Na wunderbar . . . Gerade war alle Entschlossenheit aus Michelle gewichen, und nun sollte sie eine solche Entscheidung treffen?
»Wie . . . Wie lange habe ich Zeit?«, brachte sie gerade noch so hervor.
»So lange du willst, wenn es unsere Zusammenarbeit nicht beeinträchtigt.« Danela zuckte die Schultern. »Business as usual muss halt weiterlaufen. Daran darf sich nichts ändern.«
Business as usual. Sie hatte wirklich Nerven.
»Auf eins möchte ich allerdings noch einmal hinweisen«, fuhr Danela fort. »In Anbetracht unserer Situation wäre es von Vorteil, wenn wir diesen Abend, diesen Augenblick auf der Dachterrasse, einfach streichen könnten. Anders wird es nicht gehen.«
Konnte sie den Abend auf der Dachterrasse vergessen? Das bezweifelte Michelle stark.
Sobald sie abends im Bett lag, sah sie Danelas feurige Augen auf sich gerichtet.
Wenn sie ihre Hand über ihre Brüste schob, dann waren es Danelas lange Finger, die sie zärtlich streichelten.
Und wenn sie morgens aufwachte, dann fühlte sie die Leere in sich, die sie auch an dem Abend im Club gespürt hatte.
»Ich werde es mir überlegen«, murmelte sie, weil sie keine Minute länger bleiben konnte, ohne zusammenzubrechen, und stand mit letzter Kraft auf. »Danke, Danela.«
»Ich danke Ihnen, Frau Brunner«, erwiderte Danela, als Michelle mit brennenden Augen so schnell wie möglich das Zimmer verließ.
Kaum draußen angekommen lief sie in die Toilette und heulte, bis sie keine Tränen mehr hatte.
4
Die nächsten Wochen sah Michelle Danela nur sehr selten. Ihr Kontakt beschränkte sich auf ein knappes Nicken, wenn sie sich im Büro über den Weg liefen.
Doch jedes Mal, wenn sie sie sah, spürte Michelle, wie ihr Herz ein bisschen schneller schlug.
Sie konnte den Augenblick auf der Terrasse nicht einfach so aus ihren Gedanken streichen, egal was sie Danela oder auch Gina gegenüber sagte.
»Kommst du Samstag mit in den Club?« Gina stand neben ihr und warf sich ihre Jacke über.
»Nein, danke. Mir ist nicht nach Tanzen.« Michelle hämmerte auf ihrer Tastatur herum und vermied es, Gina ins Gesicht zu sehen.
»Michelle.« Gina drehte sie auf ihrem Stuhl zu sich herum. »Kannst du immer noch nicht vergessen, was passiert ist?« Sie sah ihr in die Augen und seufzte leise auf. »Anders gefragt. Denkst du wirklich, dass sie dort auftauchen würde? Wenn es das ist, dann kann ich dich beruhigen. Ich habe sie nicht ein einziges Mal im Club gesehen, und ich bin jedes Wochenende dort, wie du ja weißt.«
»Ob sie da ist oder nicht, das ist mir egal, Gina. Ich habe hier noch zu tun und werde anschließend das Wochenende zu Hause relaxen. Ich wünsche dir aber viel Spaß.« Michelle drehte sich wieder zu ihrem Computer herum und tippte weiter.
Gina gab einen unwilligen Seufzer von sich. »Du solltest endlich mal über deinen Schatten springen und aufhören, die Unschuld vom Lande zu spielen.«
»Na hör mal«, empörte sich Michelle. »Nur weil ich bei deinem sogenannten Spiel nicht mitmachen will, bin ich noch lange nicht die Unschuld vom Lande.«
»Weißt du«, Gina schulterte ihre Tasche, »es geht im Club in erster Linie wirklich nur ums Tanzen, um Spaß zu haben und darum, neue Leute kennenzulernen.« Beinah mütterlich blickte sie auf Michelle hinab. »Du willst auf der einen Seite die Romantikerin sein, die auf die große Liebe wartet. Aber wo willst du die denn finden? Du vergräbst dich hier im Büro oder bei dir zu Hause. Da wird sie dir nicht über den Weg laufen.«
»Mag sein, dass ich eine hoffnungslose Romantikerin bin.« Michelle warf einen kurzen Blick über ihre Schulter. »Aber ich glaube an die große Liebe und ich werde sie auch noch finden. Nur nicht in deinem Club.«
»Weil du einmal eine schlechte Erfahrung gemacht hast, gibst du schon auf?« Gina zog leicht genervt die Augenbrauen hoch. Doch Michelle antwortete darauf nur mit einem unverständlichen Brummeln, und so wandte sich Gina zum Gehen. »Wie du meinst. Falls du deine Meinung änderst, ruf mich an.« Damit verließ sie das Büro.
