Stumm starrten sie in den Himmel, bis das Naturereignis vorbei war.

»Und, hast du dir etwas gewünscht?« Die Frau legte ihren Kopf schräg und lächelte Michelle an.

»Ja, habe ich.« Michelle erwiderte das Lächeln und hob den Finger. »Aber ich kann es dir nicht sagen, sonst geht es nicht in Erfüllung.«

»Stimmt.« Zwinkernd nahm sie Michelles Finger und hauchte einen zarten Kuss darauf. »Schade eigentlich, aber vielleicht auch besser so.« Sie legte ihre Hand an Michelles Wange und strich über ihre weiche Haut.

Michelle musste schlucken, als sie in die dunklen Augen sah, in denen das Verlangen brannte. »Nicht«, flüsterte sie, als die vollen Lippen ihr näherkamen. »Bitte, nicht.«

»Bist du sicher?« Leichtes Bedauern lag in der rauen Stimme. Die Lippen strichen nun über Michelles Wange, zupften an ihrem Ohrläppchen, während die Hände der Fremden über Michelles Hüften streichelten.

Die Berührung war elektrisierend. Michelles Herzschlag begann zu rasen. In ihrem Kopf begann sich alles zu drehen, und sie lehnte sich schwindlig gegen die Fremde, die ihre Arme um sie breitete und sie sanft an sich drückte.

Ohne es steuern zu können, hob Michelle ihren Kopf und kam dem suchenden Mund der Frau entgegen. Mit einem Hunger, den sie noch niemals zuvor verspürt hatte, presste Michelle sich in die langen Arme.

Der leidenschaftliche Kuss schien ewig zu währen. Sie lösten sich nur voneinander, um kurz Luft zu holen. Und schon stießen ihre Lippen erneut aufeinander.

Michelle spürte die Hände der Frau, die sie umfingen, und auf einmal verlor sie den Boden unter den Füßen. »Was machst du?«, rief sie erschrocken und riss die Augen auf.

Die Fremde trug sie ein kurzes Stück über die Dachterrasse und ließ sie schließlich auf eine Liege sinken. Wortlos begann sie, Michelles Hemd zu öffnen.

Kühle Nachtluft und heißer Atem trafen gleichzeitig auf Michelles nackte Haut und ließen sie erschauern.

Die Frau kniete vor Michelle und strich mit ihren Fingern über Michelles Bauch. »Du bist wunderschön«, murmelte sie heiser, beugte sich vor und strich mit der Zungenspitze über Michelles BH.

Michelle drückte ihren Rücken durch, kam damit der tanzenden Zunge der Frau entgegen, und die ließ sich nicht lange bitten.

Mit ihren Händen schob sie Michelles BH zur Seite, umfasste die weichen Hügel und massierte die zarten Knospen, die sich ihr flehend entgegenreckten.

Michelle begann leise zu stöhnen, als die Frau sich über sie beugte und mit ihren Lippen an ihren Brüsten zu saugen begann.

Heiße Nässe ergoss sich in ihr Höschen, sie griff mit ihren Händen in den dunklen Haarschopf und drückte sie tiefer, zwischen ihre Beine.

Auch hier zögerte die Frau keine Sekunde, öffnete flink Michelles Jeans und schob ihre Finger hinein. »Oh ja«, lachte sie rau, als sie die Nässe spürte, die über ihre Finger lief. Mit beiden Händen zog sie Michelles Hose nach unten bis zu ihren Knien, drückte ihre Beine auseinander und strich erst sanft, dann immer schneller mit zwei Fingern durch Michelles Falten. Sie presste ihre Zunge auf Michelles Klit und begann, heftig daran zu saugen, während ihre Finger in sie eindrangen und sie von innen her massierten.

Michelle stöhnte laut auf. Ihr Körper stand komplett in Flammen. Die Liebkosungen der Frau brachten sie an den Rand einer Ohnmacht, so intensiv waren die Zungenschläge und die gleichzeitige Stimulation von innen heraus. Vergessen war, dass sie nicht einmal ihren Namen kannte.

