Wie schreibt man einen Liebesroman? (Teil 1)

Da die Frage nach der Schreibwerkstatt in Buchform gestellt wurde, hier der Anfang dieses Buches. Das es noch nicht gibt, aber wahrscheinlich geben wird (wenn ich es schaffe, die Schreibwerkstatt hier unterzubringen wink).

 

Einleitung

Zuerst einmal: Es gibt viele verschiedene Sub-Genres im Bereich des Liebesromans. Das ist für den Anfang sehr verwirrend. Für mich persönlich gab es diese Genrediskussion nie, ich wollte immer etwas schreiben, das im Hier und Jetzt spielt. Deshalb befasst sich dieser Ratgeber auch ausschließlich damit, was im Liebesromanbereich Contemporary heißt, also Gegenwartsliebesroman. Hinzufügen könnte ich als Untereinteilung höchstens noch: mit oder ohne Sex.

Oftmals wird für Sex „Erotik“ eingesetzt, aber ich finde, das ist nicht die richtige Wortwahl. Jeder Liebesroman, auch wenn er keine explizit erotischen Szenen enthält, sollte erotisch sein. Gemeint ist damit, dass es unmöglich ist, nichts Erotisches zu fühlen, wenn man sich in einen Menschen verliebt. Einen Liebesroman ganz ohne erotische Anklänge zu schreiben, ist also ebenfalls unmöglich, wenn man dieses Gefühl des Verliebtseins einigermaßen angemessen wiedergeben will.

Einen Liebesroman ohne expliziten Sex zu schreiben hingegen ist sehr gut möglich. Sei es, weil man es nicht mag, diese intimen Details so ausführlich zu beschreiben, sei es, dass man die genauen Einzelheiten lieber der Phantasie der Leserin überlassen möchte, damit sie die vorgegebene Situation selbst mit den Details füllen kann, die sie am erotischsten findet, ohne dabei von der Autorin bevormundet zu werden.

Liebesromane sind mit sehr, sehr großem Abstand die meistverkauften Bücher im Bereich der Romanliteratur. Wenn man einen Liebesroman schreibt, kann man also davon ausgehen, dass man etwas schreibt, wofür es ein großes Publikum gibt. Und dieses Publikum besteht zum allergrößten Teil aus Frauen. Das heißt, wir müssen uns als Liebesromanautorinnen keine Gedanken um „den Leser“ machen. Wir werden nur sehr wenige Leser haben, dafür aber eine Menge Leserinnen.

Diese Leserinnen haben gewisse Erwartungen, die durch die Unmengen an Liebesromanen, die es bereits gibt, geschult sind. Das ist eine zweite Sache, über die wir uns als Liebesromanautorinnen im Klaren sein müssen: Wir schreiben kein Werk, dessen Idee neu ist, dessen Plot noch nie in irgendeinem Buch zu finden war, für das wir uns als große Genies rühmen können.

Wir können nichtsdestotrotz großartige Schriftstellerinnen sein, aber Originalität können wir für unsere Werke nicht in Anspruch nehmen. Wir schreiben Unterhaltungsliteratur – oder um es noch klarer auszudrücken: Gebrauchsliteratur.

Also vergessen Sie gleich von Anfang an den Genie-Ansatz und alle Überlegungen, dass Sie jetzt eine originelle Geschichte erfinden müssen, die es noch nie zuvor gegeben hat.

Das müssen Sie nicht. Sie müssen nur so gut schreiben, wie Sie können, um die Leserinnen zu unterhalten.

Geben Sie den Leserinnen das, was sie suchen, und sie werden Ihr Buch kaufen. So einfach ist das.

Eine gute Voraussetzung dafür, den Leserinnen das zu geben, was sie suchen, ist, selbst so viele Liebesromane wie möglich gelesen zu haben. Es ist immer am besten, wenn man das Genre in- und auswendig kennt, für das man schreiben möchte.

