Bauchschreiber und Kopfschreiber

Da der Lesbische LiteraturPreis ja nun wieder einmal naht, wird es vielleicht Zeit, sich erneut mit dem schriftstellerischen Handwerk zu beschäftigen.

Es gibt zwei Arten von Autorinnen: Die einen setzen sich hin und machen erst einmal einen Plan, überlegen sich, was in ihrem Buch passieren soll, schreiben für jedes Kapitel eine Zusammenfassung bis ganz zum Ende des Buches, für jede Figur eine Biographie, entwerfen die Verbindungen, Hintergründe und Handlungsabläufe.

Die anderen setzen sich vor ein weißes Blatt Papier (meistens den Startbildschirm der Textverarbeitung) und fangen einfach an zu schreiben, lassen sich von Satz zu Satz, von Szene zu Szene, von Kapitel zu Kapitel durch die Geschichte selbst und ihre Figuren treiben, die ihnen diktieren, was sie schreiben sollen.

Beide Methoden haben ihre Berechtigung. Es gibt keinen Grund, warum man es nicht auf die eine oder auf die andere der beschriebenen Weisen machen sollte, denn beides kann zum Erfolg führen.

Die zweite Methode wird beispielsweise von Stephen King angewendet, einem der erfolgreichsten Autoren unserer Zeit.

Die erste Methode wurde von Joanne K. Rowling angewendet, um Harry Potter zu schreiben. Zweifellos auch einer der größten literarischen Erfolge unserer Zeit.

Wenn man vom Handwerk des Schreibens spricht, meint man normalerweise die erste Methode, die mit Planung. Ungeplantes Schreiben kann man schwer unterrichten.

Immer wieder geschieht es jedoch, dass man losschreibt und dann steckenbleibt, wenn man die zweite Methode verwendet. Selbst Stephen King bestätigt das. Er sagte einmal, dass er nie weiß, ob er ein Buch beenden wird, wenn er damit anfängt. Denn er schreibt eben aus dem Bauch heraus und kennt den Schluss nicht, die Auflösung. Er erzählte, dass der Schriftsteller John Irving ihm, King, einmal gesagt habe, dass er immer als erstes den letzten Satz des Buches schreibt, wenn er mit einem neuen Buch anfängt. Stephen King fand das unvorstellbar. Er könnte so nicht schreiben.

Es gibt keine Vorschriften dafür, wo in einem Buch man anfängt zu schreiben. Die meisten fangen vermutlich mit dem Anfang an, aber man kann auch mit dem Ende anfangen oder sogar mit der Mitte. Man kann auch einzelne Szenen schreiben, von denen man noch nicht so genau weiß, wo im Buch sie zum Schluss landen werden, und diese Szenen dann an einem Punkt des Schreibens zusammensetzen, verschieben, löschen, neu gestalten. Unserer Kreativität sind in dieser Hinsicht keine Grenzen gesetzt.

Die sogenannten Bauchschreiber ärgern sich jedoch immer wieder darüber, dass sie sich in irgendwelche Ecken schreiben, wo sie mit der Geschichte nicht mehr weiterkommen, dass sie eventuell 500 Seiten geschrieben haben, die sie dann wegwerfen müssen, weil sie zu nichts führen. Gerade wenn man professionell schreiben will, ist so etwas natürlich ärgerlich. Es ist Zeitverschwendung und auch Kreativitätsverschwendung.

Nicht dass man nicht auch bei solchen Aktionen eine Menge lernen kann. Vielleicht kann man auch Teile des Geschriebenen später noch verwenden. Aber dennoch ist es schmerzhaft festzustellen, dass man nicht mehr weiterkommt, dass einem selbst die eigene Kreativität nicht mehr heraushilft.

