Früher schrieb man anders

Noch vor 100 Jahren hätte man all das, was ich hier zu Backstory geschrieben habe, ganz anders gesehen. Vor 200 Jahren gab es auch schon Schriftsteller und Schriftstellerinnen, aber die hätten gar nicht verstanden, wo es da einen Unterschied geben soll zwischen dem, was in der Vergangenheit war, und dem, was heute ist.

Erst durch die Entwicklung des schriftstellerischen Handwerks ist das zu einem Thema geworden. Und durch die Erfindung des Kinos, des Films, der laufenden Bilder. Durch die Unterteilung in immer kürzere Szenen, durch Schnitte, durch Cliffhanger, die die Zuschauer bei einer Serie auf die nächste Folge gespannt sein lassen.

Cliffhanger ist das Bild eines an einem Kliff hängenden Protagonisten, der im nächsten Moment abstürzen könnte. Oder auch nicht. Aber die Szene hört auf, als er da hängt und man nicht weiß, wie es weitergeht. Sinn der Sache ist, dass die Zuschauer sich die Fingernägel abbeißen sollen vor lauter Spannung, bis sie dann endlich in der nächsten Folge erfahren, dass er nicht abgestürzt ist. Und die (hoffentlich) interessante Geschichte, wie er das geschafft hat.

Dieses Prinzip hat sich mittlerweile in der aktuellen Unterhaltungsliteratur sehr durchgesetzt. Nur dass ein Cliffhanger bei manchen Bestsellerautoren das Ende jeder Szene ist. Was dann auch wieder langweilig wird. Manche Szenen müssen anders enden, sonst weiß man immer schon im Voraus, was passiert.

Was aber unabdingbar ist: Das Ende jeder Szene muss spannend sein. Und noch spannender muss das Ende jeden Kapitels sein. Wobei sich jedes Ende von dem anderen unterscheiden muss. Eine Protagonistin, die am Ende eines jeden Kapitels wegläuft, jemand anderem eine Ohrfeige verpasst oder in Heulen versinkt ist genauso langweilig wie ein Protagonist, der am Ende jeder Szene an einem Kliff hängt.

Selbstverständlich kann ein Cliffhanger auch aus etwas ganz anderem bestehen als aus einem Rambo, der irgendwo rumhängt. Der Cliffhanger ist nur eine Metapher für ein Rätsel, das gelöst werden muss, für eine Situation, die überstanden, überlebt werden muss, für eine Wendung in der Geschichte.

Genau diese Art des Geheimnisses oder Rätsels war vor 200 Jahren bei Schriftstellern und Schriftstellerinnen jener Zeit überhaupt kein Thema. Da wurde alles so erzählt, wie es passierte, möglichst noch mit ganz vielen Beschreibungen und Rückblenden und der ganzen Familiengeschichte der verschiedenen Personen.

Ein gutes Beispiel dafür ist »Die Geschichte des Fräuleins von Sternheim« von Sophie von La Roche, der erfolgreichsten Unterhaltungsschriftstellerin ihrer Zeit, der offiziell ersten Berufsschriftstellerin Deutschlands. Sie wurde 1730 geboren und starb 1807, lebte also im 18. Jahrhundert, vor mehr als 200 Jahren.

Die Zeiten waren damals völlig andere als heute. Wahrscheinlich hätte niemand etwas mit einem Buch der heutigen Zeit anfangen können. Damals waren Briefromane üblich. Ein Roman wurde oftmals so geschrieben, als ob eine Person der anderen die Geschichte in Briefen erzählte. So beginnt auch »Die Geschichte des Fräuleins von Sternheim«.

 

Sie sollen mir nicht danken, meine Freundin, daß ich so viel für Sie abschreibe. Sie wissen, daß ich das Glück hatte, mit der vortrefflichen Dame erzogen zu werden, aus deren Lebensbeschreibung ich Ihnen Auszüge und Abschriften von den Briefen mitteile, welche Mylord Seymour von seinen englischen Freunden und meiner Emilia sammelte. Glauben Sie, es ist ein Vergnügen für mein Herz, wenn ich mich mit etwas beschäftigen kann, wodurch das geheiligte Andenken der Tugend und Güte einer Person, welche unserm Geschlechte und der Menschheit Ehre gemacht, in mir erneuert wird. Der Vater meiner geliebten Lady Sidney war der Oberste von Sternheim, einziger Sohn eines Professors in W. …

 

Und nun geht es erst einmal eine ganze Weile um diesen Vater, seinen Vater, seinen besten Freund, sein Leben, seine Charaktereigenschaften, seine Kriegserlebnisse usw. Was auch immer das alles mit dem Fräulein von Sternheim, die ja eigentlich die Protagonistin des Buches ist, zu tun haben soll.

Ich würde heute, wenn mir jemand ein solches Manuskript zuschicken würde, erst einmal verlangen, dass das alles gestrichen wird, denn es ist definitiv überflüssig. Aber hätte man das damals Sophie von La Roche oder ihren Lesern gesagt, hätten sie wohl nicht verstanden, was das Problem ist. Es war damals ungeheuer wichtig, aus was für einer Familie man stammte, welchen Hintergrund diese Familie hatte, über Generationen. Wer keine angesehene Familie vorzuweisen hatte, war ein Nichts.

Auch heute noch schreiben manche Leute so, erzählen jedes kleinste Detail jeder Person in der Geschichte, von Eltern, Brüdern, Schwestern, Freundinnen und Freunden, kommen vom Hölzchen aufs Stöckchen, wechseln ständig die Perspektive, sobald eine neue Person auftaucht. Das ist für die LeserInnen dann sehr verwirrend.

Wir sind durch unsere Lese- und vor allem auch Zuschauererfahrungen in Film und Fernsehen mittlerweile ganz etwas anderes gewöhnt. Eine Geschichte wird so schnell wie möglich vorangetrieben, darf sich nicht verzetteln, und es wird normalerweise aus der Perspektive des Helden oder der Heldin erzählt. Eine Szene muss sich logisch aus der vorherigen ergeben, der rote Faden muss immer erhalten bleiben.

