Ruth Gogolls »NaNoWriMo«

NaNoWriMo 2018

Auf der deutschen NaNoWriMo-Seite: Schreib einen Roman in einem Monat! gibt es Ankündigungen, dass in einigen Städten heute oder in den nächsten beiden Tagen „Vorbereitungstreffen“ für den NaNoWriMo stattfinden.

Auch kann man sich für einen internen Wettstreit „Jeder gegen jeden“ anmelden. Das soll ein sogenannter „Booster“ sein. Es werden also verschiedene Tricks angeboten, damit man endlich seinen Roman zu Ende schreibt. Wer noch Motivation dafür braucht, den Roman für den nächsten LLP zu Ende zu schreiben, sollte sich unbedingt beim NaNoWriMo anmelden. 😎

Am 1. November geht es los, und dann wird den ganzen November über geschrieben. Am Ende des Monats sollte ein Roman in der Länge von 50.000 Wörtern fertig sein.

In den vergangenen beiden Jahren hatte ich ja sehr ausführlich über meine Teilnahme am NaNoWriMo berichtet. Wer das gelesen hat, wird wissen, was auf eine zukommt, wenn man diese Herausforderung annimmt. Es ist recht hart, jeden Tag den Durchschnitt von 1.667 Wörtern zu erreichen, 30 Tage lang. Aber es kann natürlich auch in einem wunderbaren Triumph enden, wenn man den NaNoWriMo dann gewonnen hat. Das ist schon ein tolles Gefühl. 😄

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    Tag 18 – Wieder einmal Sonntag. Der dritte während des NaNoWriMo und der vorletzte, denn der vierte Sonntag nächste Woche wird der letzte innerhalb des NaNoWriMo sein, weil der NaNoWriMo an einem Donnerstag begonnen hat und demzufolge, da der November dreißig Tage hat, an einem Freitag enden wird.

    Auch während des NaNoWriMo ist man nicht dazu verpflichtet, am Sonntag zu „arbeiten“, und manche nehmen sich sogar das ganze Wochenende „frei“. Wenn man an den vier Sonntagen nicht schreibt, bleiben noch 26 Tage übrig, an denen man schreiben kann, das bedeutet aber natürlich, dass man an diesen 26 Tagen dann mehr Wörter schreiben muss, nämlich 1.923 pro Tag. Nimmt man sich sogar das ganze Wochenende frei, fehlen noch vier Tage mehr, und es bleiben 22 Tage übrig, in denen man dann 2.273 Wörter pro Tag schreiben muss. Möglich ist alles.

    Ich frage mich, was die bessere Strategie ist: die ganzen 30 Tage jeden Tag durchzuschreiben und dadurch etwas weniger Wörter pro Tag schreiben zu müssen oder sich zwischendurch auch einmal Erholung zu gönnen, einen Tag oder sogar zwei, in denen man nicht schreibt. Nicht ohne Grund ist es für Arbeitnehmer normal, sich am Wochenende zu erholen und nicht zu arbeiten. Für Selbstständige, zu denen ich gehöre, nicht so.

    Dennoch sind Pausen für den erfolgreichen Abschluss eines Projekts genauso wichtig wie die Arbeitszeit selbst, wenn nicht sogar noch wichtiger. Man könnte es vielleicht mit körperlichem Training vergleichen. Wenn man Muskeln aufbauen will, muss man Pausen machen. In der Tat wachsen die Muskeln nicht während des Trainings, sondern danach, nämlich genau in den Trainingspausen. Wenn man also keine Pausen macht, schadet man sich selbst beziehungsweise dem eigenen Ziel, Muskeln aufbauen zu wollen.

    Nun will natürlich nicht jeder Muskeln aufbauen und schon gar nicht jede. Manche Frauen haben einen regelrechten Horror davor, dass man irgendwelche Muskeln an ihrem Körper entdecken könnte. Da es aber recht schwierig ist, Muskeln aufzubauen, besteht die Gefahr, sozusagen unvermutet und unbeabsichtigt in den Genuss von übermäßiger Muskelmasse zu kommen, normalerweise nicht.

    Das Gehirn ist kein Muskel, aber wenn wir zu lange wach sind und arbeiten, ermüden wir, können uns nicht mehr konzentrieren, ganz zu schweigen von Kreativität. Somit sind gezielte Pausen sicherlich auch für eine kreative Arbeit, wie es das Schreiben darstellt, von Nutzen. Irgendwann kann man einfach nicht mehr denken und muss erst einmal schlafen, um seine Energien, Kräfte, die eigene Denkfähigkeit wieder aufzuladen.

    Analog könnte man beim NaNoWriMo ebenfalls gezielte Pausen einlegen. Ich überlege das gerade, weil ich wirklich sehr müde bin.

    Sonntag, 18. November 2018 7:37
  • Ruth Gogoll

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    Tag 17 – Momentan scheine ich mehr neue Anfänge zu schreiben als alte Romane. Es ist eben doch immer interessanter, eine neue Geschichte zu entwerfen, neue Figuren zu erschaffen als alte, schon bekannte Geschichten weiterzuschreiben. Vorgestern habe ich schon einen neuen Romananfang geschrieben, und gestern wieder. Ein weiterer neuer Romananfang, der wiederum mit dem von vorgestern nichts zu tun hat. Es ist, als ob sich mir neue Ideen geradezu aufdrängen, während die alten in den Hintergrund treten.

    Vielleicht sollte ich einfach nur Anfänge schreiben. 😉 Auch damit könnte man den NaNoWriMo füllen. Jeden Tag ein Anfang von 1667 Wörtern. Dann hat man am Ende auch seine 50.000 Wörter voll. Mit dreißig verschiedenen Anfängen. Aber das würde natürlich nicht dazu führen, dass man einen Roman zu Ende schreibt, wie es ja das eigentliche Ziel des NaNoWriMo ist. Wenn ich diese dreißig Romane dann zu Ende schreiben wollte, würde ich das in meiner Lebenszeit auch kaum mehr schaffen.

    Ich arbeite ja normalerweise immer an mehreren Romanen gleichzeitig, aber dreißig auf einmal, das wäre dann selbst mir zu viel. 😎 Anfänge habe ich außerdem genug auf meiner Festplatte, und ich hatte mir vorgenommen, wenigstens einige davon noch in vollständige Romane zu verwandeln.