Was macht man in so einem Fall? Für Bauchschreiber ist das Durchplanen einer ganzen Geschichte von Anfang bis Ende keine Option. Wie Stephen King fühlen sich die meisten Bauchschreiber in ihrer Kreativität gehindert, wenn sie so etwas versuchen. Andererseits möchte man natürlich schon mit seinem Buch fertigwerden. Um es beispielsweise beim Lesbischen LiteraturPreis einzureichen. ;)

Es liegt nahe, darüber nachzudenken, die beiden anscheinend so gegensätzlichen Methoden zu verbinden. Ein wenig Planung in die Bauchschreiberei einfließen zu lassen, aber nicht so viel, dass sie eine beim Schreiben hemmt oder einer die Lust am Schreiben nimmt, weil man den Verlauf und das Ende der Geschichte schon kennt und nicht mehr neugierig darauf ist.

Sehr hilfreich ist es dabei, sich vor Beginn des Schreibens zu überlegen, worum es in der Geschichte überhaupt geht, was die Essenz der Geschichte ist. Diese Frage steht nicht einfach so im Raum, sondern sie ist gebunden an das angestrebte Zielpublikum. Wen wollen wir mit unserer Geschichte erreichen? Für wen schreiben wir?

Versuchen wir uns einmal vorzustellen, dass unsere Leserin – die eine Leserin, für die wir schreiben, denn nur einzelne Personen kann man sich konkret vorstellen – in einen Buchladen kommt und nach einem Buch fragt. Die Buchhändlerin kennt ihre Kundin schon und sagt: „Ja, da habe ich etwas für Sie. Ist gerade reingekommen. In dem Buch geht es um …“

Und genau hier sollte dann die Kurzbeschreibung der Geschichte kommen, die das Interesse der Leserin weckt, so dass sie in das Buch hineinschaut und es vielleicht kauft.

Wie kaufen wir selbst Bücher? Ist es nicht so, dass wir den Klappentext lesen und dann entscheiden, ob uns das interessiert? Genauso geht es jeder Leserin. Also sehen wir uns einmal selbst als Leserin unseres eigenen Buches und fassen die Geschichte in einem einzigen Satz zusammen.

Worum geht es in unserem Buch?

Aus irgendeinem Grunde wollen wir diese Geschichte schreiben, warum wollen wir das tun? Was interessiert uns daran?

Da es in den el!es-Büchern immer um Liebe geht, ist das Hauptthema schon einmal klar. Es soll eine Liebesgeschichte sein. Aber das reicht nicht. Worum geht es konkret?

Die Antwort könnte beispielsweise so aussehen: „Die Protagonistin verliebt sich in eine Frau, die schon oft in ihrem Leben enttäuscht worden ist und sich deshalb nicht mehr auf Liebe einlassen will. Mit Charme und Hartnäckigkeit versucht sie die andere davon zu überzeugen, dass sie die Richtige für sie ist.“

Das sind jetzt zwei Sätze, aber wir sind ja auch erst am Anfang. Demnächst geht es weiter, dann werden wir sehen, was aus dieser Geschichte wird.

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  • Nanni
  • Ruth Gogoll
  • Barbara
  • Juli
  • Juli

    Permalink

    Ein sehr interessanter Beitrag.
    Ich bin dann wohl definitiv eine Bauchschreiberin..während mein Bekannter (mit dem ich einige Kurzgeschichten verfasst habe), ein Kopfschreiber ist.
    Bisher hat diese Synergie gut funktioniert.
    Nun will er zuviel vorgeben und endlich verstehe ich, warum mich das so extrem blockiert.

    Donnerstag, 6. November 2014 20:32
  • Ruth Gogoll

    Juli Permalink

    Es gibt eine schon seit Urzeiten andauernde Diskussion zwischen Bauchschreibern und Kopfschreibern. Dabei werden beide Positionen oft sehr vehement vertreten, immer mit dem Argument: „So kann man doch nicht schreiben!“ Genauso entsetzt, wie Stephen King auf John Irvings Aussage reagiert hat, hat sicherlich John Irving auf Stephen Kings Beschreibung seines eigenen Schreibstils reagiert, einfach loszuschreiben, ohne zu wissen, wohin die Reise geht.