Mit so etwas schlug sich Sophie von La Roche nicht herum. Man hat das Gefühl, sie plappert einfach so vor sich hin, schreibt auf, was ihr gerade in den Sinn kommt, rein assoziativ. Damit füllt sie Seite um Seite und hat offensichtlich die Erwartungen ihrer Leser getroffen. Sie schrieb einen Roman nach dem anderen und konnte bald tatsächlich davon leben. Sehr ungewöhnlich damals, als Frauen weder einen Beruf noch Geld hatten, völlig abhängig zuerst von ihrem Vater und dann von ihrem Ehemann waren, der über alles bestimmen konnte.

Doch die Zeiten haben sich geändert, und deshalb kann man heute nicht mehr so schreiben. Jedenfalls nicht, wenn man gelesen werden will und die eigenen Manuskripte nicht in der Schublade oder auf der Festplatte verstauben sollen.

Heute ist es wichtig, die Backstory in den Hintergrund zu verbannen. Sie wird nicht im Buch erzählt, selbst wenn die Autorin jede Einzelheit der Familiengeschichte ihrer Heldin kennt. Die Kerngeschichte ist das, worum sich alles dreht.

Als ich das »Fräulein von Sternheim« las, dachte ich mir, daraus könnte man wirklich eine spannende Geschichte machen, denn es geht um Mord und Totschlag, Verrat, Verzicht, Folter, Betrug, Gemeinheit ohne Ende und viel Blut, aber das würde man hinter der betulichen Art, in der das Buch geschrieben ist, nicht vermuten.

Vielleicht nehme ich die Geschichte ja mal und mache einen historischen Roman daraus. Dann allerdings mit einem Fräulein von Sternheim, die von einer hehren Ritterin gerettet und mit ihr glücklich wird. :)

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    Das könnte dann zum Beispiel so aussehen:
    ---
    „Emilia! Wo bleibst du denn wieder? Mein Gott, muss ich denn alles selbst machen?“
    Ein tiefer Seufzer entrang sich der wogenden Brust der Frau von Sternheim, Mutter der vorerwähnten Emilia und noch mehrerer Kinder, die hier zuerst einmal nicht genannt werden sollen.
    „Das Jahr unseres Herrn 1800 wird kommen, und du bist noch nicht einmal angezogen!“
    „Aber natürlich bin ich das, Mutter.“ Emilia kam lächelnd in einem wunderbaren taubenblauen Seidenkleid, das ihre schlanke Mädchentaille betonte, die Treppe herunter.
    Sie hatte das Kleid mit Bedacht gewählt, denn es hatte genau dieselbe Farbe wie ihre Augen, und sie wusste, wie vorteilhaft es dadurch eben diese Augen hervorhob, ohne dass sie sich den Vorwurf einhandeln würde, ihren jugendlichen Reiz mit unlauteren Mitteln aus Puderdose oder Rougetöpfchen zu betonen. Wie jedem anderen war ihr bewusst, dass diese Mittel nur älteren Damen zustanden, nicht einem Mädchen von siebzehn Jahren, wie sie es war.
    So jung sie jedoch war, wusste sie genauso um ihre Wirkung wie diejenigen Frauen, denen der Gebrauch von Rouge und weiteren die Wahrheit verzerrenden Mitteln erlaubt war. Noch vor kurzem hatten Zöpfe sich bis auf ihre Taille hinunter erstreckt, nun waren sie in einer aufwendigen Frisur auf ihrem Kopf verankert, und Löckchen kräuselten sich an ihren Schläfen bis über ihre Ohren. Sie sah dadurch älter aus, aber keinesfalls alt.
    Ihre Haare waren dunkler als die jeder ihrer Schwestern, fast schwarz. Sie glänzten wie poliertes Ebenholz und hätte Emilia sie tatsächlich polieren können, hätte sie das wohl getan. Jedes Mal, wenn sie sich selbst im Spiegel sah, fand sie, dass ihre Haare fast das Schönste an ihr waren. Sie war zur Bescheidenheit erzogen, und deshalb hätte sie das nicht denken dürfen, aber sie tat es trotzdem, sie konnte es nicht verhindern. Ihr gefiel, was sie im Spiegel sah.
    Dennoch war sie nicht eingebildet. Sie hatte nur genug gesunden Menschenverstand, um nicht wie viele ihrer ebenfalls wohlerzogenen gleichaltrigen Freundinnen dort Bescheidenheit zu heucheln, wo sie es unnötig fand. Falschheit hatte ihr noch nie gefallen, und Heuchelei war ihr ein Gräuel. Sie wünschte sich, so offen und ehrlich sein zu können, dass sie nie heucheln müsste, aber das war ihr leider nicht vergönnt, denn sie war nicht grausam genug, um andere mit Absicht zu verletzen. So versuchte sie, auf dem schmalen Grat zwischen Vernunft und Gefühl zu balancieren, der ihr dünner als das Zirkusseil einer Seiltänzerin erschien. Es war ungeheuer leicht abzustürzen.
    Aber heute war ihr großer Tag. Der letzte Tag des Jahres 1799, und das neue Jahrhundert stand vor der Tür. Emilia war aufgeregter, als sie zeigte. Wenn sich die 17 in der Jahreszahl in eine 18 wandeln würde, würde etwas passieren, davon war sie überzeugt. Ein solch geschichtsträchtiger Moment konnte nicht einfach vorübergehen, und nichts würde sich ändern. Es musste etwas geschehen. Etwas Großes, Einmaliges, nie vorher Dagewesenes.
    Schließlich war sie ebenfalls siebzehn Jahre alt und würde nächstes Jahr, im neuen Jahrhundert, achtzehn werden. Eine Zahl, die ihre Eltern beunruhigte, denn sie war immer noch nicht verlobt, geschweige denn verheiratet. Sie hatten Angst, Emilia würde eine alte Jungfer werden. Sie steckte ihre Nase viel zu oft in Bücher, und viel zu wenig beschäftigte sie sich mit jungen Herrn, von denen eine genügende Anzahl an ihr interessiert war.
    So reizvoll, wie Emilia war, verwunderte das nicht. Jedoch hatte sie alle Angebote, ihr näherzukommen, bisher abgelehnt. Zum Entsetzen ihrer Mutter, die nicht verstand, warum Emilia nicht wenigstens einen der jungen Herrn ermutigen konnte. Jetzt, in der Blüte ihrer Jugend, war Emilia ein Anziehungspunkt bis weit über die Stadt hinaus, aber das würde bald nachlassen. Sobald sie über zwanzig war, würde sich niemand mehr für sie interessieren. Mit zwanzig war eine junge Frau üblicherweise schon Mutter, aber ganz sicher verheiratet. Und wenn nicht, war irgendetwas mit ihr nicht in Ordnung. Sie war hässlich, hatte einen Klumpfuß oder besaß nicht genug Geld, keine große Mitgift, um junge Männer in ihren Bann zu ziehen.
    Der Ball zum Jahres- und Jahrhundertwechsel war nicht der erste Ball, auf den Emilia ging. Schon in ihrem sechzehnten Lebensjahr war sie in die Gesellschaft eingeführt worden. Eine strahlende Debütantin unter anderen strahlenden Debütantinnen in weißen Ballkleidern, die oftmals an der Büste gepolstert waren, weil viele der Mädchen dort noch nicht viel vorzuweisen hatten.
    Die kleinen Brüste wurden hochgeschnürt, dass den Mädchen die Luft wegblieb, und etliche fielen in Ohnmacht. Aber dafür gab es ja Riechsalz. Der scharfe Geruch weckte die in Sessel und Sofas Gesunkenen auf, und bald tanzten sie lachend durch den Saal. Sie waren zu jung, um sich an solchen Kleinigkeiten zu stören.
    Emilia war nicht in Ohnmacht gefallen, obwohl auch ihr schwindlig geworden war. Sie war froh, dass sie sich dieser peinlichen Situation hatte entziehen können. Sie zeigte nicht gern Schwäche. Sie wollte das Leben genießen, tanzen, fröhlich sein.