    Manche Geschichten haben auch mehr Potential als andere. Manchmal ist ein Anfang nur eine hübsche Szene, aus der sich aber nichts ergibt. Oder eine Idee, die sich als nicht tragfähig für einen Roman erweist. Auch das ist ein sehr übliches NaNoWriMo-Phänomen. Die oftmals noch sehr jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben eine eher vage Idee, die meistens ihrem eigenen Leben entspringt, ihrer eigenen Situation als oftmals noch Teenager, aber auch wenn sie das in ein Fantasykleid kleiden, ist es zum Schluss doch immer nur ihre eigene Autobiografie, eine Art Tagebuch ihres eigenen Lebens. Und das ist leider oft nicht interessant zu lesen. Jedenfalls nicht für andere.

    Geschichten, die für andere Menschen interessant sein sollen, müssen sich mit Konflikten und Problemen beschäftigen, die auch diese anderen Menschen haben könnten, mit denen sie sich identifizieren können. So interessant mir meine eigenen Probleme auch erscheinen mögen, es ist durchaus nicht gesagt, dass diese Probleme auch andere interessieren. Genug interessieren, dass sie sich ein Buch kaufen, in dem ich diese Probleme beschreibe. Oftmals auch ohne Lösung, weil ich ja keine Lösung für meinen eigenen Konflikt habe. Ich schreibe nur über den Konflikt an sich. Das reicht nicht für einen Roman.

    Ein Roman präsentiert einen nachvollziehbaren Konflikt, der sich im Laufe der Geschichte steigert, dann aber auch gelöst wird, sodass alle am Ende glücklich sein können. Zumindest gilt das für einen Liebesroman. Es gibt ja auch andere Romane, für die nicht unbedingt ein Happy End erforderlich ist. Die meisten wirklich guten Bücher beschäftigen sich aber mit einem Problem – oder manchmal auch mit mehreren –, das gelöst wird. Zumindest werden Lösungsentwürfe angeboten.

    Wenn ich so etwas in eine Geschichte packe, muss ich jedoch genau wissen, um was es geht. Das weiß ich nicht unbedingt immer, wenn ich nur einen Anfang schreibe. Das ist tatsächlich oft nur eine Szene, die mir gefällt, die Vorstellung einer Situation, aus der etwas werden könnte, aber nicht muss.

    Samstag, 17. November 2018 8:23
  • Ruth Gogoll

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    Tag 16 – NaNoWriMo ist Freiheit. Das ist der Titel einer Mail, die heute von den „Municipal Liaisons“ kam, das sind die jungen Menschen in der NaNoWriMo-Community, die es auf sich genommen haben, die anderen immer wieder zu motivieren, zum Beispiel auch durch Schreibtreffen in irgendwelchen Cafés vor Ort, in Städten und Gemeinden. Daher der Name.

    Heute musste ich jedoch ziemlich darüber lachen, denn gerade gestern empfand ich den NaNoWriMo eher als eine Fesselung denn eine Freiheit. Dummerweise war ich vorgestern viel zu spät ins Bett gegangen, weil ich mir noch ein paar Videos auf YouTube angeschaut hatte, und so stand ich gestern Morgen regelrecht neben mir. Und zwar nicht nur am Morgen, sondern den ganzen Tag über. Ich wurde einfach nicht richtig wach.

    Ganz zu schweigen davon, dass ich hätte schreiben können. Ich hatte wirklich das Gefühl, mir sind sämtliche Wörter abhandengekommen. Ich habe um jedes einzelne Wort gekämpft, bis ich in der einen Geschichte vielleicht dreißig zusammen hatte, in der anderen vielleicht fünfzehn, oder – ganz großer Wurf – fünfzig. So kam ich gerade einmal auf dreihundert Wörter am ganzen Tag bis zum späten Nachmittag. Und ich war immer noch sehr, sehr müde, zumal ich auch noch Training im Sportstudio hatte. Ich dachte wirklich, ich breche zusammen.

    Und immer hatte ich im Hinterkopf: Du musst deine Wörter noch zusammenbekommen. Du bist noch ewig weit von deinem grünen Balken entfernt.

    Eigentlich hatte ich nicht mehr damit gerechnet, überhaupt noch etwas schreiben zu können. Das ist ja auch nicht schlimm, da ich genügend Wörter habe, um so einen Ausfall abzufedern. Aber es geht mir halt gegen die Ehre, weil ich mir vorgenommen hatte, den grünen Balken jeden Tag vollzumachen.

    Also habe ich immer weiter nach einer Möglichkeit gesucht, was ich noch schreiben könnte, wo sich irgendetwas in meinem Kopf tut. Ich bin auf dem Internet herumgesurft auf der Suche nach irgendeiner Inspiration, und gegen alle Erwartung kam die dann auch. Plötzlich fiel mir der Anfang zu einer neuen Geschichte ein.

    Anfänge sind für mich ja immer leichter, als in einer Geschichte weiterzuschreiben oder den Schluss zu schreiben. Und auch wenn ich eigentlich nicht vorgehabt hatte, noch eine neue Geschichte anzufangen, war das gewissermaßen mein Rettungsanker. So bekam ich tatsächlich noch an die 1500 Wörter zusammen, die ich meiner Gesamtwörterzahl für den gestrigen Tag, die bis dahin eher mickrig gewesen war, hinzufügen konnte. Grüner Balken geschafft. 😃

    Und auch wenn ich mich darüber gefreut habe, empfand ich das nicht als Freiheit, sodass die heutige Mail mich dann wirklich zum Lachen gebracht hat.

    Für alle, die das gern nachvollziehen möchten, hier einmal der Text der Mail:

    ---

    Von: Deiner ML
    Gesendet: November 16, 2018 05:11
    Betreff: [Europe :: Germany] NaNoWriMo ist Freiheit

    Hey du! Ja genau! DU! Was sind deine Pläne für das Wochenende?
    Darf ich dir vorschlagen, weiter an deiner Geschichte zu schreiben? Damit wärst du in bester Gesellschaft von etwa 300.000 anderen Leuten weltweit! Ist das nicht beeindruckend?
    Junitau spricht mir direkt aus der Seele mit folgender Aussage: „NaNoWriMo ist magisch!“
    Und was macht den NaNoWriMo für Junitau besonders?
    „Das intensive Gefühl, dass zur gleichen Zeit, hunderte neuer Geschichten entstehen, ausgedacht von hunderten ganz unterschiedlichen Menschen – und dass ich irgendwie magisch mit diesem großen neuronalen, denkenden Netz verbunden bin.“
    Lass dich nicht davon abhalten, wenn es mal nicht so gut laufen sollte. Insbesondere Selbstzweifel und einen übereifrigen Kritiker braucht es doch nicht, wie novelfinisher gut in Erinnerung ruft:
    „Für mich war und ist NaNoWriMo vor 9 Jahren die Ersterfahrung eines freien Schreibabenteuers geworden, bei dem ich das, was ich seit meiner Jugend mit mir als Wunsch oder Sehnsucht herumtrage, realisieren konnte. Und das in voller Freiheit und ohne jeglichen Leistungsdruck, da es ja keine Note oder Kritik von Experten unmittelbar gab und gibt.“
    Ist das nicht toll? Du hast alle Freiheiten und vor dir liegt das Wochenende!
    Wie wär es: Du schreibst. Ich schreibe. Deal?
    Viele Grüße
    Johanna (Federkiel)