Aber reicht es, eine hingebungsvolle Liebesromanleserin zu sein, um eine hervorragende Liebesromanautorin werden zu können?

Nein. Definitiv nicht.

Denn wovon alles abhängt, ist das Handwerk des Schreibens, für das ich nun schon mein halbes Leben lang so nachdrücklich werbe. Das Handwerk, überhaupt einen Roman schreiben zu können, wozu dann noch die Anforderungen kommen, die speziell auf Liebesromane bezogen sind: Gefühle so zu beschreiben, dass die Leserin meint, sie selbst zu erleben, wenn sie das Buch liest.

Das ist alles, worum es geht. Liebesromane handeln von Gefühlen, alles andere ist Beiwerk. Es geht um die große Liebe, um das, was uns im tiefsten Inneren berührt.

Diese Berührung sollte die Leserin spüren, wenn sie die Seiten Ihres Buches umschlägt – schneller und schneller, weil sie wissen will, wie es weitergeht.

Wenn Sie das schaffen, werden Sie Erfolg haben.

Einiges an Hinweisen, wie Sie es schaffen können, finden Sie in diesem Buch. Was Sie daraus machen, wird immer Ihre individuelle Art sein, ein Buch zu schreiben.

Handwerk bedeutet nicht, einen Baukasten zu haben, den man einfach nur zusammensetzen kann. Handwerk bedeutet, sich einen Rahmen zu schaffen, den man mit den eigenen Ideen – und noch viel wichtiger: mit den eigenen Gefühlen – füllt.

So wird jedes Buch, so sehr es auch dem Schema entsprechen mag, zu einem ganz besonderen Buch, das Ihre Handschrift trägt.

 

1 Allgemeines

Meines Erachtens kann man nicht zwischen Tür und Angel schreiben. Selbst wenn Sie ein Mensch sind, der sich gut konzentrieren kann, den das klingelnde Telefon oder ständige Unruhe durch hin- und herlaufende Personen nicht stören, sollten Sie sich überlegen, wo Sie schreiben wollen.

Ein Arbeitszimmer ist gut, aber es kann auch eine Wiese sein, eine Bank im Park, ein Café. Nur sollte es ein Platz sein, an dem Sie Ihre Inspiration fließen lassen können. Wir müssen keine Genies sein, um Inspirationen zu brauchen und zu haben. Wenn die Muse uns nicht küsst, geht gar nichts.

Also schaffen Sie die Voraussetzungen dafür, dass die Muse Sie küssen kann. Geben Sie ihr die Möglichkeit, sich bei Ihnen wie ein ständiger Gast einzunisten, vielleicht sogar zur guten Freundin zu werden. Bereiten Sie ihr einen Empfang, wie er einem Menschen, von dem Sie Inspiration erwarten, ebenfalls gebühren würde.

Wenn Sie sich also irgendwo niedergelassen haben und Ihre Muse auf eine Tasse Kaffee vorbeigekommen ist, denken Sie darüber nach, wie Sie gemeinsam die Heldin Ihres Liebesromans gestalten wollen.

Schon Sol Stein sagt in seinem klassischen Ratgeber Über das Schreiben, dass jede Geschichte mit den Figuren steht und fällt, insbesondere mit der Hauptfigur.

Dennoch kümmern sich viele Autorinnen nicht genug darum, dass diese Hauptfigur das Buch auch tragen kann. Vielleicht, weil – vor allem, wenn man Anfängerin im Schreiben ist – die Hauptfigur oft ein Alter Ego des eigenen Selbst ist. Man schreibt also eigentlich sein eigenes Leben auf, mit einigen Abwandlungen, die man sich wünscht, wie z.B. die Frau seines Lebens zu treffen und mit ihr glücklich zu werden.