    Donnerstag, 1. Januar 2015 13:52
  • Öhm … ja. Also … Mich stört als Leserin als erstes, dass es mit einer langen Erzählung beginnt. Mag ich persönlich nicht so wirklich. Eigentlich mal so gar nicht. Nicht in einem Liebesroman.

    Doch, da ich nicht weiß, ob es sich hier um einen soliden Liebesroman handelt, kann es natürlich auch sein, dass der Anfang passt. Es ist ja schließlich eine Geschichte aus dem 1800 - 1900 Jahrhundert, und von Dir ja beabsichtigt, ihn in diesem Stil zu schreiben, wie es damals andere schon getan haben. Somit ist die Geschichte sicherlich für Liebhaber Historischer Romane ein Genuss. Da kann ich nicht so mitreden. Ich kenne die Bücher von Gordon Noah, und weiß, dass sie nichts für mal schnell zwischendurch sind.

    Der Inhalt ist gut. Würde auch in der heutigen Zeit glaube ich nicht viel anders sein. Teenager, egal aus welchem Jahrhundert, machen sich ja gern Gedanken um ihr aussehen. Nur wollen heute die meisten älter aussehen als sie tatsächlich sind, und denken auch mit Sicherheit nicht, dass ihr Leben mit Zwanzig schon vorbei ist. Dass es kein Mann mehr gibt, der sie mit Zweiundzwanzig zu alt findet. Kinder bekommen und heiraten ist ja heute auch schon fast wieder Üblich in diesem Alter.

    Das Innenleben von Emilia ist interessant. Sie kann schon sehr gut Schlechtes und Gutes auseinander halten. Soll heißen: Sie scheint zu wissen, worauf es im Leben ankommen. Das gefällt mir. Sie hat was im Köpfchen, was nie verkehrt ist.
    Sie hat die Träume, wie alle in ihrem Alter. Sie hofft aus ihrem Alltag zu entfliehen. Hofft auf ein Abenteuer. Auf etwas Weltbewegendes, dass ihr Dasein eine Wende gibt. Und zu dieser Zeit spielte die Jahrhundertwende eine noch größere Rolle, als in unsere Zeit der Wechsel ins Jahr 2000. Da kann man für Emilia sicherlich viel Spannung einbauen. Und natürlich eine geheimnisvolle Frau, der sie beim Tanzen begegnet.
    Da muss ich gleich an Aschenputtel und den Prinzen denken. Da dauert es ja auch noch ewig, bis sie sich dann schließlich in den Armen liegen.

    Emilia ist mir aber als Protagonisten zu jung. Ich lese lieber etwas über ältere Frauen, als über Kinder oder Jugendliche. Kurz angeschnitten kein Thema. Aber für einen ganzen Roman … Wohl eher nicht für mich. Aber ich bin nur eine Leserin von viiiielen. ;)

    Freitag, 30. Januar 2015 12:09
  • Ruth Gogoll

    Nanni Permalink

    Scarlett O'Hara ist sechzehn, als Vom Winde verweht beginnt. Am Ende ist sie achtundzwanzig und war dreimal verheiratet, hat drei Kinder, vier Schwangerschaften, von denen eine eine Fehlgeburt war, hat den Krieg überlebt, ihrer Schwägerin und deren Baby das Leben gerettet, einen Soldaten erschossen, ist fast verhungert und hat ihre Plantage durch Einsatz ihres Lebens und Körpers gerettet. Also ich finde nicht, dass sie eine uninteressante Protagonistin ist. ;) Was ihr in dem Buch alles passiert in den zwölf Jahren ist schon hammerhart.

    Der Stil hier ist sehr ähnlich dem von Jane Austen. Ihr Roman »Stolz und Vorurteil« beginnt vergleichbar. Nur habe ich es etwas gestrafft, bei Jane Austen dauert das alles viel länger, bis mal etwas klar wird. Dennoch bin ich immer wieder überrascht, wie Jane Austen, die damals selbst noch ein junges Mädchen war, schon in jungen Jahren gedacht hat, wie viel Intelligenz und Esprit (dafür gibt es gar kein Wort im Deutschen) aus dem spricht, was sie schreibt. Wie erwachsen im Gegensatz zu vielen Jugendlichen heute die Menschen damals sein mussten. Insbesondere die Frauen, die eben schon mit zwanzig als alte Jungfer galten. Die heiraten mussten, ob sie wollten oder nicht.