Seufzend sah Michelle ihr nach, dann ging sie wieder an die Arbeit.
»Wollen Sie nicht mal Feierabend machen, Frau Brunner?«
Erschrocken fuhr Michelle herum und sah in Danelas braune Augen, die sie nachdenklich musterten.
»Ich bin noch nicht ganz fertig.« Michelle schluckte trocken und tippte weiter. In der Spiegelung auf ihrem Bildschirm konnte sie sehen, dass Danela hinter ihr stehenblieb und sie mit geneigtem Kopf ansah. Sie war so nah, dass Michelle ihre Wärme spüren konnte, die sich auf sie übertrug und die ihr die Röte in die Wangen schießen ließ.
Frustriert schloss sie die Augen. Wird es jemals aufhören, dass ich so auf sie reagiere?
»Nun.« Nach endlosen Sekunden ergriff Danela wieder das Wort und legte ihre Hand auf Michelles Schulter. »Ihr Arbeitseifer in allen Ehren, aber Sie sollten jetzt wirklich nach Hause gehen.«
Die leichte Berührung schoss wie ein Blitz durch Michelles Körper und setzte sie unter Strom. Ihre Haut begann zu kribbeln, und in ihrem Bauch zog sich alles zusammen.
So ruhig wie nur irgendwie möglich schaltete sie den Computer aus und stand auf. Sie atmete zweimal tief ein und aus und drehte sich zu Danela um.
Danelas Mundwinkel zuckten ganz leicht, als sie Michelle ins Gesicht sah.
Na toll. Du bist echt so leicht zu durchschauen wie die Unschuld vom Lande, wie Gina es so nett ausgedrückt hat.
»Sie haben recht, Frau Vargas«, brachte Michelle so fest wie möglich heraus, dennoch zitterte ihre Stimme leicht. »Ich sollte wirklich nach Hause gehen. Schönen Abend noch.« Sie griff sich ihre Jacke und schob sich an Danela vorbei, die noch immer an ihrem Schreibtisch stand.
»Frau Brunner?«
Danelas weiche Stimme ließ Michelle innehalten. Sie warf einen Blick über ihre Schulter und sah zu Danela, die im Halbdunkel des Büros stand.
»Ach nichts, schon gut. Gute Nacht, Frau Brunner.«
»Ja . . . Schönes Wochenende«, murmelte Michelle leicht verwirrt und ging zum Aufzug.
Was wollte sie denn gerade sagen? Irgendetwas wollte sie doch sagen. Wieso habe ich nicht nachgehakt? Mensch, was bist du doch für ein Dussel. Kopfschüttelnd betrat Michelle den Aufzug und fuhr nach unten.
Zu Hause ließ Michelle heißes Wasser in die Wanne laufen und gab von dem Schaumbad hinzu, das Gina ihr zum Geburtstag geschenkt hatte. Sie stieg hinein und lehnte sich zurück. Der wohlriechende Schaum umschmeichelte dabei ihren schlanken Körper.
Mit einer Hand verteilte sie den Schaum und seufzte wohlig auf, als sie über ihre Brust strich. Vor ihrem Auge tauchte Danela auf, die sich über sie beugte und ihre empfindliche Brustwarze in ihren Mund nahm. Mit einer Hand massierte sie weiter über ihre Brüste, während ihre andere Hand sich langsam über ihren Bauch tastete. Mit zwei Fingern glitt sie zwischen ihre Beine und zuckte zusammen, als sie die Hitze spürte, die ihr dort entgegenkam. Ein leises Stöhnen drang aus ihrer Kehle, als sie mit kreisenden Bewegungen ihre Klit stimulierte.
Die ganze Zeit stellte sie sich vor, wie Danela sie voller Verlangen ansah, wie sie sich über sie beugte und mit ihren vollen Lippen befriedigte. Ihr Atem ging immer schneller, und ihr Herz pochte beinahe schmerzhaft in ihrer Brust. Sie winkelte ein Bein seitlich an und erlaubte so ihren Fingern, zwischen ihre Falten einzudringen.
Wenig später wurde ihr Stöhnen lauter, und ihr heißes Fleisch schloss sich um ihre Finger, die weiter tief in ihr kreisten. Ihr Körper begann zu zucken, und es dauerte eine ganze Weile, bis sie zur Ruhe kam.
Fantasie, der unkomplizierteste Weg zur Befriedigung, aber auf Dauer kann es so nicht weitergehen, nicht wahr?
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