    Es ist oft so, dass diese beiden Gruppen sich nicht verstehen. Aber es kann natürlich erstaunliche Synergieeffekte geben, wenn beide wissen, dass der andere nicht anders kann und dass beide Methoden ihre Vorteile haben. Dann kann man sich überlegen, wie man diese Vorteile vereinigt. Es gibt etliche Autorenteams, die so arbeiten. Einer macht den Plan (wobei es sich empfiehlt, den Ablauf der Geschichte vorher gemeinsam zu diskutieren und sich da auf einen gemeinsamen Nenner zu einigen, wenigstens im Groben), schreibt eventuell die eher technischen Szenen, der andere schreibt die Szenen, die mehr Kreativität verlangen, mehr assoziatives Denken, auch ein Abweichen vom Plan.

    Wenn man sich einig ist, wer was macht und sich gegenseitig respektiert und akzeptiert, die Stärken des anderen als befruchtend empfindet, dann können großartige Ergebnisse dabei herauskommen.

    Donnerstag, 6. November 2014 20:46
  • Hat nur leider zu einer extremen Schreibkrise bei uns geführt.
    Er sagt, er braucht die Vorbereitung aufs Schreiben aktuell, mich blockiert es.
    Was mich wiederum frustriert, was bedeutet, dass ich mir hier vllt. bald wieder eine Schreibübung vornehme und mir den Frust von der Seele schreibe :D

    Donnerstag, 6. November 2014 21:07
  • Ruth Gogoll

    Juli Permalink

    Natürlich braucht er die Vorbereitung aufs Schreiben, wenn er ein Kopfschreiber ist. ;) Das nicht zu haben, blockiert ihn. Und umgekehrt blockiert es die Bauchschreiberin, zu viel Vorbereitung zu haben. Deshalb sagte ich ja: Man muss eine Zwischenlösung finden. Also diskutiert die Geschichte, den groben Rahmen, und dann trennt Euch, er schreibt seine Vorbereitung, und Du schreibst einfach los.

    Freitag, 7. November 2014 7:43
  • Nanni

    Permalink

    Oh ja, dass kenne ich nur zu gut. Ich hatte gerade das Problem des nicht weiter Kommens mit Kapitel 9 und Kapitel 10 meiner neuen Geschichte. Aber dazu später.

    Ken Follett zum Beispiel, ist wie ein Uhrwerk. Zuverlässig hat er an seinem neuen Roman zwei Jahre lang von halb acht bis nachmittags um vier gearbeitet. Das wäre etwas, für dass ich sterben würde. Denn soviel Disziplin besitze ich leider nicht. Ich halte es da wie Stephen King, denn ich bin ein Bauchmensch und somit auch ein Bauchschreiber. Und das gefällt mir sehr gut. Ohne Zwang, so wie ich es will - oder eher meine Figuren, die da ganz besondere und spezielle Persönlichkeiten sind. ;)
    Leider kommt es bei mir auch noch vor dass ich Szenen schreibe, die ich später gar nicht mehr brauche, da sie für die Leserin total unnötig sind. Tut weh, aber ist leider so. Aber aufgehoben ist nicht später wieder eingeschoben. :)