    Ich finde es interessant, wie sich die Stilvorstellungen geändert haben. Wenn man heutzutage Bücher schreibt, ist es wichtig zu wissen, wie früher Bücher geschrieben wurden, auch um sich selbst, einen eigenen Stil entwickeln zu können. Wenn man nie Goethe oder Jane Austen gelesen hat, kann man auch schreiben, aber ich denke, wenn man so viele Vorbilder aus früheren Jahrhunderten gelesen hat wie möglich, kann man besser schreiben.

    Wir betrachten diese Dinge ja nicht als Leserinnen. Wir sind Autorinnen. Und unsere Vorbilder zu kennen gehört quasi zur Ausbildung. Auch wenn man sie sich nicht als Vorbilder nimmt.

    Freitag, 30. Januar 2015 12:35
  • Scarlett ist ja auch Scarlett. :) Mit ihr kann niemand mithalten. Sie ist einzigartig. ;)

    Aber ich weiß, was Du meinst. Es war nur der Anfang von Emilia. Sicher kann da eine Menge mit ihr passieren, und sie kann auch eine Menge erleben. Da gebe ich Dir recht.

    Interessant ist die Zeit auf alle Fälle. Diese Zeit gefällt mir sogar besser als die Heute. Sie war so schön "ruhig". ;)

    Ob man besser oder schlechter schreibt, wenn man alte Bücher kennt, weiß ich nicht. Bin ich mir nicht sicher. Muss man alles gelesen haben, um gut zu schreiben? Wen hatte Goethe, Austen und Shakespeare als Vorbilder, um so gut und einzigartig zu schreiben?

    Freitag, 30. Januar 2015 14:23
  • Ruth Gogoll

    Nanni Permalink

    Scarlett ist zumindest eine einzigartige Zicke. ;) Es gibt viele faszinierende Figuren, die durchaus mit ihr mithalten können, sogar besser sind als sie, aber jeder kennt Scarlett zumindest aus den Filmen, und somit kann man sich gut auf sie beziehen.

    Goethe, Austen und Shakespeare hatten die griechischen Autoren als Vorbilder. Sie sind ja der Ursprung zumindest der europäischen Literatur, bei den Chinesen und Ägyptern waren es wieder andere Vorbilder. Und ein Vorbild ist natürlich die Bibel. Sie enthält eine Menge Geschichten, und sehr viele davon sind gut geschrieben. Irgendwann davor wurden diese Geschichten nur mündlich überliefert, das ist der Ursprung alles Geschichtenerzählens, der schon sehr, sehr alt ist. Und selbstverständlich hat sich der Erzählstil in dieser Zeit und auch abhängig von der Kultur (Afrika, Europa, China usw.) gewandelt.

    Man kann sich immer verbessern, und je mehr man gelesen hat, desto mehr hat man gelernt. Man nimmt von allem etwas mit. Gerade letztens habe ich wieder einmal angefangen, den Faust von Goethe zu lesen, und ich habe mich schlappgelacht. Das ist so lustig. Und soooo gut!

    Es bleibt immer etwas hängen von dem, was man gelesen hat, und das bildet dann den eigenen Stil. Ich habe so ziemlich alles gelesen, was es gibt, Tausende von Büchern aus den verschiedensten Epochen, und ich merke immer wieder, wie das manchmal zuschlägt. Plötzlich kommen mir Formulierungen in den Sinn, die nicht sehr modern sind, weil sie z.B. aus dem 16. Jahrhundert stammen, aber es macht mir Spaß, so mit Sprache herumzuspielen. Das schreibe ich nicht in meine Bücher, die sollen ja moderne Sprache enthalten, aber es ist irgendwie im Hintergrund.

    Es ist ja nicht nur die Sprache, es ist das Wissen darüber, was vor Hunderten von Jahren war, wie die Menschen gelebt haben, was sich verändert hat. Geschichte war schon immer eines meiner Lieblingsfächer in der Schule. Es ist mir manchmal unvorstellbar, dass es Geschichten aus dem Mittelalter gibt, in denen im Grunde genommen ganz ähnliche Themen behandelt werden wie heute. Was ist das Thema in den Nibelungen? Eben. Könnte genauso gut heute spielen.

    Und obwohl die Menschen anscheinend immer noch ihren Vorfahren von vor Hunderten von Jahren ähneln, haben sie sich doch auch extrem weiterentwickelt. Darüber nachzudenken finde ich ungeheuer spannend. Und Literatur aus Jahrhunderten weit vor unserem zeigt so viel. Es ist gut, dass wir diese Entwicklung verfolgen können. Wir alle leben als Ergebnis dieser Entwicklungen. Wir sind nicht heute oder bei unserer Geburt in die Welt gefallen, sondern es gab schon so vieles vor uns, das Einfluss auf uns hatte, Geschriebenes und Ungeschriebenes.

    Deshalb sagte ich auch, die Idee des Gattenmordes aus Julis Anfang war schon tausendmal da. Das gab es schon sehr oft, u.a. eben auch im Nibelungenlied. Siegfried wird ermordet, und seine Gattin Kriemhild nimmt blutige Rache. Ein richtiger Thriller. ;)

    Ebenso gab es die falsche Beschuldigung schon damals und schon viel früher. Das ist ein Urthema. Auch falsche Verurteilungen. Leute, die für etwas hingerichtet wurden, das sie nicht getan haben. Alles uralt.

    Und trotzdem nehmen wir diese Themen immer wieder auf. Sie interessieren uns, egal zu welcher Zeit. Man kann sich gar nicht vorstellen, dass es diese Themen einmal nicht mehr geben sollte. Menschliche Schwächen sind der Katalysator jeder Geschichte.