Das ist ein guter Anfang, um zu üben, aber es ist bei Weitem nicht genug, um gute Liebesromane zu schreiben, die die Leserin mitreißen. Die Leserin möchte nämlich nicht über Sie lesen – selbst, wenn Sie ihre beste Freundin sind –, sondern die Leserin möchte sich selbst in Ihrem Buch wiederfinden, ihre eigenen Wünsche und Hoffnungen. Und sie möchte sie am Schluss des Buches erfüllt bekommen.

Denken Sie also daran, wenn Sie schreiben: Es geht nicht um Sie. Es geht um die Leserin.

Die Heldin Ihres Romans sollte all das widerspiegeln, was Sie und die Leserin sich von einer Frau wünschen:

  1. Sie sollte sympathisch sein.
  2. Sie sollte stark sein.
  3. Sie sollte intelligent sein.
  4. Sie sollte attraktiv sein.
  5. Sie muss eine verletzliche Seite haben, damit wir mit ihr mitfühlen können.

Fazit: Sie muss eine interessante und bewundernswerte Frau sein, mit der die Leserin sich gern identifiziert.

Für einen Liebesroman ist es sehr wichtig, dass die Leserin sich mit der Hauptperson identifizieren kann, denn nur dann wird der Leserin die Liebesgeschichte wie ihre eigene erscheinen und ihre Erwartungen erfüllen.

Die Heldin des Romans wiederum muss sich dann in eine Person verlieben, in die wir uns als Leserinnen ebenfalls verlieben könnten. Also muss auch diese andere Person gewisse Merkmale haben, die uns liebenswert erscheinen. Wenn die Heldin des Romans sich verliebt, müssen wir nachvollziehen können, warum sie das tut, wir müssen uns selbst in den Love Interest, wie es so schön auf Englisch heißt, verlieben.

In jedem anderen Ratgeber würde es an dieser Stelle nur um Männer als Love Interest gehen, aber da auf diesem Buch Ruth Gogoll draufsteht, muss auch Ruth Gogoll drin sein, und das bedeutet: Für mich kann der Love Interest nur weiblich sein.

Das ändert jedoch grundsätzlich nichts an der Struktur des Liebesromans oder des Handwerks, das man beachten und anwenden muss. Ob die Liebesgeschichte zwischen zwei Frauen spielt, zwischen einem Mann und einer Frau oder zwischen zwei Männern, spielt überhaupt keine Rolle. Es geht immer um ein Liebespaar.

Da ich nur über Dinge schreibe, die ich kenne, werde ich mich hier in spezifischeren Fragen hauptsächlich auch auf das beziehen. Für den Anfang gibt es jedoch viele grundsätzliche Dinge, die eine Liebesromanautorin beachten muss, und da ich nicht nur Autorin, sondern auch Verlegerin bin, spreche ich aus Erfahrung, wenn ich die Hinweise gebe, die ich gebe. Denn alles, was ich anspreche, ist schon einmal (oder sagen wir lieber hundertmal) in irgendeinem der Manuskripte, die auf meinem Schreibtisch gelandet sind, falsch gemacht worden.

Was standardmäßig dazu führt, dass das Buch nicht veröffentlicht wird, weder in meinem Verlag noch in einem anderen.

Falls Sie dieses Schicksal für Ihr Manuskript vermeiden wollen, wäre es gut, wenn Sie einige Dinge beachten.

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Weiter zu Teil 2: Wie schreibt man einen Liebesroman? (Teil 2)

Bewertung (1)

5 von 5 Sternen
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Wer hat hier bereits Kommentare abgegeben?

  • Nikki
  • Ruth Gogoll
  • Sima
  • Ellen
  • Ruth Gogoll

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    Da ich anscheinend im Augenblick ohnehin nichts anderes zusammenbekomme als Anfänge, kann ich das hier ja auch mal versuchen. 😎

    Also Du hast zwei Figuren – logischerweise, ist ja ein Liebesroman 😉 –, um die es geht. Die eine ist eher eine Figur, die ihr Leben nicht so richtig im Griff hat. Für die andere gilt so ungefähr das Gegenteil.