    ---

    Dem habe ich wirklich nichts mehr hinzuzufügen. 😎

    Oder vielleicht doch. Man sieht hier ganz deutlich, dass Kommasetzung oder die vollkommene Beherrschung der Feinheiten der deutschen (oder irgendeiner anderen) Sprache im NaNoWriMo keine Rolle spielen. Aber das sollen sie tatsächlich auch nicht. Es geht darum zu schreiben, nicht sich von irgendwelchen Details davon abhalten zu lassen. Das Geschriebene überarbeiten und in eine sprachlich perfekte Form zu bringen bleibt der Zeit nach dem NaNoWriMo vorbehalten.

    Wenn es denn getan wird. Leider arbeiten viele der NaNoWriMo-Teilnehmer nach dem NaNoWriMo nicht mehr an ihrer Geschichte weiter. Sie schreiben nächstes Jahr dann einfach eine neue Geschichte. Auch ein Teilnehmer mit einem Nickname wie novelfinisher wird seinen Roman nicht unbedingt beenden oder in eine druckreife Form bringen. Im NaNoWriMo gilt definitiv: Der Weg ist das Ziel.

    Freitag, 16. November 2018 7:03
  • Ruth Gogoll

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    Tag 15 – Halbzeit! Die Hälfte der 30 Tage ist um, und die andere Hälfte liegt noch vor mir. Da ich jedoch schon bei 65 Prozent der Wörter bin, obwohl erst 50 Prozent der Zeit vergangen sind, hoffe ich, es wird kein Problem sein, auch die restlichen 35 Prozent der Wörter in den restlichen 50 Prozent der Zeit zu schaffen. Umgekehrt wäre es nicht so gut, weshalb ich immer versuche, am Anfang etwas mehr als die geforderten Wörter pro Tag zu schreiben, um mir einen Puffer zu schaffen.
    Aber wie ich schon sagte, auf die Wortanzahl kommt es mir weniger an als auf den Inhalt. Der NaNoWriMo ist eine Chance, Bücher fertig zu bekommen, die schon seit Jahren auf meinem Nicht-fertig-geschrieben-Stapel liegen, und darüber hinaus keinen Tag beim Schreiben auszulassen. Je mehr Tage man nämlich beim Schreiben auslässt, desto schwieriger ist es, wieder ins Schreiben hineinzukommen.
    Ich denke, das ist bei jeder kreativen Tätigkeit so. Kreativität erfordert mehr als die übliche Arbeitswelt, in der man vielleicht immer wieder dieselben Dinge tut. Wenn man das ein oder zwei Jahre lang getan hat, weiß man, wie es geht. Man muss sich nicht jedes Mal neu erfinden, um zum Beispiel Buchhalterin zu sein. Selbst wenn man eine sehr gute Buchhalterin ist.
    Beim Schreiben muss man sich aber tatsächlich jedes Mal neu erfinden, jeden Tag, bei jeder Szene, bei jedem Satz fast, vielleicht sogar bei jedem Wort. Wenn man nicht immer dasselbe schreiben will.

    Donnerstag, 15. November 2018 6:55
  • Ruth Gogoll

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    Tag 14 – Endlich nimmt eines meiner Bücher, das ich schon verloren geglaubt hatte, wieder Fahrt auf. 🙂 Jahrelang kam ich mit der Geschichte nicht weiter, und nun durch den NaNoWriMo geht es auf einmal. Es lief zwar sehr schwer an, ein paar Wörter hier, ein paar Wörter da, dann eine kleine Szene, dann ging es wieder nicht weiter, aber jetzt habe ich das Gefühl, die Geschichte fängt an, mir etwas über sich zu erzählen. So kommen jetzt doch ein paar mehr Wörter zusammen.

    Das ist manchmal schon erstaunlich. Bei manchen Romanen geht es einfach nicht weiter, egal was man tut. Sie liegen da und liegen da, man fängt etwas Neues an, das ist dann schon längst beendet und veröffentlicht, und dieses Buch will einfach nicht, die Charaktere sprechen nicht zu mir, die Situationen bieten sich nicht an, und selbst mit viel Überlegung, was denn als nächstes passieren könnte, was die Figuren tun könnten, tut sich einfach nichts. Ich habe etliche solche Romane oder eher Romananfänge bei mir liegen, manche sind 10.000 Wörter lang, manche 20.000, einen hatte ich sogar schon einmal bis 40.000 Wörter geschrieben, und trotzdem kam die Geschichte nicht in Gang. Bei dem Roman mit den 40.000 Wörtern habe ich dann irgendwann ca. 30.000 davon gestrichen und praktisch von vorn angefangen. Dann wurde das Buch fertig.

    Die Wortanzahl sagt also überhaupt nichts aus, auch wenn das viele Leute im NaNoWriMo glauben. Es kommt auf die Geschichte an, auf die Charaktere. Manchmal hat man sich einfach noch nicht genügend Gedanken über seine Charaktere gemacht, hat vielleicht nur Szenen aneinandergereiht, die man irgendwie schön fand, aber daraus ergibt sich keine Geschichte. Das Wichtigste an einer Geschichte ist nach den Charakteren der Spannungsbogen. Es muss sich eine Entwicklung in der Geschichte ergeben, die die Spannung ansteigen lässt. Das vernachlässigen viele, insbesondere auch im NaNoWriMo, denn sie wissen gar nichts davon.

    Vielleicht liegt es doch am Plot? Ich schreibe ja normalerweise ohne Plot, quasi aus dem Bauch heraus, lasse sich alles beim Schreiben entwickeln, aber wenn ich da so meine Kollegin Julia Stein anschaue, dann kann man es auch anders machen. 😉

    Wie entwickele ich einen Plot und warum überhaupt?