    Freitag, 30. Januar 2015 15:10
  • Danke für die ausführliche Erklärung. :)

    Sicher wiederholt sich alles. Egal was ... (Leider auch Fehler über Fehler die der Mensch macht, ohne aus ihnen zu lernen.) ... Bücher. Ideen. Die Mode. Aber man muss nicht alles kennen, oder gelesen haben, um gut zu sein.
    Schön wenn man das alles gelesen hat. Die Interesse scheint da bei Dir sehr groß zu sein. Was ja auch absolut in Ordnung ist. Ich mag Menschen die Ahnung haben und nicht auf den Kopf gefallen sind. Die sich für etwas interessieren und dabei bleiben. Aber es ist nicht unbedingt Voraussetzung um gut zu schreiben.
    Das alles zu lesen dauert ja auch seine Zeit. Mitunter Jaaahre. ;) Und ich bin doch noch sooooo jung … *lächel* Wehe wer sich da traut etwas anderes zu behaupten.

    Geschichte ist an sich immer sehr interessant, auch für mich. Es geht um das Leben aller Menschen. Wie, und was sich überliefert hat kann man nicht immer 1 zu 1 nachvollziehen, der Mensch neigt ja gerne dazu abzuschweifen, oder etwas hinzu zu dichten und der Gleichen. Deshalb sollte man auch nicht aufhören zu hinterfragen und Fragen zu stellen. So kommuniziert man ja auch miteinander, als wenn einem alles egal ist, oder man einfach alles glaubt, was einem erzählt wird. Immer selbst noch mit Köpfen dran bleiben. ;)
    Supi! Und danke nochmal.

    So. Ich muss jetzt Schneeschippen. Das habe ich mit den Menschen von früher bestimmt auch gemein. Vllt. kommt eine Kutsche vorbei, in der meine Traumfrau sitzt. :) Wer nicht Schnee schippt kann es nicht wissen.

    Ich komme meine holde Maid … Aber wahrscheinlich bleibt mir wieder nur der Gaul … *schnute verzieh*

    Freitag, 30. Januar 2015 17:12
  • Ruth Gogoll

    Nanni Permalink

    Nein, man muss nicht alles gelesen haben. Man kann ein Buch schreiben, ohne auch nur ein einziges Buch gelesen zu haben. Aber beim Schreiben schöpft man – es geht gar nicht anders – aus seiner Erfahrung. Und dazu gehören Dinge, die man tatsächlich erlebt hat, genauso wie Dinge, die man nur gelesen oder gehört hat. Oftmals vermischt sich das ja auch. Man weiß manchmal gar nicht mehr, hat man das tatsächlich selbst erlebt oder hat es einem jemand erzählt, mündlich oder schriftlich?

    Besonders als Kind ist das imaginäre Denken ein Bestandteil unseres Seins, der erste Schritt weg vom Konkreten zum Abstrakten. Kinder erschaffen sich imaginäre Freunde, ganze imaginäre Welten und leben darin. Für das Kind sind diese Welten jedoch genauso real wie die Wirklichkeit. Ein wenig von dieser Kindlichkeit muss man sich beim Schreiben bewahren, damit man gute Geschichten erfinden kann. Auch wenn man sich dessen bewusst ist, dass es eine Erfindung ist.

    Kinder beschäftigen sich mit dem Imaginären, bevor sie überhaupt lesen lernen. Es ist ein Teil unserer Phantasie, die nicht davon abhängt, ob wir Bücher lesen. Aber Bücher können einen in Welten entführen, die man sich selbst nicht ausdenken kann. Sie können unsere Erfahrung in einem Maß erweitern, wie wir es durch eigene Erfahrung niemals erreichen können. In der Phantasie können wir Orte besuchen und Reisen unternehmen, für die unsere ganze Lebenszeit nicht ausreichen würde.

    Und jede Erfahrung erweitert den Horizont. Aus jeder Erfahrung lernen wir. Meine ganze Kindheit war ausgefüllt mit Erfahrungen aus Büchern. Ich hatte kein Pferd, aber ich konnte Geschichten über Pferde lesen, bei denen ich ganz in dieser Welt versank, und es war für mich, als ob ich das selbst erlebte. Ebenso wünschte ich mir einen Hund, hatte lange Zeit keinen und las Bücher über Lassie oder andere Hunde, bei denen ich mich fühlte, als wäre ich dabei.

    Ich las und las und las. Ich weiß nicht, wie mein Leben verlaufen wäre, wenn ich nicht so viel gelesen hätte. Ich reiste jeden Tag um die ganze Welt und durch viele Zeiten, ohne mich von der Couch zu erheben. Ich finde das heute noch ein wunderbares Gefühl.

    Samstag, 31. Januar 2015 7:08
  • Da gebe ich Dir absolut recht. Das stimmt, dass die eigenen Erfahrungen mit einfließen.
    Wer nicht schon mal geweint hat, weiß nicht, wie sich Tränen anfühlen.
    Wer noch niemand zu Grabe getragen hat, weiß nicht, wie schmerzlich Verlust sein kann.
    Wer noch nie gelacht hat, weiß nicht, wie befreiend Lachen sein kann.
    Und und und …

    Lebenserfahrungen spielen eine große Rolle. Es sind meist die eigenen Gefühle, die dort zu Tage kommen, die sich an die Oberfläche hinaus graben beim Schreiben, wenn man eine Szene emotional schreibt. Es ist bestimmt um einiges schwerer, wenn man noch keine all so vielen Erfahrungen im Leben gemacht hat. Wobei ich niemanden manche Erfahrungen wünschen würde. Manche Erfahrungen würde ich sofort mit Handkuss zurück geben.