    Du willst aus der Sicht der Figur erzählen, die ihr Leben nicht so richtig im Griff hat. Sie ist immer wieder auf die falschen Frauen hereingefallen, weil sie sich immer wieder in Frauen verliebt, die dominant und selbstbewusst sind. Diese Frauen hatten immer nur ihr eigenes Wohlergehen im Auge, nicht das der Figur, aus deren Sicht Du erzählen willst, nennen wir sie einmal Julia. Es ist einfacher, mit Figuren umzugehen, die einen Namen haben.

    Somit sähe der Anfang vielleicht so aus:

    Julia schnappte hörbar nach Luft. Soeben hatte eine Frau den Raum betreten, die ihr im wahrsten Sinne des Wortes den Atem raubte. Wie gefesselt hing Julias Blick an ihr.
    Leises Lachen unterbrach die Anbetung. „Vergiss es. Mach dir keine Hoffnungen.“
    Irritiert blickte Julia in das Gesicht ihrer Freundin Suse. „Was?“
    Suse schmunzelte. „Du bist nicht die erste, die so auf sie reagiert, aber glaub mir, es hat keinen Sinn.“
    „Was soll das heißen?“ Mittlerweile hatte Julias Blick sich wieder zu der Frau hinübergestohlen, die lässig an die Bar geschwebt war. Die Discothek war bereits gut gefüllt an diesem Frauentanzabend, aber Julia erschien es so, als gäbe es nur einen strahlenden Stern zwischen sonst unsichtbaren Schatten.
    „Sie kommt, um jemand für die Nacht aufzureißen, nicht, weil sie was auf Dauer sucht“, erklärte Suse. „An ihr haben sich schon einige die Zähne ausgebissen, die das nicht glauben wollten.“
    Julia hatte nur halb zugehört. Fasziniert folgten ihre Augen jeder Bewegung der Frau an der Bar.
    „Du bist kein Typ für One-Night-Stands!“ Suse boxte sie in die Seite, um ihre Aufmerksamkeit zu erregen. „Schon vergessen?“
    Widerwillig drehte Julia den Kopf zu ihr. „Nein.“ Sie verzog das Gesicht.
    „Dann lass sie in Ruhe. Sie bricht dir das Herz und trinkt dabei genüsslich Kaffee. Sie ist kalt wie Eis.“ Suses Blick wurde besorgt. „Ich möchte nicht, dass dir das noch mal geschieht.“
    Trotz Suses eindringlicher Warnung konnte Julia sich nicht von der Frau losreißen, die jetzt lächelnd mit einer anderen sprach. Durch den Raum schwenkende Lichter fingen sich in ihrem dunklen Haar, das wie samtener Sternenhimmel glänzte.
    „Verdammt“, seufzte Suse. „Schon passiert.“
    „Das ist doch nur Neid“, erwiderte Julia, ohne Suse anzusehen. „Sie sieht gut aus, und deshalb werden solche Geschichten über sie verbreitet.“
    „Lass die Finger von ihr. Bitte.“ Suses Hand legte sich auf Julias Arm. „Glaub mir, das sind nicht nur Geschichten. Das sind Erfahrungswerte.“
    Deine Erfahrung?“, fragte Julia süffisant.
    „Nein“, sagte Suse. „Ich bin wohl eine der wenigen, die immun gegen sie sind. Ich sehe nur eine Frau mit kalten Augen wie die einer Schlange. Ich weiß nicht, wie man auf so was reinfallen kann.“

    Hier sieht man schon, dass das vermutlich nicht gut ausgehen wird für Julia, denn sie ignoriert alle Warnsignale, wie sie es vermutlich ihr ganzes Leben lang getan hat, weshalb sie sich immer in die falschen Frauen verliebt hat und sich ein emotionaler Tiefschlag an den anderen reihte. Von dem letzten erholt sie sich gerade.