    Das wusste ich natürlich alles schon, aber es geht dabei leider nicht darum, es zu wissen, um die Theorie, sondern darum, diese Theorie in die Praxis umzusetzen. Und das finde ich schwierig, weil ich eigentlich nicht im Voraus wissen möchte, wie meine Geschichte sich entwickelt und wie sie endet. Aber man sollte trotzdem einmal darüber nachdenken, ob man nicht wenigstens eine Szene im Voraus plotten kann, um nicht ganz im Nirwana zu stranden, wo man dann nie wieder herauskommt wie ich mit einigen meiner Romane. 😎

    Mittwoch, 14. November 2018 9:15
  • Ruth Gogoll

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    Tag 13 – Meine Güte, war das gestern schwer, meine Wortanzahl zu erreichen! Noch mitten in der Nacht habe ich mit den letzten 150 Wörtern gekämpft und sie kaum zusammenbekommen, weil mir absolut nichts mehr einfiel. Ich hatte eine ganze Menge anderer Dinge zu tun, die mich vom Schreiben abgehalten haben, nachdem es am Vormittag ganz gut gelaufen war, dachte aber, 150 Wörter … das ist ja nichts, das schaffst du locker noch so nebenbei irgendwann, wenn du zehn Minuten Luft hast.

    Nur hatte ich dann irgendwie keine zehn Minuten, und der Tag war schon fast vorbei, bevor ich überhaupt dazu kam, darüber nachzudenken, was ich eventuell noch schreiben könnte. Und dann merkte ich, dass ich nicht die geringste Idee hatte, aber die Uhr tickte. So ist das eben manchmal.

    Aber glücklicherweise hat es dann doch noch geklappt, nur hatte ich dabei das Gefühl, ich müsste mir jedes Wort einzeln aus der Nase ziehen. ;)

    Dienstag, 13. November 2018 8:36
  • Ruth Gogoll

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    30.000 – Der nächste Zehntausender. Eine neue Plakette gibt es erst bei 40.000, aber ich finde, das ist viel zu weit entfernt von den 25.000, wo es den letzten Badge gab. ;)

    https://www.elles.de//images/2018-11-13-Stats-braun.PNG

    Auch bei meinen Romanen zähle ich immer eher in 5.000er-Schritten. 5.000 Wörter lassen sich in wenigen Tagen erreichen, und dann kann man sich auch dafür belohnen. :) Ich kann das wirklich nur empfehlen. Für meine Romane, die ich außerhalb des NaNoWriMo schreibe, lege ich mir im Voraus so 5.000er-Teilaufgaben an, damit ich die dann nach relativ kurzer Zeit abhaken kann. Das gibt immer einen kleinen Motivationsschub.

    Dienstag, 13. November 2018 10:04
  • Ruth Gogoll

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    Tag 12 – Eine neue Woche beginnt. Da der NaNoWriMo jedoch an einem Donnerstag angefangen hat, noch keine neue Woche für den NaNoWriMo. Da sind wir immer noch in Woche 2.

    Heute habe ich zuerst einmal die Hälfte der Wörter für den Tag anvisiert, bevor ich diesen Kommentar schreibe. Erst als ich diese Hälfte erreicht hatte, habe ich mir das erlaubt. Es ist nämlich sehr verführerisch, gleich morgens, wenn man noch frisch ist, einen langen Kommentar zu schreiben und damit eine ganze Menge Zeit und Wörter zu verschwenden, die man dann nicht für den NaNo brauchen kann.

    Deshalb dachte ich, ich schreibe jetzt erst meine Wörter für den Tag, und dann schreibe ich einen Kommentar, sofern ich noch Kraft dafür übrig habe. Ganz so ist es jetzt nicht gelaufen, aber zumindest die Hälfte der Wörter für heute habe ich geschafft.

    Da ich etwas Vorsprung habe, könnte ich jetzt auch einen Tag überhaupt nichts schreiben, aber ich möchte ja meine Mitgliedschaft im „Grüne-Balken-Club“ nicht verlieren. 😉

    Gestern habe ich mich einmal so bei meinen „Writing Buddys“ im NaNoWriMo umgeschaut. „Writing Buddys“ sind die Leute, mit denen man mehr Kontakt hat und mit denen zusammen man schreibt, mit denen man sich vergleicht. Bei mir sind das hauptsächlich Leute, die schon etwas veröffentlicht haben, worüber wir uns dann auch austauschen. Wir helfen uns gegenseitig, versuchen uns über Schreibblockaden hinwegzuhieven, indem wir uns gegenseitig motivieren weiterzuschreiben, auch wenn es einmal gar nicht zu gehen scheint. Meine Kolleginnen und Kollegen kennen das genauso gut wie ich.

    Interessant ist, dass bei aller Erfahrung bis jetzt sehr unterschiedliche Wortanzahlen zusammengekommen sind. Eine Kollegin ist gerade einmal bei gut 6.000 Wörtern, aber sie sagt, dass macht ihr nichts, weil sie immer mit weniger Wörtern startet, dann aber zum Schluss richtig ranklotzt. In der Tat hat sie beim NaNoWriMo 2017 am 29. November über 17.000 Wörter geschrieben. An einem einzigen Tag. Da muss sie tatsächlich sehr schnell getippt haben. 😄

    Mir persönlich wäre das zu stressig. Wenn ich dann am Schluss schreiben müsste, um gerade noch so die 50.000 Wörter zu erreichen. Ich habe lieber am Anfang ein Polster, sodass ich auch einmal weniger schreiben kann und trotzdem noch im Plan bin. Aber so ist jeder verschieden. Manche sagen, sie haben das Ziel, bereits am ersten Tag die 50.000 Wörter zu schaffen, anderen reicht es, gerade so am Schluss das Ziel zu erreichen und wieder andere sind nicht zufrieden, wenn sie am Ende nicht das Zehnfache oder Zwanzigfache der vorgegebenen Wortanzahl vor sich sehen können.