    Ich habe mich ja in meine neue Geschichte verliebt. Doch gerade macht mir die Kulisse zu schaffen. Ich weiß schon genau wie es weiter geht. Meine Figuren sind auch schon ganz hippelig, weil es weiter gehen soll ... aber die Verbindung von Kapitel 9 zu Kapitel 10 will mir nicht so recht gelingen. Zwei Tage habe ich überlegt, dann mir gesagt: Machste halt mal weiter. Und jetzt fließt es wieder.
    Über den Übergang, so habe ich mir überlegt, mache ich mir später wieder Gedanken, damit ich mir in meiner kreativen Phase nicht selbst im Weg stehe. Das wiederum, kann ich nämlich sehr gut. :)
    War doch früher bei Schularbeiten auch schon irgendwie so. Bevor man sich an einer Aufgabe aufhängt, einfach überspringen und weiter machen. Wenn alles steht und fertig ist, kann man immer noch einmal an die Stelle zurück, die nicht so recht klappen möchte. Vllt. ergibt sich das Problem auch im Laufe der Geschichte. :) Ich bin da ziemlich zuversichtlich. Und meine Figuren auch. Ich lasse mir Zeit und setzte mich nicht unter Druck. Gibt ja kein Zeitlimit.

    Ich beginne meist auch damit, dass ich einfach drauf los schreibe. Ob das später der Anfang, das vierte oder letzte Kapitel werden wird, weiß ich da noch gar nicht. Ich weiß nur, dass die Geschichte bis zum Schluss eine Menge Veränderung über sich ergehen lassen muss. Ist nicht immer einfach, aber manchmal einfach von Nöten. Ich stelle das immer wieder fest. *heul* Doch zum Glück schreibe ich nur aus Vergnügen. Profi will ich erst mal noch gar nicht werden. Das überlasse ich den Großen und Coolen. :)
    Da mir, wie gesagt nicht gerade Planung und Disziplin in die Wiege gelegt wurden, plane ich meistens in der Nacht meine Geschichte. Ich kann nicht sagen warum oder weshalb, es ist einfach so. Ich kann die Planung nicht aufschreiben, da sie im selben Moment in dem ich sie aufschreibe, sich schon wieder verändert. Wie verhext! Soll heißen, ich muss gleich schreiben was ich schreiben will sonst wird meine Idee durch die Planung verschreckt. Und das kann ich nicht zu lassen. Hach Gott wie dramatisch. ;)

    Mich interessiert an meiner Geschichte, wie unterschiedlich die Protagonisten sind. Der Schlagabtausch und die Verwirrungen, die unverhofften Wandlungen eben das ganze Geschehen, die die Geschichte inne hat. Ja, und natürlich die Liebe die am Schluss, wie immer, obsiegen wird. :) Türlich!

    Donnerstag, 6. November 2014 15:41
  • Ruth Gogoll

    Nanni Permalink

    Ein Problem bei Liebesgeschichten ist, dass man – anders als beispielsweise Stephen King mit seinen Horrorszenarien oder auch JK Rowling mit den bösen Antagonisten in Harry Potter – hauptsächlich auf die Charaktere der Protagonistinnen bauen muss, es gibt nicht haufenweise Action. Deshalb ist es sehr wichtig, dass die Figuren in einer Liebesgeschichte sehr gut durchdacht sind. Denn sie allein können die Handlung vorantreiben; äußere Ereignisse, die das tun, gibt es nur wenige.

    In einem Thriller oder anderen Genres ist es viel einfacher, eine spannende Geschichte zu schreiben, denn man kann von blutigen Morden bis zu Explosionen oder Kriegseinsätzen alles Mögliche an spannungsfördernden Elementen einsetzen. Bei Liebesgeschichten stößt man da an natürliche Grenzen, außer man will das Genre wechseln.

    Bei Szenen ist es vor allen Dingen wichtig, dass sich die nächste Szene aus der vorherigen ergibt. Das heißt, eine Szene kann nicht für sich allein stehen, keine Verbindung haben, sondern sie muss auf der vorherigen aufbauen. Dazu werde ich noch ein eigenes Kapitel schreiben, denn da gibt es ein paar Tricks, was jede Szene leisten muss.

    Man kann auch im Nachhinein über das schon geschriebene Manuskript gehen und alle Szenen, die diese Voraussetzungen nicht erfüllen, rauswerfen – sofern sie nicht schon zuvor gestrichen worden sind, weil es beispielsweise nur Hintergrundinformationen waren, die für mich als Autorin wichtig sind, für die Leserin aber nicht.