    Ich kenne das auch nur zu gut. Ich nehme sehr viel auf. An manchen Tagen, wie ein Schwamm. Und über die Jahre vermischt sich alles. Da kann ich auch nicht mehr sagen, dass kommt von dort, dass hat der oder die gesagt, dass habe ich dort, oder hier gelesen …

    Kindsein ist was Tolles. Bei ihnen ist die Fantasie wirklich noch grenzenlos. Absolut faszinierend. Und wenn man ihnen mit Büchern den Horizont noch mehr erweitern kann, ist das eine tolle Grundbasis fürs Leben. Und natürlich für das Schreiben.
    Leider löst sich vieles durch das Erwachsen werden auf. Dabei hätte ich sooo gerne meinen imaginären Freund zurück. *schnief*

    Auf alle Fälle sollte man etwas Kindlichkeit behalten. Ich hasse stur gerade Erwachsene, die kein Fünkchen Kindsein mehr in sich tragen. Deren Herzen sind auf dem Weg zu versteinern. Sie tragen eine Maske im Gesicht, die mehr als hässlich und gruselig ist. Deren Stimmen beben vor Arroganz, und ihr Handeln trieft nur so vor Überheblichkeit.

    Ich bin mit vielen Tieren, aller Art aufgewachsen. Dazu noch in einer Umgebung, in der die Natur, Natur war. Man musste erst einmal zwei Kilometer laufen, bevor man in den Bus steigen konnte. Meine Fantasie war grenzenlos. Meine Welten unerreichbar für andere. Bis einen das Leben einholt.
    Man sieht die Welt, wie sie wirklich ist. Wie Menschen sein können und die Gesellschaft. Es wird laut. Es wird hektisch. Jeder will besser als der andere sein. Schöner, schlauer, reicher …

    Na ja. Es ist wie es ist. Man muss nur das Beste daraus machen und sich nicht untergekriegten lassen. Schwer, und man muss aufpassen selbst dabei nicht auf der Strecke zu bleiben, oder so zu werden wie alle anderen. Doch bloß nicht untergehen. Immer weiter schwimmen. Es wird schon eine rettende Insel kommen, an der man sich etwas ausruhen kann. ;)

    Da hast Du ja eine Couch, wie andere fliegende Betten haben. :)

    Und das stimmt: Es bleibt wirklich immer etwas hängen, was man gelesen hat.
    Ich konnte zum Beispiel nie gut schreiben. Also ich meine jetzt die schöne deutsche Rechtschreibung, die da ja so gut wie überhaupt nicht ausführlich ist. Meine Schreibschwäche wurde erst dadurch besser, (ich werde dennoch nie wirklich fehlerlos schreiben können) als ich mich intensiv mit dem Lesen und Schreiben beschäftigt habe. Ich konnte zwar immer sehr gut lesen, aber schreiben? Nee. Man kann ja auch sehr schön lesen, ohne genau hinzuschauen. Das Gehirn macht das so schon echt klasse. :)

    Ebenfalls Dankeschön! Unbezahlbar ist immer gut. (Wenn ich jetzt mein Gesicht in den Schnee halten würde, wäre der Schnee innerhalb kürzester Zeit geschmolzen, so heiße rote Bäckchen habe ich.)

    Samstag, 31. Januar 2015 12:47
  • Barbara

    Nanni Permalink

    Hallo Nanni! Danke für deinen Humor... Ich hab hier noch nicht so viele Kommentare von dir gelesen, ohne dass ich mir ab manchen Sätzen fast ein Loch in den Bauch gelacht habe... Das ist echt ein Aufsteller und so wunderbar:) Wollte ich nur mal sagen.
    Dann schipp mal schön Schnee... solange du noch zur Tür heraus kommst...
    Du weisst ja: Wenn du zu lange wartest, kommt die ganze Ladung Schnee ins Haus rein... oder du kriegst die Tür nicht mehr auf. Viel Spass beim Kampf gegen die Schneeflöckchen;)... ein, zwei, drei... Du schaffst das schon:)
    Und immer schön bei der Sache bleiben... nicht zu viel in der Gegend herum gucken... von wegen Gaul

    Freitag, 30. Januar 2015 17:35
  • Hallo Barbara,

    von wegen „Schneeflöckchen“, ts. Das waren gemeine, ausgewachsene Monsterflocken. Die, wenn man nicht Obacht gibt, einen anfallen und zu Boden katapultieren. Au!
    Auch Dir herzlich Dank für Deine Rückmeldung. Ich konnte nämlich meinen Humor tatsächlich eine Zeitlang nicht finden. Er hatte sich versteckt und geschmollt. Doch scheint er sich nun langsam wieder zu zeigen, der kleine Schelm. ;)

    Samstag, 31. Januar 2015 12:35
  • Barbara

    Nanni Permalink

    Was fällt dir eigentlich ein, deine Monsterschneeflocken zu mir zu schicken;) Ich krieg die Tür kaum noch auf;)
    Liebe Nanni: Ich würde mich sehr freuen, wenn du an deiner Geschichte 'Auf der Flucht' weiterschreiben würdest... mit deinem ganz speziellen - und wie Ruth schon geschrieben hat - unbezahlbaren Humor. Ich wünsche dir, dass der kleine Schelm bald in seiner ganzen Grösse zurückkehrt;):)
    Ich stell schon mal die Lach-Notfalltropfen bereit.

    Sonntag, 1. Februar 2015 16:35
  • Die Monsterflocken mussten hier für neue Megamonsterflocken weichen. ;)
    Na dahoffe ich mal, dass ich nicht enttäusche mit meinem neuen Schreiben. Ich hoffe wirklich sehr, dass ich wieder rein finde. Danke! Und ganz liebe Grüße zu Dir.

    Sonntag, 1. Februar 2015 19:26
  • Nanni Nanni Nanni.
    Hier geht es doch nicht um Enttäuschung, sondern einfach darum, dass wir uns am Geschriebenen erfreuen. Ein Freund von mir sagt immer: Es gibt keine schlechte Kritik, es gibt nur schlechte Kritiker. Und die habe ich bisher hier noch nicht gesehen.
    Ich bin normalerweise jemand, die bei was negativem schnell den Kopf in den Sand steckt, aber hier bei Elles habe ich dieses Gefühl nicht, sondern ich erfreue mich am Schreiben und sogar daran, wenn ich sehe wie es besser gemacht werden kann. Und wenn jemand besser ist als ich, habe ich normalerweise ganz große Probleme damit.
    Aber hier werden einfach immer wieder die richtigen Worte gefunden um mich weitermachen zu lassen. :) Also lass uns einfach zusammen Spaß haben und lernen, okay Nanni? ;):D

    Sonntag, 1. Februar 2015 19:32
  • Nanni

    Juli Permalink

    Ich habe keine Probleme, wenn jemand besser ist als ich. Aber ich hatte stark daran zu kauen, wie verändert meine Geschichte letztendlich im Buch erschien. Das war aber auch deswegen, weil ich nicht wusste was auf mich zu kommt. Ich bin sehr naiv ans Schreiben gegangen. Kannte mich Null aus. Und ein Fehler von mir war, dass ich aufgehört habe Fragen zu stellen. Letztendlich war schon alles von mir, nicht alles, Frau Lektorin hatte auch ihre Arbeit, und dass auch nicht zu wenig, aber es wurde eben verschoben und gedreht, dass ich erst einmal schlucken musste. Ich verstand es nicht.