    Viele erreichen das Ziel natürlich auch gar nicht, und ich frage mich, ob das daran liegt, dass man sich zum Beispiel so etwas wie 500.000 oder eine Million Wörter vornimmt. Da sieht man dann schon sehr schnell, ob man das schaffen kann oder nicht, und gibt vielleicht dann viel zu früh auf. Überhaupt sehe ich, das schrieb ich ja schon einmal, dass die Wortanzahl eine viel zu große Rolle spielt verglichen damit, dass man ja eigentlich einen in sich abgeschlossenen Roman schreiben sollte. Wie es das ursprüngliche Ziel des NaNoWriMo war. Letztens fragte ein junger Teilnehmer tatsächlich ganz naiv: „Wie? Hier geht es um Romane, um Plot und Charaktere? Ich dachte, es geht nur darum, dass man möglichst viele Wörter schreibt.“

    Ich frage mich, was das dann überhaupt bringen soll, wenn man unter diesen Voraussetzungen am NaNoWriMo teilnimmt. Nur möglichst viele Wörter schreiben. Dann könnte ich ja auch einfach beliebige Buchstabenkombinationen auf der Tastatur drücken, die gar keine Wörter ergeben. Und was habe ich zum Schluss davon, wenn ich dann diesen Buchstabensalat anschaue? Sehr merkwürdig.

    Aber das muss wirklich jeder selbst wissen. Für mich als Schriftstellerin ist es natürlich schon etwas anders als für Leute, die gar nicht die Absicht haben zu veröffentlichen oder aus dem, was sie da im November in die Tastatur gehauen haben, überhaupt eine sinnvolle Geschichte zu machen, das ist mir schon klar.

    Jetzt habe ich aber genug Pause gemacht. Jetzt muss ich mich mal an die zweite Hälfte meiner Wörter begeben. 😎

    Montag, 12. November 2018 8:51
  • Ruth Gogoll

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    Tag 11 – Und dazu noch Sonntag. Aber das zählt im NaNoWriMo nicht. Da ist jeder Tag wie der andere. Langsam fühle ich die Erschöpfung ein bisschen. 25.000 Wörter in 10 Tagen, jeden Tag über 2.500 Wörter ... das merkt man schon. ;)

    Sonntag, 11. November 2018 6:31
  • Ruth Gogoll

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    Tag 10 – Das heißt, ich habe jetzt eine neue Plakette erhalten, weil ich 10 Tage in Folge geschrieben habe bzw. weil ich 10 Tage in Folge meine Wortanzahl angepasst habe. Es gibt keinen Badge für 10 Tage in Folge immer grüner Balken. 😉 Aber das ist auch der Fall. Ich war keinen Tag unter 1.667 Wörtern, immer darüber, mal mehr, mal weniger, also war mein Balken für die heute geschriebenen Wörter am Ende des Tages immer grün, und ich wusste immer, dass ich das Minimalziel erreicht habe. 🤩

    Gestern habe ich dann schon gedacht, ich muss mal ein bisschen kürzer treten, denn obwohl ich meine Wortanzahl jeden Tag mehr als geschafft habe und obwohl ich wörtermäßig dem Gesamtziel voraus bin, jage ich quasi immer noch jedem einzelnen Wort hinterher und kann fast nicht aufhören zu schreiben, auch wenn ich merke, mein Kopf ist leer. Abends ist das manchmal schon richtig lästig. 😉 Das ist tatsächlich so ein bisschen das NaNoWriMo-Syndrom, das kenne ich auch schon von früheren Teilnahmen. Weil man immer ein bisschen Angst hat, man könnte krankwerden oder sonstwie ausfallen und dann das Gesamtziel doch nicht erreichen.

    Obwohl das ja absoluter Schwachsinn ist, denn ob ich den NaNoWriMo dieses Jahr gewinne oder nicht, das hat überhaupt keine Bedeutung. Ich schreibe ja immer. Aber gerade wegen dieses NaNoWriMo-Effekts nehme ich auch am NaNoWriMo teil. Damit ich mich sozusagen selbst motiviere, nicht nachzulassen. Denn nach über 20 Jahren, die ich nun praktisch jeden Tag schreibe, ist das manchmal schwierig. Ich habe schon so viele Bücher geschrieben, dass ich manchmal denke: „Wer will denn überhaupt noch etwas von mir lesen?“ 😋

    Ich glaube, das geht allen Schriftstellern und Schriftstellerinnen an irgendeinem Punkt einmal so. Man hat schon so viel geschrieben, dass man denkt, dass man langsam nichts mehr zu sagen hat. Aber wenn ich dann wieder eine neue Geschichte anfange, macht es doch wieder Spaß. Nur fängt man manchmal gar nicht erst an, weil man das schon vorher abblockt. Auch eine Art von Schreibblockade, und dagegen hilft der NaNoWriMo hervorragend. 😎

    Samstag, 10. November 2018 7:18
  • Ruth Gogoll

    Ruth Gogoll Permalink

    25.000! 😃 Das ist die Hälfte der insgesamt geforderten 50.000 Wörter, aber es ist erst ein Drittel der Zeit vergangen, die dafür vorgegeben ist, nämlich 10 von 30 Tagen. Also liege ich gut im Rennen. Natürlich habe ich dafür jetzt auch wieder eine Plakette bekommen, den Badge für 25.000 Wörter, und da heute der 10. Tag ist, heute Morgen ja auch schon die Plakette dafür, dass ich 10 Tage hinteinander jeden Tag meine Wortanzahl eingetragen habe. Gleich zwei Badges an einem Tag. Mann, bin ich gut! 😎

    Nein, das sollte niemand ernstnehmen. Ganz viele andere Leute, Zehntausende, haben dieselben Plaketten bekommen oder werden sie in den nächsten Tagen noch bekommen. Aber nicht alle, worauf man durchaus ein bisschen stolz sein kann. Allerdings erst, wenn man die 50.000 dann auch erreicht hat. 😉

    https://www.elles.de//images/Badge02.PNG

    Samstag, 10. November 2018 11:13
  • Herzliche Gratulation zu der Hälfte, der geforderten Wörter. Das ist eine tolle Leistung, vor allem in der kurzen Zeit. :)
    Der Grüne-Balken-Club hat ein zuverlässiges Mitglied in Dir gefunden. ;)

    Samstag, 10. November 2018 13:14
  • Ruth Gogoll

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    Tag 9 – Wenn ich mir meine Wortanzahl von gestern so anschaue, frage ich mich, wie ich das geschafft habe. Aber nachdem der Tag so bescheiden angefangen hatte und danach auch noch einiges passiert ist, was mich vom Schreiben abgehalten hat, hatte ich die ganze Zeit das Gefühl, ich schaffe meine 1.667 Wörter nicht und habe hier ein bisschen geschrieben und da ein bisschen geschrieben. Wie eine Verrückte. 😉 Zum Schluss kamen dann weit mehr Wörter dabei heraus, als ich erwartet hatte. „Überkompensieren“ nennt man das wohl. 🙂

    Böse bin ich darüber natürlich nicht. Es hat mich heute Morgen nur fast etwas überrascht, diese Zahl zu sehen. Aber diesmal ist Jacob nicht daran schuld, das war tatsächlich ganz allein ich. 😎 Damit das so weitergeht und ich weiterhin so gut im Fluss bleibe, will ich jetzt hier auch gar keine großen Reden schwingen, sondern begebe mich gleich daran, die nächsten Wörter zu produzieren.

