Ruth Gogolls »NaNoWriMo«

NaNoWriMo 2017 - 14. Tag

Der 14. Tag. Neuer Tag, neues Glück. Auch wenn das hier kein Glücksspiel ist, es ist harte Arbeit. smile Sobald der nächste Tag anbricht, fällt man automatisch 1.667 Wörter zurück, und das Enddatum wird gleich um ein paar Tage nach hinten geschoben. Das ist ein bisschen frustrierend, wenn man kein so dickes Polster hat, dass man immer im Rahmen bis zum 30. November bleibt. Es hat etwas von Sisyphus-Arbeit. Kaum ist man ein Stück den Berg hinauf, vielleicht sogar oben angekommen, fällt man wieder ganz nach unten und muss den Stein erneut den Berg hinaufrollen. Nur um oben wieder hinuntergeschickt zu werden.

Ganz so schlimm ist es beim NaNoWriMo natürlich nicht. wink Man verliert nicht gleich alle Wörter, die man schon geschrieben hat, wie der arme Sisyphus, nur werden weitere Wörter oben auf die Gesamtwortanzahl aufgetürmt, die man erreichen muss. So als ob der Berg, den man besteigen muss, jeden Tag höher würde. Im Gegensatz zu Sisyphus kann man aber zumindest sein Basis-Camp jeden Tag weiter nach oben verschieben und muss nicht wieder ganz ins Tal hinunter. cool

Manchmal ist es schon erstaunlich, was Musik bewirken kann. Mir fiel vorhin absolut nichts ein, dann habe ich ein bisschen Saxophon gespielt, ein bisschen Klavier gespielt – und schon läuft es. Ich bin viel entspannter durch die Musik. Und irgendwie setzt das wohl auch die Kreativität frei. Ein bisschen auf dem Saxophon improvisieren ist ja auch sehr kreativ, aber auf andere Art als schreiben. Das lockert dann irgendwie die Schreibprozessoren wieder. wink

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  • Ruth Gogoll
  • Ruth Gogoll

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    Apropos „Lass Dich nicht unterkriegen“ (vielen Dank für die Aufmunterung, Sima ;) ). Da sich die Mitte des Monats November nähert, kommt nicht nur bei mir, sondern auch bei vielen anderen NaNoWriMo-TeilnehmerInnen Müdigkeit auf. Jeden Tag diese 1.667 Wörter zu bringen lässt eine manchmal doch etwas erschöpft zurück. Vielleicht läuft auch die Geschichte nicht so, wie man sich das vorgestellt hat, oder die Figuren verselbständigen sich und lassen eine ratlos zurück, was sie denn nun als nächstes tun wollen.

    Deshalb hat eine Betreuerin vom NaNoWriMo (ja, auch dort gibt es Verantwortliche, die sich um die TeilnehmerInnen kümmern) nun einen Pep-Talk für die deutschsprachigen TeilnehmerInnen geschrieben, den ich Euch nicht vorenthalten will. :D

    NaNoWriMo

    Zu Nanas Überraschung – und ihrer unendlichen Verlegenheit – stellten sich die eisblauen Früchte als essbar heraus. Das machte die Sache einfacher. Und leckerer.

    Und NutrientMan war zwar ein wenig verschroben und pampig, aber sie war dankbar, dass er da war. Er hatte sie gerettet. Dann hatte er ein Lagerfeuer gemacht und ihr Essen gegeben. Es nervte nur ein wenig, dass er sie jetzt mit gesunder Ernährung und Nährstoffen und allerlei Zeug zutextete, während er selbst überwiegend Süßigkeiten, Koffeintabletten und abgepacktes Zeug in seinem Umhang mit sich herumtrug. Sie wurde das Gefühl nicht los, dass sie lieber selbst auf sich aufpassen sollte, anstatt sich auf seine merkwürdigen Ernährungsmethoden einzulassen.

    „Du hast nicht mal zu Hause Bescheid gegeben?“ meckerte er gerade. „Die machen sich doch Sorgen!“

    „Das ist okay!“ widersprach Nana schnell, während sie versuchte, auf dem immer noch harten Waldboden eine gemütliche Sitzposition zu finden. „Meine Familie hat eh nicht angenommen, mich im November zu Gesicht zu bekommen.“

    Er verzog das Gesicht und kramte dann ein Handy aus der Tasche. „Du gibst jetzt zu Hause Bescheid, und dann gibst du an der Uni Bescheid, und erst dann erzähle ich dir, was ich weiß.“

    Mit einem Seufzen tat sie wie ihr geheißen. Sie rief ihre Mutter an, um zu sagen, dass sie den NaNo-Monat bei Annika verbringen würde, und dann rief sie Annika an, um ihre Freundin zu bitten, sie bei ihren Veranstaltungen zu entschuldigen.