    Umgekehrt, aus Sicht der Frau, der Julia hier gerade hinterherstiert, sieht das aber ganz anders aus.

    Rachel schürzte die Lippen, als sie den Club betrat. Nicht viel Frischfleisch da. Nur die immer wieder selben bekannten Gesichter.
    Lässig schlenderte sie durch den Raum zur Theke hin. Von dort hatte man immer einen guten Überblick. Und vielleicht besserte sich die Situation ja noch.
    „Hi Rach“, begrüßte die Barfrau sie mit eindeutig amerikanischem Akzent. „Das Übliche?“
    „Hm.“ Rachel nickte nur. Die Barfrau kannte sie schon, um die brauchte sie sich nicht zu kümmern. Sie suchte nach etwas Neuem.
    Ihr Blick schweifte umher, als würde sie sich für gar nichts interessieren, aber er war geschult. Sie nahm alles in sich auf wie ein Bild, in dem man den Fehler suchte. Das, was dieses Bild von einem anderen, schon bekannten unterschied.
    Und da war es auch schon. Zwei Frauen saßen an einem Tisch, aber sie waren kein Paar. Das sah Rachel sofort. Eine der beiden starrte sie mit einem derart faszinierten Blick aus ihren Kuhaugen an, dass alles, was sie dachte, ihr direkt ins Gesicht geschrieben stand. Sie fand Rachel toll, konnte sich gar nicht mehr von ihrem Anblick losreißen. Keine schlechte Voraussetzung, falls nicht noch etwas Besseres vorbeikam.
    Ihr Blick wanderte weiter, zum Eingang hin, wo es sich langsam füllte, aber wieder nur mit bekannten Gesichtern. Also dirigierte sie ihre Augen zu dem Tisch mit dem Nicht-Paar zurück. Die Kuhäugige starrte sie immer noch an.
    Ach, warum nicht? Sie hatte keine Lust, sich lange hier aufzuhalten, mit all ihren Ex-en, die sie hassten oder sich auf ihre langweilige Art nach ihr verzehrten.
    Diese junge Frau hier sah auch ziemlich langweilig aus, wie ein Landei, aber Rachel kannte sie noch nicht, und für eine Nacht würde es wohl gehen.
    Genauso lässig, wie sie hereingekommen war, schlenderte sie zu dem Tisch hinüber. „Du tanzt jetzt mit mir“, befahl sie.
    Die Kuhäugige starrte sie an, als hätte sie sie nicht richtig verstanden, als könnte sie es kaum glauben, dass diese Frau ihrer Träume sie überhaupt beachtete. Gehorsam stand sie auf, als stände sie unter Hypnose.
    Knackige Figur, dachte Rachel. Und die Brüste … Wieder schürzte sie die Lippen. Vielleicht wird das doch ganz interessant heute Nacht.

    Das wären also Deine beiden Figuren. Und nun stellt sich die Frage: Was machst Du daraus?

    Oder alternativ: Stell selbst zwei solche Anfänge hier ein, nur kurz wie diese hier, jeweils aus Sicht der einen und der anderen Deiner Figuren.

    Samstag, 17. November 2018 8:09
  • Nikki

    Permalink

    Hallo. Es heißt dass die Leserin sich selber in die sympathische Frau, in sich auch unsere Protagonistin verliebt. Nun meine Frage zum Charakter. Wirkt denn Dominanz sympathisch auf euch? Was muss sie haben um die Mehrheit der Leserinnen anzusprechen? Auf mich wirkt eine Selbstbewusste Frau die ruhig auch etwas dominant sein darf sehr anziehend :-)

    Freitag, 16. November 2018 14:52
  • Ruth Gogoll

    Nikki Permalink

    Und wie willst Du mit so einer Frau einen Konflikt konstruieren? Mach mal einen Vorschlag. ;) Würde mich sehr interessieren, was für Konflikte eine selbstbewusste, dominante Frau haben könnte.

