Zehn Tips eines Bestsellerautors

Håkan Nesser ist ein ehemaliger Gymnasiallehrer, der zu einem der erfolgreichsten Krimi-Autoren Schwedens wurde. Wie er das gemacht hat, hat er in zehn Tips in einem Interview zusammengefaßt, das vor kurzem auf unikosmos.de veröffentlicht wurde.

Vorbemerkung: Es gibt keinen leichten Weg. Schreiben ist kompliziert.
Ihr könnt zwar zwischen unterschiedlichen Vorgehensweisen wählen, aber ums Schreiben kommt ihr nicht herum. Jedes Wort will geschrieben werden, und das dauert. Es gibt keine Abkürzung.

1. Lest erst einmal einige Bücher, bevor ihr anfangt zu schreiben!
Viele junge Leute möchten gern Schriftsteller werden, weil sie das für einen angenehmen Beruf halten. Das reicht nicht aus, um wirklich einer zu werden. Ihr solltet Bücher lieben.

2. Findet eure Sprache!
Ohne Worte könnt ihr nichts schreiben. Ihr bekommt eure Sprache, indem ihr selbst viel lest. Achtet darauf, unterschiedliche Autoren und Schreibstile kennenzulernen. Wer selbst viel liest, kann später von anderen Schriftstellern stibitzen.

3. Findet eure eigene Arbeitsweise!
Man kann auf unterschiedliche Arten arbeiten. Findet heraus, welche euch entspricht. Setzt euch nicht unter Druck, hetzt euch nicht, aber gebt auch nicht auf.

4. Nutzt Kapiteleinteilungen!
Ein Krimi hat schnell mal 30 Kapitel. Schreibt in Kapiteleinheiten: Das ist gut, weil ihr auf diese Weise euren Fortschritt leicht messen könnt.

5. Fangt vorn an!
Ihr könntet auch mit dem Ende anfangen, aber wer mit dem Einstieg anfängt, hat den Vorteil, gleichzeitig auch der Leser sein zu können, der ja immer mit Seite 1 beginnt. So schreibt ihr nicht nur eure Geschichte, sondern lest sie gleichzeitig.

6. Schreibt nicht zu viel um!
Wenn ihr einen Roman schreiben wollt, müßt ihr vorankommen. Es nützt wenig, Kapitel 1 zwanzig Mal umzuschreiben. Korrigieren könnt ihr auch später noch. Fangt lieber mit Kapitel 2 an.

7. Lest nicht ständig eure eigenen Manuskripte!
Wenn ihr euch eure eigenen Sachen unentwegt selber zu Gemüte führt, tötet ihr sie damit. Laßt sie in Ruhe und schreibt lieber weiter.

8. Hört nicht auf Ratschläge von außen!
Euer Bauch sagt euch, wenn ihr eine Geschichte zu erzählen habt. Dann setzt ihr euch hin und arbeitet. Nur wenn wirklich alle eure Bekannten eure ersten drei Kapitel für völligen Mist halten, solltet ihr erwägen, vielleicht lieber Maler oder Musiker zu werden.

9. Übernehmt Verantwortung für euer Werk!
Es ist leicht, sich von destruktiver Kritik herunterziehen zu lassen. Ihr müßt nicht jedes Wort, das ihr geschrieben habt, in Gesprächsrunden durchdiskutieren. Das verunsichert häufig. Glaubt an euch und eure Geschichte. Habt Selbstvertrauen! Behaltet eure Manuskripte auch mal für euch und schreibt lieber weiter, anstatt euch permanent der Kritik zu stellen.

10. Gebt nicht auf!
Wenn die ersten drei Verlage euren fertigen Roman nicht herausbringen wollen, laßt euch nicht entmutigen. In Deutschland gibt es sicherlich so um die 200 Verlagshäuser. Schickt einfach die nächsten drei Päckchen los!

Hinweis für el!es: Wir möchten bitte keine Päckchen, wir möchten einfach nur das Manuskript als Word-Datei per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
zugeschickt bekommen. Das spart Porto und schont den Wald.

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People in this conversation

  • Ruth Gogoll
  • Tanja
  • Paladar
  • Ruth Gogoll

    Permalink

    Entschuldigen Sie bitte, wenn ich das so sage, aber ich – so aus meiner Position als Profi – bezweifle sehr, daß Sie eine Geschichte wirklich »von A-Z« erträumt haben. »Von A-Z« heißt nämlich, die Geschichte besteht aus 3 Akten, im ersten Akt werden die Figuren und die Umgebung vorgestellt, im zweiten Akt werden die im ersten Akt angelegten Konflikte entwickelt, und im dritten Akt werden diese Probleme dann aufgelöst.

    Wie lang sind diese Geschichten, die Sie träumen? 70.000 Wörter lang wie einer unserer el!es-Romane? Oder ist es gerade einmal eine Geschichte von 1000 oder 2000 Wörtern, wenn sie auf Papier steht (das würde ich gerade einmal als Einführung zu einer Geschichte bezeichnen, aber nicht als eine Geschichte, es ist vielleicht eine kleine Szene, mehr nicht).

    Wenn Sie es aber tatsächlich fertigbringen, in einer einzigen Nacht einen 70.000-Wörter-Roman zu erträumen, dann würde ich sagen: Schicken Sie uns das Manuskript. Dann können Sie viel Geld mit Ihren Träumen verdienen, indem Sie sie veröffentlichen. 8)

    Freitag, 22. Juli 2011 17:35
  • Tanja

    Permalink

    Ich frage mich ob dies auch eine Grundvoraussetzung ist um eine Kurzgeschichte oder einen Roman zu schreiben. Was sollen folgende Frauen machen, welche über Nacht, sich in der Tat eine fertige Geschichte erträumen? Ich habe schon des öfteren Frauengeschichten von A - Z geträumt und angefangen die Erinnerungen an den Traum aufzuschreiben,. Jedoch nie zu Ende geschrieben, da ich ja das Ende bereits im Voraus weiss.
    Kann mir jemand einen Tip gegeben, ob sowas auch wirklich brauchbar ist, oder reine Zeitverschwendung?
    Danke

    Freitag, 22. Juli 2011 14:00
  • Paladar

    Permalink

    Vielen Dank, ;D

    ...das waren die Worte die ich gebraucht habe, um an meinem Ziel fest zu halten.
    Mein Glück versuchen werde um endlich mein Buch fertig zu schreiben.
    ;)

    zum Gruße

    Freitag, 13. November 2009 2:08

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