Wie finde ich einen Verlag?

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Die Geschichte selbst muß spannend sein

Und wie ich schon erwähnte, muß diese Spannung bereits im ersten Satz, zumindest aber im ersten Absatz, spürbar sein. Wenn die Spannung erst auf Seite 30 beginnt, hat das wenig Sinn, denn bis dahin liest die Lektorin gar nicht.

Was auch wenig Sinn hat, ist, ein Kinderbuch an einen Krimi-Verlag zu schicken oder einen Liebesroman an einen Verlag, der Kochbücher herausbringt. Informieren Sie sich also genau, welche Verlage Bücher herausbringen, die dem, was Sie geschrieben haben, ähnlich sind.

Haben Sie einen lesbischen Liebesroman geschrieben, schicken Sie ihn an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; haben Sie ein Buch geschrieben, in dem es um Außerirdische geht, die auf der Erde landen, suchen Sie nach einem Verlag, der schon einmal etwas über Außerirdische gemacht hat oder der Science-Fiction oder Fantasy herausbringt.

Kennen Sie den Verlag?

Bedenken Sie, daß es auch ein Ablehnungsgrund sein kann, wenn der Verlag das Gefühl hat, Sie haben sich im Vorfeld nicht genug mit ihm beschäftigt. Wenn Sie einem Verlag in Ihrem Anschreiben zu verstehen geben, daß Sie eigentlich noch nie etwas von ihm gehört oder gelesen haben, warum sollte der Verlag dann Ihr Buch veröffentlichen?

Lesen Sie also einige Bücher des Verlages – zumindest eins – und nehmen Sie darauf in Ihrem Anschreiben Bezug. Versuchen Sie den Verlag davon zu überzeugen, daß Ihr Buch genau in sein Programm paßt, und begründen Sie diese Überzeugung.

Wer je schon einmal ein Manuskript an einen Verlag geschickt hat, wird wissen, daß der Standardablehnungssatz lautet: »Ihr Manuskript paßt leider nicht in unser Programm«. Nehmen Sie diesem Argument also den Wind aus den Segeln, indem Sie dem Verlag zeigen, welchem der bereits veröffentlichten Bücher des Verlages Ihr Manuskript am nächsten kommt.

Wie originell darf ein Manuskript sein?

Ja, richtig, Ihr Buch ist etwas ganz Neues und hat keinerlei Ähnlichkeit mit irgend etwas, was je schon einmal erschienen ist. Sie sind originell.

Zur Originalität habe ich an anderer Stelle schon etwas gesagt, das muß ich hier nicht noch einmal wiederholen, aber glauben Sie auf keinen Fall, daß Verlage nach originellen Autor/inn/en suchen. Das wird zwar gern behauptet, aber das ist nicht so.

Verlage suchen nach Autor/inn/en, die sich verkaufen. Und neue, noch nie gesehene Dinge verkaufen sich laut Ansicht der Verlage eher schlecht. Das war ein hundertfach gebrauchtes Ablehnungsargument gegen Harry Potter. Und obwohl gerade Harry Potter das Gegenteil bewiesen hat, hat sich die Ansicht der Verlage nicht geändert.

Wenn Sie im Moment, noch während die Harry-Potter-Hysterie im Abklingen ist, an einen Verlag herantreten und ihm versprechen: »Ich habe den neuen Harry Potter geschrieben!« wird das jeden Verlag interessieren, denn nun ist Harry Potter ja ein eingeführtes Produkt.

Allerdings sollte Ihr Buch dieses Versprechen dann auch halten und wirklich genauso gut sein wie die Geschichten von Rowlings.

Was ist »gut«?

Aber was ist »gut«? Dafür gibt es aus Verlagssicht ein ganz eindeutiges Kriterium: Gut ist, was das Interesse der Leserin weckt und sie zum Kauf veranlaßt.

Die erste Leserin ist eine Lektorin des Verlages, und ihr Interesse müssen Sie wecken. Dann »kauft« sie das Buch, das heißt, sie schlägt der Verlagsleitung vor, das Buch herauszubringen.

Die Verlage werden mit Manuskripten überschwemmt. Sie müssen sich also von den anderen 100 Manuskripten, die die Lektorin in der Woche zu lesen hat, in der auch Ihr Manuskript auf ihrem Schreibtisch liegt, in irgendeiner Form abheben.

Das ist eine einfache Rechenaufgabe

100 Manuskripte pro Woche bedeutet bei 5 Arbeitstagen 20 Manuskripte pro Tag. Ein Arbeitstag hat vielleicht 8 Stunden, aber zwischendurch geht man ja auch noch mal Kaffeetrinken usw. Sagen wir also 6 Stunden. Das sind 360 Minuten. 360 Minuten durch 20 Manuskripte, das sind 18 Minuten pro Manuskript.

In der Zeit muß die Lektorin Ihr Manuskript aufmachen, das Anschreiben lesen, die Inhaltsangabe lesen, die ersten Sätze lesen und die Ablehnung oder Empfehlung schreiben.

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