    Donnerstag, 6. November 2014 17:03
  • Sicher ;) , dass ist mir schon bewusst, dass sich die nächste Szene aus der vorherigen ergibt. Macht ja sonst auch keinen Sinn. Aber manchmal hängt es einfach. Da könnte es schneller zur Problemlösung der Lösung kommen, :) da die Gedanken schon weiter sind, und sich nicht mit dem Problem auseinander setzten möchten.
    Da bin ja mal gespannt, was Du dazu schreiben wirst. Auf die Tricks! Ich kann immer nur dazu lernen. Umso schneller Du etwas über dieses - eigene Kapitel schreibst, umso besser. :)

    Ich meinte auch eher, dass ich bei Kapitel 9 und 10 eine Schlüsselszene habe, die es einzubauen geht, und die echt knifflig ist.
    Soviel Action gibt es bei mir gar nicht. Es geht um eine solide Liebesgeschichte. So wie man sie sich wohl wünscht, als Leserin. Und da ich gerne Leserin bin … ;)

    Das Umdenken von Autorin zur Leserin im eigenen Roman ist halt für Anfänger auch noch etwas schwer. Mir fällt es schwer. :)

    Freitag, 7. November 2014 13:52
  • Ruth Gogoll

    Nanni Permalink

    Deshalb sage ich es so oft. ;) Es ist wirklich schwer. Man muss das üben. Zuallererst schreiben wir ja immer nur für uns selbst. Wir möchten die Geschichte erzählen, weil sie uns auf den Nägeln brennt. Aber meistens, wenn man erzählen will, braucht man Zuhörer, oder in unserem Fall Leserinnen. Außer man will die Geschichte nur sich selbst erzählen. So etwas gibt es auch. Es gibt Leute, die schreiben gern für die Schublade, weil ihnen an Publikum nichts liegt.

    Das war aber nie meine Absicht, weder als Schriftstellerin noch als Verlegerin. Die Leserinnen kaufen die Bücher und zahlen Geld dafür, und dafür können sie erwarten, dass wir uns in sie hineinversetzen und ein wenig darüber nachdenken, für wen wir eigentlich schreiben. Und was die Leserin erwartet zu lesen.

    Selbstverständlich geht das nicht hundertprozentig. Manchmal schreiben Leute, dass ihnen ein Buch nicht gefällt, obwohl wir uns große Mühe gegeben haben, uns in die Leserin hineinzuversetzen. Damit muss man leben.

    Bei einer Schlüsselszene merke ich meistens genau, ob sie gut ist, wenn ich mich selbst hinsetze und sie lese. Kribbelt es dann in meinem ganzen Körper? Habe ich Angst um meine Figuren? Tun sie mir leid? Möchte ich sie am liebsten in den Arm nehmen und trösten oder vielleicht schütteln und anschreien, weil sie sich so verhalten?

    Wenn man eine solche Szene lesen kann, ohne am ganzen Körper zu zittern, dann ist sie nicht gut. Oder es ist keine Schlüsselszene.

    Freitag, 7. November 2014 14:49
  • Also diese Geschichte, meine jetzige, soll schon für die Leserin sein. Natürlich gibt es auch Geschichten, die habe ich nur für mich geschrieben. Dafür bleiben sie aber auch so wie sie sind. Es langt wenn ich verstehe was da steht. Vllt. eine Art Übung der zu veröffentlichen Geschichten. Und die Schublade freut sich auch über Gesellschaft. Sie will ja auch bewohnt werden. :)

    Die Schlüsselszene fetzt schon. Gut ... Schlüsselszene ist jetzt vllt. auch ein sehr großes Wort, aber ich bin nach wie vor begeistert von dieser Szene. Sie macht Neugierig auf mehr. Und ja, es kribbelt mich am Körper und ich möchte meine Protagonistin am liebsten in dem Arm holen und trösten, wenn ich die Szene lese, aber dass muss leider jemand anderes machen. Nämlich die zweite Protagonistin.