    Aber mit der Zeit, vor allen im den letzten Monaten habe ich dann eingesehen, dass es wohl am Anfang so ist. Ich bin ein absolutes Greenhorn und war überrascht, was ein Profi letztendlich daraus macht. Was mich ja auch freut. :) Meine Freude musste leider nur etwas warten.

    In den letzten zwei Jahren war alles und jeder nur schwarz grau. Ich habe alles über eine Schiene gezogen. Das darf man nicht. Aber ohne Kommunikation ist es halt auch schwer, alles richtig zu stellen. Aber nun beginnt eine neue Ära in the el!eshouse ...

    Handwerk dauert eben seine Jahre. Ich würde am liebsten immer alles sofort können. Ich bin da manchmal einfach zu ungeduldig. :( Autofahren kann man ja auch nicht gleich, nur weil man den Führerschein hat. Es dauert mitunter Jahre es zu lernen. Man muss die verschiedenen Jahreszeiten, die dort herrschenden Wetterverhältnisse kennenlernen.

    Ich möchte hier also jetzt noch mal klarstellen, dass el!es mir sehr geholfen hat. Im Nachhinein sogar mehr, als ich sagen kann. (nachdem ich geflucht, geweint und geschrien habe. Frau eben! Frauen und ihre Emotionen, ts. Da können Szenen entstehen, die fallen einem nicht mal beim Schreiben ein. :) ) Und nein, es waren nicht die Wechseljahre. ;) Oha, wehe wenn die eintreten. Dann heißt es aber: Beine in die Hände nehmen und flitzen. *frech grins*

    Und wenn ich meine Geschichte hier lese, auf der Flucht …; dann merke ich, dass da noch eine Menge Überarbeitung auf mich wartet. All die Fehler. *trauriges Kopfschütteln* Aber zum Glück erkenne ich sie ja schon mal. :)
    Doch danke der Hilfe von el!es, die mir hin und wieder meine GANZ groben Fehler ausbügeln, sehen sie nicht mehr all so schlimmer aus, die Fehler meine ich. ;) Ich muss eben auch lernen Hilfe anzunehmen.

    Montag, 2. Februar 2015 13:22
  • Barbara

    Nanni Permalink

    @Nanni: Danke für deinen Beitrag.
    Ich wollte dir schon lange mal Danke sagen. Weisst du eigentlich, dass du einen grossen Anteil daran hast, dass ich mich hier so wohl fühle. Dein Humor, der ist echt ein Geschenk Gottes... und auch so vieles mehr.
    Als ich hier meine ersten Texte eingestellt habe und die Kritik erhalten hab, ging es mir zeitweise nicht so gut. Aber auch mir hat el!es (Ruth, du und andere) echt geholfen.
    Ich erinnere mich an einen Kommentar, ich glaube von dir. Korrigiere mich, wenn ich jetzt falsch liege. Du hast Ruth mal schreiend hinter einem Schreibtisch gesehen und Albträume gehabt?? Ich auch!! Aber ich bin echt glücklich, dass ich diese schlimme Zeit irgendwie überstanden habe. (Die Chefin drückt jetzt hoffentlich beide Augen zu, wenn sie das liest) Ich weiss ja, dass die Kritik voll voll berechtigt war und auch sein musste;))
    Ich hab das eine oder andere von deinen früheren Kommentaren gelesen und dachte immer: Wow, du bist echt taff und schlägst dich wacker durch. Hat mir echt gefallen. Du schaffst alles!!! Glaub an dich und an das, was werden soll!!!;)

    @Ruth: Ich mag mich noch gut an einen deiner Kommentare erinnern, als du mir ziemlich unsanft die Augen geöffnet hast. Aber: Du hast definitiv den Ehrgeiz in mir geweckt. Ein grosses Kompliment an dich. Das schaffen nicht viele... Ich hoffe, du verstehst das richtig... Ich weiss, dass ich noch viel lernen muss, aber es ist wunderbar hier, und ich finde es echt schön, dass ich mir auch so einen kleinen Scherz, wie mit meinem Text von heute Morgen mal erlauben darf.:)

    Montag, 2. Februar 2015 19:36
  • Ui. Ich tue mich mit Komplimenten echt schwer. Herzlichen Dank, Barbara. Ich möchte zwar am liebsten gleich fort laufen, aber ich muss eben auch lernen, dass ich Komplimente aushalte. Habe ganz rote Wangen. Zum Glück sieht mich niemand. :)

    Als Gott mich erschuf, hat er gelacht. Und was soll ich sagen, er lacht immer noch. Aber weniger wegen meinem Humor. Aber er ist Ordnung. Schätze ich. Bin ja froh dass er ihn mir anvertraut hat, den Humor. Das mit dem anderen macht mich gerade Sprachlos. Was soll das sein? Nein! Bitte nicht Antworten. Ich kann damit so schlecht umgehen und fühle mich dann ganz komisch. Aber es baut mich schon was auf, dass muss ich gestehen. *schüchtern lach*
    Dein Kommentar zu lesen tut mir gerade wirklich gut. Danke! Ich drück Dich jetzt einfach mal. ( ) :) Okay. Oookayyyy ... Du kannst loslassen. *lach*