    Freitag, 16. November 2018 15:10
  • Hallo Ruth. Ich weiß jetzt nicht ob du es richtig verstanden hast. Bzw. ob ich mich richtig ausgedrückt hatte. Nicht die Protagonistin soll dominant sein, sondern die Frau in die sie sich verliebt. Sie verändert sich im Laufe der Geschichte. Ihre Dominanz ist so eine Art Selbstschutz. Ihre Fassade fängt an zu bröckeln und die Protagonistin erkennt ihr wahres Ich.

    Die Protagonistin beginnt am Anfang der Geschichte nach einem Tiefschlag ihr Leben neu zu gestalten. In einem Club lernt sie dieine Frau kennen die sie sofort sexuell anspricht. Sie ist nicht oberflächlich sondern möchte sich auf nicht mehr als nur sex einlassen. Das geht auch eine Zeit lang gut bis sie sich verliebt. Dann erkennt sie, dass die dominante Frau ein Geheimnis verbirgt. Durch eine bestimmte Aktion bekommt die Protagonistin Angst. Sie meldet sich nicht mehr bei ihr, doch Ihre Sehnsucht wird zu groß. Sie geht zu ihr und nach einer gemeinsamen Nacht entdeckt sie etwas, womit sie nie gerechnet hätte. Es entsteht ein Konflikt. Sie entscheidet sich dazu über ihren Schatten zu springen um sie für sich zu gewinnen. Sie merkt dass das NEUE etwas für sie ist und es ihr Spaß macht. Die Fassade der Frau beginnt zu bröckeln. Durch eine weitere Handlung wird die Protagonistin wieder zurück geworfen und denkt dass sie so nie zum Ziel kommt. Durch ihre erfrischende Art fängt die Frau sich an ihr zu öffnen. Gemeinsam lösen sie das Problem und werden am Ende glücklich.

    Freitag, 16. November 2018 16:15
  • Ruth Gogoll

    Nikki Permalink

    Ja, das habe ich schon verstanden, dass es um die „andere Frau“ geht bei der Beschreibung. 😉 Aber wer hat denn nun das Problem und damit den Konflikt?
    1. Zitat: „Die Protagonistin beginnt am Anfang der Geschichte nach einem Tiefschlag ihr Leben neu zu gestalten.“
    Sprich: Die Protagonistin hat ein Problem, nicht die andere Frau.
    2. Zitat: „Durch eine bestimmte Aktion bekommt die Protagonistin Angst.“
    Sprich: Schon wieder hat die Protagonistin ein Problem, nicht die andere Frau.
    3. Zitat: „Sie entscheidet sich dazu über ihren Schatten zu springen um sie für sich zu gewinnen. Sie merkt dass das NEUE etwas für sie ist und es ihr Spaß macht.“
    Sprich: Anscheinend hat die Protagonistin ihr Problem nun gelöst, nicht die andere Frau.
    Da die Protagonistin also anscheinend alle Probleme hat und die gelöst werden müssen, müsstest Du die Geschichte aus der Sicht der „anderen Frau“ erzählen, sie müsste die Protagonistin sein.

    Und was soll das hier heißen?
    Zitat: „Es entsteht ein Konflikt.“
    Was soll das aussagen? Welcher Konflikt? „Es entsteht ein Konflikt“ bedeutet leider gar nichts. Du musst den Konflikt definieren.

    Abgesehen davon: Die Protagonistin hat eine „erfrischende Art“? Worin zeigt sich die denn? Aus Deiner Beschreibung hier geht das nicht hervor, denn die Protagonistin hat eigentlich nur Probleme. 😉

    Also ich denke, Du hast die falsche Perspektive für diese Geschichte gewählt, und außerdem bist Du Dir nicht sehr gut über Deine Figuren im Klaren. Wer sind Deine Figuren, was haben sie in ihrem bisherigen Leben gemacht, was geschah in Liebesdingen in ihrer Vergangenheit, welche herausragenden Charaktereigenschaften haben sie, was macht sie füreinander interessant, warum sind sie die Hauptfiguren Deiner Geschichte?