    Ich freue mich ja auch immer, wenn ich mich selbst überrasche, da ich immer wieder nicht glauben kann, was in einem steckt. Stecken kann. Ohne Hilfe geht es natürlich noch nicht so reibungslos, da hakt es manchmal noch. Aber da ich ja noch ein Greenhorn in der Schreibszene bin, muss und darf ich ja noch lernen. Außerdem wollen wir die Lektoren und Lektorinnen ja nicht arbeitslos machen. ;)

    Wenn man es jeder Leserin recht machen möchte, bräuchte man erst gar nicht anfangen. Es gibt aber zum Glück viele verschiedene Geschmäcker. Und wenn man da die Hälft an Leserinnen erreicht, ist man wohl auf einem guten Weg.
    Natürlich gibt es auch Leserinnen, die haben immer was zu stänkern. Denen kann man es nie recht machen, egal was man auch schreibt.

    Freitag, 7. November 2014 19:50
  • Barbara

    Nanni Permalink

    Guten Morgen Nanni. Ich wünsche dir eine baldige, megamässige Lösung für deine Schlüsselszene! Die Leserin kann sich ja schon mal mit Taschentüchern (heul und schluck) eindecken... ;) :) Ich wünsche dir ein gutes Vorankommen beim Schreiben deiner Geschichte und ganz viel Freude beim Entstehenlassen.

    Samstag, 8. November 2014 6:00
  • Guten Morgen Barbara, ja die Lösung ist schon in Arbeit. Sie ist greifbar nahe. Nett, dass Du mir das schreibst. Freu ich mich natürlich drüber.
    Taschentücher sind immer gut. Es darf aber auch gelacht werden.
    Und da die Freude zum Schreiben gerade ununterbrochen anhält, mache ich mich auch schon gleich wieder ran. :) Konzentration ist das A und O. Jedenfalls bei mir. ;) Und bloss nicht ablenken lassen.

    Euch allen ein schönes Wochenende.

    Samstag, 8. November 2014 8:32
  • Danke für diesen Artikel. Bei mir ist es eine Kombination von Bauch und Kopf… der Kopf denkt sich die Grobhandlung aus und prüft mal kurz, ob das funktionieren kann und Sinn macht. Der Rest macht der Bauch… und das Herz. Ohne die zwei Letzteren geht bei mir gar nichts.
    Was macht Frau, wenn sie nachts über Stunden schreibt… sie kaum noch zum Schlafen kommt, weil die Finger immer noch auf der Tastatur herum hämmern… schier fest kleben… und sie dann mit Schlitzaugen zur Arbeit fährt?;)
    Was mich jetzt besonders interessieren würde, wäre das Kapitel mit dem Szenenaufbau…, dass die nächste Szene auf der vorherigen aufgebaut werden muss. Wie ist das genau gemeint?
    Ich stecke jetzt mitten in meinen Rohbau… und ich wünsche mir sehr, dass ich nicht wieder irgendwelche Wände und Mauern einreißen oder ein ganzes Element in die Luft sprengen muss… wobei Hammer, Bagger und Schraubenzieher jederzeit griffbereit sind… Das Ganze ist eh eine einzige Baustelle, die aber unglaubliche Freude bereitet. Die ganze Geschichte besteht nun aus ca. 80 % Dialog… das hat alles der Bauch so gewollt;)
    Wenn es um Gefühle und nochmals um Gefühle geht, die Innenwelt der Figuren sowie die gefühlsmäßigen Aktionen und Reaktionen auf Ereignisse gezeigt werden, so spricht doch grundsätzlich auch nichts gegen ein bisschen Action. Oder? Gibt es nicht auch so etwas wie einen Liebes-Liebes-Action-Stil? Das wäre, so glaube ich, mein Stil. Bitte jetzt nicht schreiben, dass ich das Genre wechseln soll. Denn, das will ich klar nicht. Und bitte nicht zu hart, aber ehrlich antworten. Danke! Danke auch fürs Verständnis, dass ich nebst aller Gewissenhaftigkeit;) auch mit Humor an die Sache heran gehe. Bin nämlich gerade in einer Phase, wo ich weiterhin mit Leidenschaft schreiben möchte. Ehrlicherweise muss ich aber auch gestehen, dass ich ab und zu schon auf wackeligen Beinen stehe… Tja, so ist das halt. Aber: Ich liebe meine Figuren und ich liebe meine Geschichte. Allen einen schönen Abend!

