ehemaligen Nationalspielerin.

Am Ende geht es jedoch – wie immer bei el!es – um Liebe.

»Mele Berg: Sag niemals nie«

Archiv

Jede Autorin schreibt oftmals kürzere Texte, die entweder nie zu einer vollständigen Geschichte reifen oder aber nicht gedruckt werden – aus welchem Grund auch immer. An dieser Stelle haben Sie jetzt die einmalige Möglichkeit, solche Texte lesen zu können.

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Das Ostergeschenk

Diese Geschichte hatte ich vor Jahren schon einmal unter »Was ich mir so denke« veröffentlicht, aber da sie so gut zu Ostern paßt, kommt sie jetzt noch einmal.

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Zeitreisen

Zeitreisen gibt es nicht, das wissen wir alle. Dennoch reizt das Thema immer wieder, auch mich. Deshalb habe ich dazu eine kleine Geschichte geschrieben. Sie ist nicht besonders lang, aber wenn daran Interesse besteht, könnte ich daraus einen Roman machen, in dem die beiden Liebenden, die aus verschiedenen Zeitepochen der Erde stammen, versuchen die Zeit zu überlisten und zusammenzukommen. Das wäre mal eine etwas andere Geschichte als sonst.

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Golden Girls

Eine kleine Geschichte, um sich an einem Sonntag ganz zwanglos zu amüsieren.

Blanche, Dorothy, Rose und Sofia sind allen Fans (zu denen ich gehöre) der Fernsehserie »Golden Girls« hinlänglich bekannt. Ich brauche sie nicht extra vorzustellen.

Viel Spaß!

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Miss Marple

Ich habe schon lange einmal mit dem Gedanken gespielt, Geschichten über die »Miss Marple«-Figur zu schreiben, die im Film von Margaret Rutherford dargestellt wird. Wie alle Agatha-Christie- und Miss-Marple-Fans wissen, hat diese Filmfigur mit der »echten« Miss Marple aus den Büchern nicht viel mehr gemeinsam als den Namen. Es ist ein völlig eigenständiger Charakter, der extra für Margaret Rutherford entwickelt wurde, um ihr komödiantisches Talent hervorzuheben.

Obwohl diese Miss Marple also nicht besonders korrekt dargestellt ist, hat sie doch eine eigene Qualität, die zum Weiterdenken reizt.

Und als mir nun gestern abend diese kleine Geschichte einfiel, dachte ich, ich denke mir einmal etwas zu dieser Rutherford-Marple aus. Vielleicht wird es ja was.

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Geschichten im Überblick

  • Nach Lesbos +

    „Nach Lesbos? Du willst nach Lesbos in Urlaub fahren?“ Imke riss die Augen auf. „Ja. Darüber haben wir doch schon Weiterlesen
  • Alice im (neuen) Wunderland +

    „Alice, Alice, was machst du denn da?“ Humpty Dumpty rollte heran und rollte gleichzeitig die Augen. „Ich muss hier raus! Weiterlesen
  • Henrietta Murbel und die Schaufensterpuppe +

    1 „Frau Murbel! Frau Murbel!“ Aufgeregte Rufe hallten durch die Dorfstraßen von Oberbahldingen. „Was ist denn, Frau Strenger?“ Henrietta Murbel, Weiterlesen
  • Nanni: Auf der Flucht, mit der Gefahr glücklich zu werden +

    Die schrille Sirene des Alarms ertönte laut durch die kalten und langen Gänge. Nein, oh nein, nicht jetzt, das ist Weiterlesen
  • Sag niemals nie +

    Aus Anlaß der Frauenfußball-Weltmeisterschaft in Deutschland veröffentlichen wir mal eine Geschichte, die auch mit Frauenfußball zu tun hat, von einer Weiterlesen
  • Archiv +

    Jede Autorin schreibt oftmals kürzere Texte, die entweder nie zu einer vollständigen Geschichte reifen oder aber nicht gedruckt werden – aus Weiterlesen
  • Das Ostergeschenk +

    Diese Geschichte hatte ich vor Jahren schon einmal unter »Was ich mir so denke« veröffentlicht, aber da sie so gut Weiterlesen
  • Zeitreisen +

    Zeitreisen gibt es nicht, das wissen wir alle. Dennoch reizt das Thema immer wieder, auch mich. Deshalb habe ich dazu Weiterlesen
  • Golden Girls +

    Eine kleine Geschichte, um sich an einem Sonntag ganz zwanglos zu amüsieren. Blanche, Dorothy, Rose und Sofia sind allen Fans Weiterlesen
  • Miss Marple +

    Ich habe schon lange einmal mit dem Gedanken gespielt, Geschichten über die »Miss Marple«-Figur zu schreiben, die im Film von Weiterlesen
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