    Die „andere Frau“ scheint überhaupt keine Probleme zu haben. Sie scheint sehr zufrieden mit sich zu sein und ein ihren Bedürfnissen entsprechendes Leben zu führen. Warum also sollte „ihre Fassade bröckeln“? Ich sehe da keine Fassade, sondern nur eine ziemlich in sich selbst ruhende Frau, die die Protagonistin eigentlich gar nicht braucht. Also gibt es auch keinen Grund, sich in die Protagonistin zu verlieben.

    Das ist alles noch viel zu vage. Du musst das mehr unter dem Aspekt der Logik betrachten und eine Handlung muss sich aus der anderen ergeben. Und die Protagonistin darf keine Probleme haben. Nur die „andere Frau“.

    Also: Welches Problem hat die „andere Frau“, welchen Konflikt muss sie lösen?

    Freitag, 16. November 2018 17:27
  • Sima

    Permalink

    Eindrucksvoll dargestellt und somit eigentlich unmöglich, es falsch oder gar nicht zu verstehen ;). Jetzt wird mir einmal mehr bewusst, wie viele Dinge ich in meinem Manuskript nicht berücksichtigt habe, woran ich schlichtweg einfach nicht gedacht habe. Die Kritiken beim LLP haben den Anfang gemacht, und je mehr ich mich hier in der Schreibwerkstatt bewege, umso klarer bekomme ich eine Vorstellung davon, was ich ändern will und auch muss. Ich hoffe, es gelingt mir.

    Sonntag, 3. Mai 2015 20:04
  • Ruth Gogoll

    Sima Permalink

    Daran habe ich keinen Zweifel. ;) Der entscheidende Punkt ist eine sympathische Heldin. Sobald die da ist, entwickelt sich ganz von selbst auch eine sympathische Geschichte.

    Ich hacke immer wieder auf diesem Punkt herum, weil die eingereichten Manuskripte immer wieder zeigen, dass die Autorinnen sich darüber keine Gedanken machen. Mir persönlich ist es ein absolutes Rätsel, wie man auf den Gedanken kommt, eine unsympathische Heldin zu erschaffen, denn man muss ja sehr viel Zeit mit ihr verbringen, und da ist es doch unangenehm, wenn sie ein Miststück ist. Das scheint viele Autorinnen aber nicht zu stören.

    Es stört jedoch auf jeden Fall die Leserinnen. Warum sollte ich als Leserin ein Buch kaufen, in dem eine Frau die Hauptrolle spielt, die ich niemals zu mir nach Hause einladen würde? Oder in dem sogar zwei Frauen die Hauptpersonen sind, vor denen ich schreiend weglaufen würde, wenn ich sie kennenlernen würde?

    In einem Nicht-Liebesroman kann das ein Grund sein, warum man diese Figuren wählt, warum man sie beschreiben will, aber in einem Liebesroman ist das ein absolutes No-Go.

    Montag, 4. Mai 2015 8:22
  • Ellen

    Permalink
    Mit 5 von 5 Sternen bewertet

    Das erste Sachbuchaus Ihrer Feder - ich stelle mir gerade vor, dass Sie an einem Pult stehen und über das Schreiben dozieren. Ein Hörsaal, bis auf den letzten Platz besetzt mit wissbegierigen Frauen, die gebannt zuhören ... die förmlich an Ihren Lippen hängen. :D
    Daraus könnte man vielleicht auch einen Roman machen, in dem die Schreibwerkstatt das Thema einer Vorlesung ist. Zwei Fliegen mit einer Klappe: Wissen und Unterhaltung.

    Freitag, 24. April 2015 15:08

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