    Donnerstag, 6. November 2014 18:12
  • Ruth Gogoll

    Barbara Permalink

    Nein, wegen ein bisschen Action muss man nicht das Genre wechseln. ;) Action ist nur einfach nicht das hauptsächliche, das tragende Element in einer Liebesgeschichte. Action kann die Geschichte aber durchaus spannender gestalten. Man darf sich nur nicht dazu verleiten lassen, die Action über die Liebesgeschichte zu stellen.

    Es gibt ein Genre, das nennt sich „Romantic Suspense“, und das ist ein sehr beliebtes Genre. Dort wird genau das verbunden: eine Liebesgeschichte mit einem Krimi oder Thriller oder Action.

    Bei 80% Dialog ist es ratsam, zwischendurch ein wenig Nicht-Dialog einfließen zu lassen, denn Dialog ist gut, aber zu viel Dialog kann ermüdend sein beim Lesen, wenn dazwischen keine Erholung stattfindet. Während des Schreibens sollte man sich darüber aber keine Gedanken machen, ist nur ein Hinweis für die Überarbeitung.

    Donnerstag, 6. November 2014 18:46
  • Vielen Dank für deine Antwort und den Hinweis, den ich gerne berücksichtigen werde:)

    Wenn ich meine Herangehensweise analysiere, dann ist es schon so, dass ich die Geschichte von A bis Z im Kopf haben muss (eine grobe Kapitelzusammenfassung). Ich muss irgendwo die Gewissheit haben, dass ich nicht ins Blaue hinaus schreibe und mich in der Tiefe des Meeres verzettle;) Aber innerhalb des einzelnen Kapitels, innerhalb der einzelnen Szene ist alles möglich. Da habe ich zwar schon auch eine grobe Vorstellung, wo die Reise hinführen soll, aber solche Szenen entwickeln dann ihre ganz spezielle Eigendynamik, von der ich vorher oft noch nichts gewusst oder geahnt habe.

    Wenn es dann in einem Kapitel mal nicht so richtig fließen will, irgendwo der Wurm drin ist, dann hilft mir mein Grob-Handlungsplan-Konzept gut über solche, kleineren Blockaden hinweg. Deshalb ist eine solche Grobplanung für mich ein gutes Werkzeug, was mich absolut nicht in meiner Kreativität einschränkt. Im Gegenteil… Ich habe damit so etwas wie eine Versicherung, dass ich mir keine Gedanken machen muss, wenn es mal nicht so läuft, wie ich das gerne möchte..., weil ich die Geschichte grob gedanklich durchgespielt habe… Auf jeden Fall ein interessantes Thema:)

    Freitag, 7. November 2014 8:09
  • Ruth Gogoll

    Barbara Permalink

    Das ist aber dann definitiv kein reines Bauchschreiben. Reine Bauchschreiber haben eine Figur vor Augen, einen Satz vielleicht, eventuell eine Szene, weiter nichts. Wo die Reise hingehen wird, wissen sie nicht. Noch nicht einmal im Groben. Du bist schon eher eine Kopfschreiberin, eine Plotterin. Dass man zum Schluss die Szenen noch gestaltet, das ist auch für Plotter normal.

    Freitag, 7. November 2014 8:21

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