    „Endlich,“ maulte NutrientMan, als er sein Handy wieder einsteckte. „Also, du hattest mir ja echt nicht viel zu erzählen außer 'hey, da ist ein Geist'. Was ich dir sagen kann... also, der Ideengeist da, der ist einer von Millionen. Und sie sind alle verschwunden.“

    „Verschwunden?“ platzte Nana heraus, und vor ihrem inneren Auge sah sie wieder das dunkle Schloss. Mit einem Mal wurde ihr schmerzhaft bewusst, von wem die herzzerreißenden Schreie stammten. „Sind sie entführt worden?“

    NutrientMan runzelte die Stirn. „Hat der Geist dir das erzählt? Wir vermuten, dass Eddie dahintersteckt...“

    „Wer?“, quakte Nana dazwischen. Die Neugier hatte sie gepackt. Ein bisschen merkwürdig in Kontrast zu der Erinnerung an die eher verstörende Vision, aber hey, ihr Autorengehirn war halt manchmal merkwürdig.

    NutrientMan verdrehte die Augen und kramte in einem Haufen Schokoriegel, die er eben aus allen möglichen versteckten Taschen gezogen hatte. „Man nennt ihn auch den Inneren Editor. ...und nein, ich weiß nicht, ob es auch einen Äußeren Editor gibt. Warum fragen das immer alle...“

    „Warum sollte er das tun?“ murmelte Nana und winkte den kleinen Geist zu sich heran, der sich zufrieden schnatternd auf ihrer Schulter niederließ.

    „Keine Ahnung,“ schnappte NutrientMan. „Weil er böse ist. Jedenfalls geht das so nicht und UtensilWoman und ich versuchen...“

    „Du kennst UtensilWoman?“ platzte Nana wieder dazwischen und lehnte sich interessiert weiter vorwärts. „Sie ist meine Heldin! Wie ist sie denn so in real?“

    NutrientMan runzelte die Stirn. „Nicht so nervtötend wie du. Wieso interessiert dich das gerade?“

    „Sie hat mir damals einen Füllfederhalter geschenkt!“ schnatterte Nana drauf los und zog ihren kostbaren Schatz aus der Tasche. „Da, guck mal!“

    NutrientMan wirkte völlig entgeistert. „Das interessiert mich nicht!“ schnauzte er sie an. „Wir haben Wichtigeres zu tun!“

    „Annika findet ihn toll!“ erzählte sie weiter, irgendwie in einer merkwürdigen Plapperlaune gefangen, doch bevor sie noch ein einziges weiteres Wort sagen konnte, quietschte der Ideengeist schrill auf.

    NutrientMan war mit einem Satz auf den Beinen. „Das Distracticon!“ rief er und kramte wieder in seiner Tasche.

    Nana fühlte sich inzwischen recht ignoriert. „Ist das jetzt die Zeit für Schokolade?“

    „Steh auf!“ herrschte er sie an. „Du stehst unter dem Einfluss des Distracticons!“

    Nana kniff die Augen zusammen. Er hatte ihr schon einmal geholfen. Sie sollte ihm vertrauen. „Und das ist... schlecht?“

    Er verdrehte die Augen und schloss die kurze Distanz zu ihr, um sie rüde am Arm auf die Füße zu ziehen. „Das Distracticon ist ein Roboter, der mit über das Internet geschickten Radiowellen in die Köpfe der Menschen eindringt und sie ablenkt. Wir müssen hier weg, bevor es uns findet!“ Und er fing an, schnell ihre Sachen zusammenzupacken und das Feuer zu löschen.

    „Radiowellen funktionieren so nicht!“ widersprach Nana und versuchte nicht zu lachen, als sie die Wasserpistole in seiner Hand sah. Wollte er sie damit beschützen? „Wir haben das in Physik gelernt. Es sind...“

    „Sei still!“ meckerte NutrientMan, nahm sie kurzerhand auf den Arm und sprintete los. „Geist, komm mit!“

    Das Quietschen des Ideengeistes klang recht erleichtert, als er sich ihnen auf ihrer Flucht anschloss.

    -

    Liebe Autoren,

    erfahrungsgemäß macht sich bei euch vielleicht so langsam ein kleiner Durchhänger bemerkbar. Oder vielleicht hat das Distracticon schon gleich zu Anfang des Monats zugeschlagen und eure Pläne über den Haufen geworfen. Aber wenn ihr einfach schnell genug vor ihm davonsprintet, kann es euch nichts anhaben! ;)

    Weiterhin ganz viel Motivation und Inspiration für euch
    Doro

    Dienstag, 14. November 2017 6:06
  • Ruth Gogoll

    Ruth Gogoll Permalink

    Ja, die Sache mit dem inneren Kritiker oder der inneren Kritikerin ist oft sehr störend. Bevor wir überhaupt etwas hinschreiben, überlegen wir oft viel zu lange, ob das überhaupt gut ist, ob sich das quasi lohnt. Und dann schreiben wir es nicht hin oder schreiben es tausend Mal um, kommen einfach nicht weiter. Deshalb sollte man die innere Kritikerin soweit wie möglich abschalten. Erst mal schreiben, hinterher kann man dann immer noch überarbeiten. :)

    Und die Ablenkung – die lauert hinter jeder Ecke, in jedem Handy, auf jedem Computer. Und das sind nur einige Beispiele. Gerade, wenn wir nicht weiterkommen, ist jede Ablenkung willkommen. Ablenkungen sind auch wichtig. Man kann sich nicht ununterbrochen konzentrieren. Aber wenn man jeden Tag 1.667 Wörter schaffen will, muss man die Ablenkungen in Grenzen halten, sonst wird es nichts.

    Dienstag, 14. November 2017 6:12

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