»Das wäre ein Punkt«, nickte Corey. »Aber vielleicht musst du das ja nicht jetzt gleich entscheiden.« Sie ließ ihre Lippen weich über Thoras Wange streichen. »Es hat sich so viel verändert in den letzten Stunden. Ich glaube, das müssen wir alle erst mal verdauen.«

Thora schmiegte sich an sie. »Werden sie dich denn überhaupt wieder von der Erde hierherlassen?«, fragte sie. »Du sagtest doch, deine nächste Mission wäre auf jeden Fall ein anderer Planet. Sie könnten dich immer noch dorthin schicken, wenn du wieder auf die Erde zurückkommst.«

Coreys Mundwinkel zuckten. »Dann werde ich wohl kündigen müssen.« Sie streichelte sanft Thoras Rücken. »Allerdings bin ich nicht der Typ, der gern herumsitzt. Aber vielleicht bietet mir jemand ja einen anderen Job an?«

Es schien nicht, als ob Thora verstanden hätte.

»Thora?«, fragte Corey. »Denkst du, ihr könntet mich hier auf Lachtara brauchen?«

Thoras Schultern begannen zu zucken.

Corey schob sie ein wenig von sich weg. »Weinst du?«

Langsam hob Thora ihr Gesicht zu ihr an, und tatsächlich waren ihre Wangen leicht feucht. »Ich habe noch nie geweint. Ich dachte immer, ich hätte gar keine Gene dafür. Die hätte man weggelassen, weil ich sie für meine Aufgabe nicht brauchen kann.«

»Sieht so aus, als hätten sie das vergessen.« Corey lächelte sie zärtlich an. »Aber du musst nicht weinen. Nicht wegen mir. So schlimm bin ich wirklich nicht.«

»Ich hoffe, dass sehr viele Frauen von der Erde kommen, die uns helfen, Wissenschaftlerinnen, Lehrerinnen, Mütter, die unseren Genpool erweitern. Aber für eine bestimmte Aufgabe bist du geradezu prädestiniert«, sagte Thora, und ihre Augen waren nun nicht mehr feucht, sondern blitzten unternehmungslustig. »Du bist die einzige, die die Erde kennt. Du wärst die geborene Botschafterin.«

»Botschafterin?« Corey lachte überrascht auf. »Im diplomatischen Dienst? Daran habe ich noch nie gedacht.«

»Wir hatten so jemand bisher ja auch nicht. Brauchten es gar nicht. Aber wer soll unsere Interessen vertreten, wenn wir uns gar nicht auskennen?« Thora hob die Augenbrauen. »Nach allem, was ich gelesen habe, und auch allem, was du erzählt hast, denke ich nicht, dass die Erde immer nur unseren Vorteil hier auf Lachtara im Sinn hat. Da sollte jemand ein Auge drauf haben.«

»Da hast du absolut recht.« Mit all der Zärtlichkeit, die sie für Thora empfand, schaute Corey sie an. »Für dich würde ich alles tun. Selbst in den diplomatischen Dienst eintreten, obwohl ich das immer für ausnehmend langweilig gehalten habe.« Sie lachte leicht.

Thora starrte sie nur stumm an.

»Ich liebe dich, Thora von Lachtara. Wusstest du das schon?« Corey suchte ihre Lippen und küsste sie sanft und mit einer innigen Leidenschaft, die sie unendlich warm erfüllte. Sie war überzeugt davon, dass das ein ganzes Leben lang halten würde. »Wenn du mich haben willst, bleibe ich.«

Ein leises, vergnügtes Lächeln huschte über Thoras Lippen. »Wenn Thorina einverstanden ist«, antwortete sie, »kannst du bei uns einziehen.«

Und ihre Augen versanken tief in Coreys.

ENDE

 

Den ersten Teil von »Neue Welt« gab es bislang nur als ebook, doch nun ist der gesamte Roman auch als Buch erhältlich! Über denselben Link kann man auch das vollständige eBook entweder als Kindle oder ePub kaufen. Diejenigen, die den 1. Teil schon als Kindle gekauft hatten, sollten von Amazon automatisch eine Aktualisierung bekommen, so dass sie dann die gesamte Geschichte haben.

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