    Freitag, 9. November 2018 6:17
  • Ruth Gogoll

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    Tag 8 ... fängt ja gut an. Einerseits bin ich immer noch schwer erkältet, und andererseits kam mir gestern Nacht die blöde Idee, mit einem der Tools rumzuspielen, die von den Sponsoren des NaNoWriMo angeboten werden, eine Web App namens Dabble. Das heißt „plappern“ auf Deutsch oder auch „sich mit etwas beschäftigen und seine Zeit vertrödeln“. Was es zum Schluss dann war.

    Die App an sich ist im Prinzip schon in Ordnung, erinnert ein wenig an Scrivener, nur eben online und nicht so ausgereift. Normalerweise legt man dort sein Projekt, das heißt seine Geschichte oder sein Buch, an und kann dann jeden Tag darin weitertippen. Das Ganze wird sofort in einer Cloud gespeichert, es kann also nichts verlorengehen, was durchaus ein Pluspunkt ist, da es doch immer wieder das Problem gibt, dass Leute, die schreiben, ihre Sachen nicht in einer Cloud oder auf einem USB-Stick oder sonstwo sichern und dann alles verloren ist, wenn der Computer zum Beispiel kaputtgeht. Zudem gibt es dort ein zusätzliches Feature für den NaNoWriMo, mit dem man das, was man in Dabble geschrieben hat, mit seinem Word Count im NaNoWriMo synchronisieren kann. Wenn ich meinen Text in Dabble schreibe, wird die Anzahl Wörter sofort der Anzahl Wörter, die bereits im NaNoWriMo sind, hinzugerechnet.

    Klingt theoretisch gut, hat nun aber dazu geführt, dass ich eine ganze Menge Zeit mit Dabble verschwendet habe, die ich besser fürs Schreiben hätte nutzen können. Zuerst einmal hatte ich die Synchronisation missverstanden, das heißt, ich dachte, die Wörter, die bereits in meinem NaNoWriMo-Account stehen, werden ins Dabble synchronisiert und von dort wird dann weitergezählt. Es funktioniert aber nur in eine Richtung, nämlich von Dabble in den NaNoWriMo, nicht vom NaNoWriMo ins Dabble. Gestern Nacht funktionierte jedoch weder das eine noch das andere. Wie das heute oft so üblich ist, gab es da gleich einen Chat für eventuelle Hilfeanfragen, ein netter junger Mann namens Jacob hat mir sofort seine Hilfe angeboten.

    Er hat dann überprüft, warum die Synchronisation nicht funktioniert, aber offensichtlich hat er noch nie am NaNoWriMo teilgenommen und ist auch kein Schriftsteller. Somit gab es da ein paar Missverständnisse zwischen uns, und ich sah schon, dass das Tool nichts für mich ist, denn wie ich schon öfter festgestellt habe, kann ich sehr gut mit Word arbeiten und benutze für Recherchen und die Speicherung zusätzlicher Informationen OneNote (darüber habe ich hier im Blog ja schon berichtet). Wenn ich meine Word-Datei direkt auf OneDrive bearbeite, ist das auch gleich in der Cloud und wird sofort gespeichert, bei OneNote sowieso. Außerdem sichere ich meine Arbeit auch immer noch auf zwei anderen Clouds und weiteren Medien, damit wirklich nichts verlorengeht.

    Das gleiche kann man auch mit einem Dokument auf Google Drive machen, entweder mit Google Docs oder auch mit einem Word-Dokument. Selbstverständlich geht das auch mit einem Dokument aus der kostenlosen Textverarbeitung LibreOffice o.ä. Ebenso gibt es noch Dropbox und andere Onlineanbieter, wo man seine Dokumente einfach und unkompliziert bearbeiten und speichern kann. Das sollte also nicht das Problem sein, und wenn man gerade keine Internetverbindung hat, kann man immer einen kleinen USB-Stick in der Tasche haben und seine Arbeit dort sichern.

    Dabble ist eine reine Web App, das heißt, man kann wirklich nur damit arbeiten, wenn man Internet hat. Ist also nichts für Leute, die irgendwo in der Pampa leben oder im tiefsten Wald arbeiten wollen, wo sie keinen so guten Empfang haben. ;) Aber das soll jetzt kein Ausschlusskriterium sein, weil das wohl für die meisten Leute heutzutage nicht zutrifft.

    Wie gesagt habe ich letzte Nacht, als ich ohnehin nicht mehr schreiben konnte, ein bisschen mit der Web App rumgespielt, habe Text hineinkopiert, um zu sehen, ob mein Word Count in NaNoWriMo angepasst wird, verschiedene Kapitel angelegt, die dann wieder gelöscht usw.

    Da das mit dem Word Count nicht klappte, habe ich dann Jacob gebeten, meinen Account in Dabble doch wieder zu löschen, und ich dachte, damit wäre alles erledigt. Es war dann auch schon ziemlich spät, und da ich auch noch krank bin, wollte ich nicht so spät schlafengehen. Bei Jacob in Amerika war es jedoch natürlich noch nicht so spät, und so hat er in der Nacht noch irgendetwas gemacht, und heute Morgen bekam ich zu meinem Erstaunen vom NaNoWriMo die Nachricht, ich hätte den NaNoWriMo jetzt schon gewonnen, weil ich über 50.000 Wörter geschrieben hätte.

    Völlig verblüfft machte ich meine NaNoWriMo-Seite auf und sah dort, dass ich angeblich 56.639 Wörter geschrieben hätte. Der Siegerpokal prangte schon über dieser Zahl. Da meine Wortanzahl gestern etwas über 16.500 war, wären das also über 40.000 Wörter in einer Nacht gewesen. Sicherlich eine stramme Leistung, vor allem, da ich ja währenddessen geschlafen habe. :)

    Ich habe dann im NaNoWriMo wieder die richtige Wortanzahl eingetragen, aber sie wurde immer wieder mit der viel zu hohen falschen Wortanzahl überschrieben. Also chattete ich wieder mit Jacob, der jetzt allerdings, kurz nachdem ich aufgestanden war, gerade schlafengehen wollte. Er meinte, er hätte die Daten, die ich am Tag zuvor gelöscht hatte, wiederhergestellt, um das mit dem NaNoWriMo zu testen. Die Daten waren ja immer noch im Papierkorb in der Cloud. Dadurch dass er alle Daten wiederhergestellt hatte, also alles doppelt und dreifach, kam diese hohe Wortanzahl zustande.