    Ich brauche Dich nicht zu korrigieren. Das mit dem Kommentar hast Du ganz richtig gelesen. Das ist aber schon laaange her. Deine Alpträume kann ich gut nachvollziehen. Hallo Ruth. *wink* Gut schauste aus. :) Nein, nein … ich meine doch, Du siehst gut aus. Mit nein nein meine ich, dass Du, Barbara, keine Angst haben brauchst. Sie schreit nicht immer. :) Und auch nicht immer hinter dem Schreibtisch. ;)
    Ich hatte einen Alptraum, in dem Ruth mich anschrie. Sie stand als Ersatz für eine Lehrerin. Die mich auch gerne mal schlug, wenn ich zu langsam war. Dabei wollte ich nur odentlich schreiben. Was ich dann aber mit der Zeit einfach sein ließ. Stur wie ich bin. Damals waren die Zeiten noch anders. Meine Schulzeit war nicht gerade die Schönste. Ich bin irgendwie immer einen anderen Weg gelaufen, als meine Lehrer mir vorgaben. Aber sonst wäre ich auch nicht ich. :D

    Ja. Es war hier eine harte Zeit. Aber auch mit die Schönste, die ich bei el!es erleben durfte. 2010/2011 waren mit unter die schönsten Jahre hier für mich. Würde jetzt zu ausführlich werden, wenn ich da jetzt anfange auszuholen. Aber el!es war mir damals eine echte Stütze. Hat mich aus meinem Dornröschenschlaf geweckt. Nicht dass ich Dornröschen wäre. Ich sehe nur so aus. Ich meine jetzt so müde wie die Menschen, die 100 Jahre geschlafen haben. :D
    Ich nehme mir Deine Worte sehr zu Herzen. Lieben Dank. Und ich werde nicht aufgeben. Versprochen. Ich werde wieder taff werden. Jawohl!
    Himmel, habe ich jetzt heiße Ohren. :)

    Montag, 2. Februar 2015 20:21
  • Barbara

    Nanni Permalink

    Vielen Dank, Nanni.
    Hey... irgendwo hab ich gelesen, dass dir noch 10'000 Wörter für deine neue Geschichte fehlen. Wer weiss... Ich wünsche dir ganz viele, viele gute und schreibwütige Tage und vielleicht passt es plötzlich doch noch;) Sag niemals nie...
    Euch allen einen schönen Tag!

    Dienstag, 3. Februar 2015 6:03
  • Ruth Gogoll

    Nanni Permalink

    Was witzig ist: Das Lektorat hat gar nicht so viel verändert, wie Du dann meintest. Ich kann mich noch erinnern, wie Du Frau Schilling gesagt hast, sie hätte das so toll gemacht mit den Sternbildern, und sie war völlig baff, weil sie nicht die geringste Ahnung von Sternbildern hat und nur das genommen hat, was Du geschrieben hattest. Sie hat Fehler ausgebügelt, mal den Satzbau umgestellt, Wiederholungen gestrichen, auch mal einen Satz hinzugeschrieben, wenn eine Information fehlte, aber letztendlich war das alles von Dir. Du wusstest aber anscheinend gar nicht mehr, dass Du das geschrieben hattest. :) Oder hast es nicht mehr erkannt, nur weil der Satzbau ein bisschen anders war.

    Dass Du das Buch geschrieben hast, ohne viel nachzudenken, das war schon zu merken. Aber es war trotzdem ein gutes Buch, eine gute Geschichte. Das Lektorat hat eben die Fehler verbessert, das ist die Aufgabe eines Lektorats. Sonst könnte ja jeder einfach so ein Buch schreiben. :)

    Montag, 2. Februar 2015 14:24
  • Die Sterndeutung ist von mir. Das stimmt. Aber ich weiß worauf Du ansprichst. Ich habe zu der Zeit so viel geschrieben, ich hatte so viele Baustellen, da kann es natürlich schon sein, dass ich es nicht mehr genau wusste, was ich wo, wie schrieb.

    Frau Schilling hat wirklich gute Arbeit geleistet. Ich vergesse nur eben sehr schnell. Was ich mir früher alles behalten habe, geht heute in Sekunden flüchten. Es las sich wirklich anders. Aber ich lese meine Geschichten ja nicht ständig rauf und runter, und so weiß ich wirklich nicht, was ich wie davor geschrieben hatte. Die eigenen Geschichten, so gut sie vllt auch sein mögen, langweilen einen ja selbst irgendwann. Na ja langweilen ist jetzt auch das falsche Wort. Man will eben weiter komen und irgendwann zum Schluss, da ja wieder neue Geschichten im Kopf warten. Ihr wisst bestimmt was ich meine. :)

    Ich lasse mich jedenfall nicht mehr von anderen verunsichern. Nächstes Mal halte ich mein Bild fest. So. Und was interessiert uns was noch gestern war. Schauen wir doch lieber nach vorne. :)

    Bei meinem nächster Roman, da gebe ich mein Wort, habe ich mehr mitgedacht. Echt! Ich habe dazu gelernt. *stolz wie Oscar* Er wird zwar nicht fertig werden bis zum LLP, mir fehlt noch der Schluss von 10 000 Wörtern … aber dafür, dass ich wirklich nicht mehr schreiben wollte, ist das auch nicht so wichtig. Sich Zeit nehmen ist alles. :)

    Und jetzt schreibe ich erst einmal hier weiter, um wieder rein zukommen. Ich muss schauen, dass ich eine Baustelle nach der anderen abbaue. Schließlich hat man mit einer Geschichte schon eine Menge Arbeit. Und schreiben ist eben wirklich kein Zuckerschlecken.

    Montag, 2. Februar 2015 17:43
  • Oh man. Jetzt hab ich gestern mein gesamtes Taschengeld für elles Bücher auf den Kopf gehauen und das von Dir Nanni (ich hoffe ich darf ich duzen) natürlich nicht genommen. Dabei steht es auf meiner Liste (Ich hab eine Liste mit allen Büchern aus dem elles Verlag die ich noch haben möchte). Aber im März gibt es wieder Taschengeld. Dann kann ich es lesen.

    Montag, 2. Februar 2015 18:24
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