Romanschreibsoftware Bibisco

Im Schreibforum beschäftigen wir uns, wie bekannt, mit dem Handwerk des Schreibens. Wir versuchen, immer noch bessere Autorinnen zu werden (obwohl die Autorinnen im Schreibforum natürlich alle schon sehr gut sind 😉). Nun kann einem zwar keine Schreibsoftware das Schreiben eines Romans, den kreativen Prozess, abnehmen, aber es gibt gewisse handwerkliche Dinge, die ein solches Programm unterstützen kann.

Ich habe ja schon einige solche Programme hier vorgestellt, wie z.B. Scrivener, den absoluten Klassiker für Jahrzehnte, aber diese Software hier, Bibisco, ist relativ neu, und was daran recht gut ist, ist, dass man durch den Romanerstellungsvorgang geführt wird, Schritt für Schritt.

Hier kann man sich die Software kostenlos zum Test herunterladen: Download Bibisco

Es gibt auch ein paar Videos auf YouTube dazu: Einführungsvideos Bibisco

Die Software selbst gibt es in mehreren Sprachen, auch auf Deutsch:



 

Für den Aufbau des Romans ist alles schön geordnet, sodass man eins nach dem anderen durchgehen und ausfüllen kann.


 

Der erste Erzählstrang könnte z.B. sein: Wie die Prinzessin den Palast verließ und dabei ganz andere Erfahrungen macht, als sie erwartet hat.

 

 

Am Anfang gibt vor allem die beiden Hauptcharaktere, in diesem Fall die Prinzessin und das Bauernmädchen, die dann zum Liebespaar werden. Später dann können auch noch andere Charaktere hinzukommen, die beste Freundin des Bauernmädchens, die sie vor der Prinzessin warnt, oder auch ein Gnom im Wald, der generell etwas gegen Liebe und Glück hat (weil er so hässlich ist, dass er das nie bekommen konnte) und seine eigenen Interessen verfolgt, beispielsweise die Prinzessin zu entführen und Geld von ihren Eltern für ihre Rückgabe zu verlangen. Daraufhin muss das Bauernmädchen die Prinzessin befreien, und die Prinzessin merkt, dass es nicht ausreicht, auf dem Thron zu sitzen, man muss sich auch im täglichen Leben durchschlagen können. Was sie nicht kann, das Bauernmädchen aber schon. Dadurch hat sie dann mehr Respekt für ihre Untertanen, was ihr zuvor fremd war.

 

Dann beginnt man mit dem Wichtigsten, dem Schreiben. Und da beginnt man meistens mit dem 1. Kapitel und der 1. Szene. Es gibt aber auch Leute, die fangen mit dem Schluss an, weil sie kein Buch schreiben können, wenn sie nicht wissen, wie es endet. Das ist völlig den eigenen Vorlieben überlassen. Ich beginne normalerweise immer mit dem Anfang, weil mir Anfänge wesentlich leichter fallen als Schlüsse. 😎


 

Hier wird man auch nach dem Zweck des Kapitels gefragt. Was soll dieses Kapitel der Leserin vermitteln, eventuell auch, wie soll das Kapitel enden, damit die Geschichte dann logisch weitergehen kann. Der Zweck des 1. Kapitels ist es, die Grundlage für das ganze Buch zu legen, die (Haupt)Figuren einzuführen und den Konflikt oder die Konflikte. Da das immer gleich ist, würde ich jetzt hier den Zweck nicht ausfüllen. Aber es kann sinnvoll sein, deshalb habe ich das hier mal mit aufgenommen.



Wie man sieht, wird man hier alles gefragt, was nötig ist, um die Grundlagen für einen Roman zu definieren und auch nichts zu vergessen. Schreiben muss man den Roman dann allerdings schon noch selbst. 😉




Man kann jeder Szene die Charaktere zuordnen, die in der Szene agieren und so einen Überblick erhalten, wer wo wie in dem Roman präsent ist:



Das Interessante ist, wenn man einen Charakter angelegt hat, wird man zu diesem Charakter befragt:



Man muss sich also Gedanken darüber machen, wie diese Figur ist, was sie auszeichnet, was für gute und schlechte Eigenschaften sie hat usw. Es ist wie eine Checkliste, mit der man seine Figuren immer besser kennenlernt. Praktisch wie ein Interview zu allen Punkten der Persönlichkeit und auch der äußeren Merkmale. Je besser man seine Figuren kennt, desto besser kann sich die Geschichte entwickeln. Die Figuren machen die Geschichte. Je genauer man sich mit ihnen vertraut macht, desto einfacher ist es, die Geschichte zu schreiben.



Wie hier oben im Bild durch den Button Bilder unten zu sehen ist, kann man auch Bilder hinzufügen, wie man sich die Figur vorstellt, z.B. Schauspielerinnen.



Damit ist der Konflikt zwischen den beiden dann auch schon angedeutet. Die Prinzessin will zwar aus ihrem goldenen Käfig ausbrechen, aber sie hat überhaupt keine Ahnung, wie man sich in einem normalen Umfeld benimmt.

Das Bauernmädchen ist aber nicht unterwürfig, wie die Prinzessin das von ihren Dienstboten auf dem Schloss gewöhnt ist, sondern sie hat Selbstbewusstsein, weiß sich zu behaupten. Sie lässt sich nicht einfach so etwas sagen. Sie weiß, was sie wert ist, und das hängt nicht davon ab, dass sie ein schönes Kleid trägt oder im Schloss wohnt.


Hat man die Fragen beantwortet und ausgefüllt (soweit sie für diese Figur zutreffen), kann man sich die Infos immer wieder ins Gedächtnis rufen, wenn man schreibt:



Ich beschreibe die Figur zwar meistens nicht so genau, und oftmals muss ich die Augenfarbe dann wieder im Dokument suchen, weil ich sie vergessen habe 😉, aber wenn man all die Fragen beantwortet, bekommt man ein sehr viel besseres Bild von seinen Personen, auch wenn man die Informationen dann gar nicht benutzt.


Die Software hilft dabei, auf all das einzugehen, was man beim Schreiben so gern übersieht, wie z.B. in Beschreibungen (einer Person, eines Ortes, einer Situation) nicht nur das Offensichtliche zu beschreiben, das, was man sieht, sondern alle Sinne dabei zu benutzen. Das wird in diesem kurzen Video gut gezeigt.

 

Dann also: Happy Writing! 😀

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