    Na gut, nicht so schlimm. Aber damit das nicht noch einmal passieren konnte, löschte ich das ganze Projekt und leerte dann auch den Papierkorb. Danach ging ich wieder auf meine NaNoWriMo-Seite zurück, und plötzlich stand mein Word Count dort auf „0“. Riesenschock. Alle meine Wörter waren weg.

    Ich also wieder zu Jacob in den Chat zurück, der vorher schon gesagt hatte, dass er sich jetzt für die Nacht verabschiedet, und ihn gefragt, was er denn mit meinen Wörtern gemacht hätte, er hätte jetzt meinen NaNo zerstört. :D

    Vermutlich lag er schon im Bett ;), antwortete aber trotzdem, dass das die Synchronisation wäre, die automatisch alles aus Dabble in den NaNoWriMo übertragen würde. Und da ich mein Projekt in Dabble jetzt gelöscht hatte, bedeutete das, Dabble hatte eine Null an den NaNoWriMo übertragen. Ich könnte das aber im NaNo überschreiben, wenn ich die Synchronisation in Dabble abschalten würde, meinte er.

    Gut, habe ich dann auch gemacht, und es funktioniert, aber das war doch ein ziemlich aufregender Morgen, und außerdem sehr viel verschwendete Zeit, die ich wirklich lieber fürs Schreiben genutzt hätte.

    Zum Schluss war es natürlich mein Fehler. Was spiele ich da auch mitten in der Nacht, wenn ich eigentlich zu müde dazu bin, herum? Aber ich bin eben immer neugierig.

    Dabble ist grundsätzlich wie gesagt keine schlechte Anwendung – das mit dem NaNoWriMo ist ja ein Spezialfall. Normalerweise schreibt man eben einfach in Dabble, und das war’s –, aber wenn man Dabble auf Dauer nutzen will, muss man ein Abo abschließen, eine Subscription, und die kostet 9,90 US Dollar im Monat. Da sehe ich den Gegenwert nicht wirklich, denn man kann seinen Text genauso gut in einer kostenlosen Textverarbeitung schreiben oder im kostenlosen OneNote und das einfach zum Beispiel auf Google Drive, was ebenfalls kostenlos ist, wenn man einen GoogleMail-Account hat, speichern. Oder auf Dropbox oder in irgendeiner anderen Cloud. Und ohne Internet einfach auf einem USB Stick.

    Donnerstag, 8. November 2018 8:30
  • Ich konnte mir beim besten Willen ein Schmunzeln nicht verkneifen. ;) Das kenne ich nur zu gut. Da will man sich nur kurz und nur schnell ein neues Tool ansehen, das sich ganz toll anhört, aber Stunden später fragt man sich, warum man nicht die Finger davon gelassen hat.

    Ich glaube, so schnell hattest Du nicht damit gerechnet, den Siegerpokal zu erhalten. ;)

    Donnerstag, 8. November 2018 12:38
  • Ruth Gogoll

    Anja Permalink

    Nein, wirklich nicht. ;) Und vor allen Dingen wäre das dann ja Betrug gewesen. Einfach denselben Text immer wieder kopieren und an den alten Text anhängen ... Da ist man dann schon in einem Tag fertig, ohne eigentlich irgendetwas getan zu haben. Das ist nicht der Sinn der Sache. Für mich soll der NaNoWriMo ja dabei helfen, dass ich einen Roman schreibe, nicht dass ich irgendwelche Zahlen oder Pokale anschauen kann. :) Es ist schön, wenn man so einen Pokal am Ende bekommt, wenn man dann wirklich einen Roman geschrieben hat. Da nehme ich ihn dann auch gern. :)

    Donnerstag, 8. November 2018 14:52
  • Ruth Gogoll

    Permalink

    Tag 7 – Nachdem ich gestern am Anfang Schwierigkeiten hatte, ans Schreiben zu kommen, mal hier 100 Wörter geschrieben, mal da, ging es dann plötzlich, weil ich eine alte Geschichte hervorgekramt habe (Danke, Anja! :) ), die schon seit über einem Jahr unberührt dalag. Ich kam einfach nicht weiter. Aber gestern ging es auf einmal wieder. Möglicherweise ist es das, was Du letztens hier geschrieben hast, Sima, nämlich dass ich diese Geschichte zu perfekt machen wollte. Jetzt, im NaNoWriMo, geht es nicht um „perfekt“, sondern darum, eine gewisse Anzahl Wörter zu erreichen. Und dafür muss man eben einfach schreiben, egal was.

    Nun ja, nicht ganz egal was. Jedenfalls für mich nicht. Aber perfekt muss es wahrhaftig nicht sein. Und als ich diese alte Geschichte gestern unter diesem Aspekt noch einmal angeschaut habe, konnte ich sie weiterschreiben. Dennoch bin ich mit dem Weitergang der Geschichte noch etwas unsicher, also kam ich gerade einmal auf das Minimum an Wörtern. Bzw. auf zehn Wörter mehr. ;) 1.677 statt 1.667. :) Als ich soweit war, musste ich Pause machen, dachte aber, dass ich später weiterschreiben würde, denn der Tag war noch nicht zu Ende, es war erst Nachmittag. Dann bin ich aber trotzdem nicht mehr weitergekommen, und so blieb es bei den 1.677 Wörtern. Meinen grünen Balken hatte ich jedenfalls. :D

    Nun sehe ich, dass ich kurz vor Erreichen der 30-Prozent-Marke bin, sodass ich die heute wohl überschreiten werde. Es ist immer wieder interessant, wie sehr man sich von Zahlen beeinflussen lässt. Zuerst einmal von den 1.667 Wörtern, die man erreichen will, dann schaut man auf das Datum, dann auf die Prozente oder vielleicht auf den nächsten Hunderter oder Tausender, den nächsten Fünftausender, den nächsten Zehntausender. „Die paar Wörter schaffe ich noch“ ist ein guter Ansporn, da geht es dann nicht gleich um die 50.000, die als eine ziemlich große Zahl erscheinen. Es geht immer nur um die nächsten 10, 50, 100 Wörter, und die schafft man in fünf oder zehn Minuten.

    Mittwoch, 7. November 2018 7:37
  • Ruth Gogoll

    Ruth Gogoll Permalink

    Eine Kleinigkeit, die ich schon die ganze Zeit erwähnen wollte, ist die Pomodoro-Technik. Beim NaNoWriMo wird sie immer wieder zum Thema gemacht, wenn es darum geht, wie man sich am besten aufs Schreiben konzentriert. Heutzutage mit all den Social Media ist das ja manchmal gar nicht so einfach, zumal wenn man am Computer schreibt. Manche Leute schreiben natürlich immer noch mit der Hand, tippen das dann hinterher nur in den Computer ab, um ihren Word-Count eingeben zu können, aber ich denke, die meisten machen sich heutzutage diese doppelte Arbeit nicht mehr.
    Ich sitze also am Computer und will an meiner Geschichte weiterschreiben, aber ich werde dauernd abgelenkt und kann mich nicht richtig konzentrieren. Um dem entgegenzuwirken, gibt es Schreibprogramme für das sogenannte „ablenkungsfreie Schreiben“. Darüber habe ich hier beim letzten NaNoWriMo schon einmal berichtet. Benutzt man eine solche App, hat man nur den Bildschirm vor sich, keinerlei Leisten oder Knöpfe und keine Social Media, E-Mails oder Chats, die einen ablenken können.
    Dazu kommt jetzt aber noch das Zeitmanagement durch die Pomodoro-Technik. Pomodoro heißt auf Italienisch Tomate, und die Technik bezieht sich auf die Scheiben, in die man eine Tomate schneiden kann, bevor man sie isst. Es wird also empfohlen, sozusagen „scheibchenweise“ zu arbeiten. Das ist nichts Neues, das kennen wir schon von der Drabble- oder der 250-Wörter-Methode, der Unterschied ist nur, dass hier nicht die Wörter gemessen werden, sondern dass die Zeit gemessen wird. Man schreibt also in kleinen Zeitabschnitten, in kleinen Zeit„scheibchen“.
    Dazu gibt es Apps, Timer, die man sich herunterladen kann, und in denen man 25 Minuten einstellt. Nach diesen 25 Minuten klingelt es wie bei einer Eieruhr ( selbstverständlich kann man auch einfach eine richtige Eieruhr nehmen, es muss nicht immer eine App sein ;)), und man hört auf zu schreiben, egal wie viel man bis dorthin geschrieben hat. Man nimmt sich eine Auszeit, macht eine Pause und schreibt nicht weiter. Diese Pause beträgt 3-5 Minuten, dann schreibt man wieder 25 Minuten, und das wiederholt man für vier solche Abschnitte. Also 4x25 Minuten plus 4 x 3-5 Minuten, dann macht man eine längere Pause von 15-30 Minuten.
    Das ist eigentlich schon alles. Diesen Ablauf kann man so oft wiederholen, wie man möchte oder bis man die Aufgabe erledigt hat, die man damit erledigen will. Das ist nicht nur für den NaNoWriMo gedacht, sondern für jede Aufgabe, bei der man sich nicht ablenken lassen will, das aber immer wieder tut. Im NaNoWriMo macht man logischerweise so viele „Tomaten-Scheibchen“, wie man braucht, bis man seine Wortanzahl erreicht hat oder darüber hinaus ist.

    Mittwoch, 7. November 2018 8:33
  • Ruth Gogoll

    Permalink

    Tag 6 – Knapp, knapper, am knappsten. Gerade noch so vor Mitternacht habe ich gestern meine Wortanzahl zusammenbekommen. 🤯 Um 23:59 Uhr, bevor alles wieder auf null zurückgesetzt wurde. 😵Das ist jeden Tag immer wieder ein bisschen frustrierend. An einem Tag hatte ich es schon geschafft, dass angezeigt wurde, ich wäre am 18. November fertig, wenn ich so weitermachen würde. Mitternacht schlägt – und schon heißt es, nun wird es frühestens der 22. November. Und heute wird angezeigt, frühestens am 23. November. Wenn ich es schaffe, im Durchschnitt knapp 2.200 Wörter zu schreiben. Sobald die Zahl für den Durchschnitt kleiner wird, verschiebt sich das Datum natürlich immer weiter nach hinten auf den 30. November zu.

    Ich hätte allerdings gestern nicht gedacht, dass ich in der Nacht noch so fit bin, dass ich das Minimum bzw. sogar etwas mehr als das Minimum schaffen könnte. Ich war selbst etwas überrascht, als mir um 11 Uhr nachts dann noch die eine oder andere Idee kam. Es waren vielleicht nicht die großartigsten Ideen, aber immerhin habe ich einen Dialog geschrieben, der sich vielleicht verwenden lässt. Vielleicht auch nicht, das wird sich noch herausstellen. Zumindest sind die Wörter da. 😉Was ich dann später damit mache, steht auf einem anderen Blatt.

    So konnte ich jedoch meine Mitgliedschaft im „Grüne-Balken-Club“ beim NaNoWriMo behalten, denn am Ende des Tages, kurz vor Mitternacht, war mein Balken in der Statistik für die an diesem Tag geschriebenen Wörter grün, was anzeigt, dass man die Mindestanzahl von 1.667 Wörtern geschafft hat. Im „Grüne-Balken-Club“ treffen sich all diejenigen, die sich vorgenommen haben, den grünen Balken jeden Tag zu füllen, also nicht nur die Gesamtwortanzahl zu erreichen, indem man zum Beispiel an einem Tag 5.000 Wörter schreibt und am anderen Tag 500, sondern indem man jeden Tag am Ende des Tages den grünen Balken sieht und mindestens 1.667 Wörter geschrieben hat. Mehr dürfen es natürlich immer sein. 😎

    Dienstag, 6. November 2018 9:24
  • Lustiger Name: Grüne-Balken-Club :)
    Aber ich weiß, das ist schon sehr motivierend, wenn man da dann Mitglied ist und es schaffen will jeden Tag den grünen Balken zu sehen.
    Da hilft Dir aber dann Dein Puffer nichts. ;)
    Gibt es da am Ende auch eine Plakette, wenn Du es jeden Tag geschafft hast?
    Ich denke das Datum, an welchem Du geschätzt dann Deine 50'000 Wörter geschafft hast, wird sich noch ein paar Mal ändern. Nach vorne und hinten.

    Dienstag, 6. November 2018 10:56
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