Hatte sie anfangs noch gezögert, so war es ihr inzwischen längst egal. Alles, was sie wollte, war, von dieser Frau berührt zu werden.

Als der Orgasmus sie überrollte, riss Michelle die Augen auf und sah in den Himmel, wo gerade der nächste Sternenregen niederging.

2

»Wo warst du denn?« Gina packte Michelle am Arm und zog sie zu sich herum. »Ich habe dich überall gesucht, und an dein Handy bist du auch nicht gegangen. Ich wollte gerade nach Hause gehen.«

Michelle versuchte, den verärgerten Blicken ihrer Freundin zu entkommen, doch das Brennen auf ihren Wangen und der Duft, der sie umgab, ließ Gina innehalten.

»Nein.« Sie schüttelte den Kopf. »Nein, das glaube ich jetzt nicht. Wann, wie, wo und vor allem: wer?« Die Verärgerung war in pure Neugier umgeschlagen.

»Ich weiß nicht, was du meinst.« Michelle wollte sich an ihr vorbeischieben, doch Gina versperrte ihr den Weg.

»Ich will alles wissen, haarklein, hörst du?«

»Da gibt es nichts zu erzählen, können wir gehen?« Michelle hatte keine Lust, Gina von der Unbekannten auf der Dachterrasse zu erzählen. Sie konnte ja selbst kaum fassen, was gerade eben mit ihr geschehen war.

Sie hatte sich vergessen, hatte all ihre Prinzipien über Bord geworfen, als sie die heißen Lippen der unbekannten Frau auf sich gespürt hatte.

»Michelle?« Gina legte ihr die Hand auf die Wange und strich sacht darüber. »Du glühst ja total. Was ist denn passiert?« Von einer Sekunde auf die andere wich das Grinsen aus Ginas Gesicht, und sie sah Michelle voller Sorge an.

Seufzend fuhr Michelle sich durch die Haare. »Hast du noch was in deinem Flachmann?«

Gina zog das Teil aus ihrer Tasche und hielt ihn Michelle hin. Als Michelle danach greifen wollte, zog sie ihn noch einmal zurück. »Erzählst du mir, was passiert ist?«

Michelle senkte den Kopf. »Ich weiß es selbst nicht genau, wie soll ich es dir dann erzählen?«

Gina drückte ihr den Flachmann in die Hand und beobachtete mit großen Augen, wie Michelle ihn ansetzte und mit einem einzigen großen Schluck leerte.

Die scharfe Flüssigkeit hinterließ ein brennendes Gefühl in Michelles Kehle, hustend schnappte sie nach Luft. »Danke, das brauchte ich jetzt.« Sie reichte Gina den Flachmann zurück und machte erneut Anstalten zu gehen, doch Gina versperrte ihr weiterhin den Weg.

»Michelle.« Das klang todernst. »Wir kennen uns seit vielen Jahren, aber so habe ich dich noch nie gesehen. Entweder du sagst mir jetzt sofort, was passiert ist, oder ich geh mit dir zur Polizei.«

»Wieso denn zur Polizei?« Irritiert sah Michelle ihre Freundin an. Auf einmal dämmerte ihr, was in Ginas Kopf vorgehen musste. »Nein, das war es nicht«, winkte sie kopfschüttelnd ab. »Ich brauch definitiv keine Polizei, Gina.«

»Bist du sicher?« So ganz schien Gina nicht überzeugt.

»Komm, lass uns nach Hause gehen, bitte«, flehte Michelle sie an.

»Also gut.« Gina hakte sich bei ihr unter, und sie verließen den Club.

Nach ein paar Schritten drehte Gina ihren Kopf und sah Michelle besorgt an. »Ist dir kalt? Du zitterst ja total.«

»Hast du schon mal etwas getan, das dir selbst völlig unverständlich war? Etwas, von dem du bis dahin überzeugt warst, dass dir das niemals passieren würde?« Michelle blieb stehen und sah in den Himmel hinauf.

Gina stellte sich neben sie und überlegte kurz. »Das klingt jetzt sehr geheimnisvoll.« Sie legte sich den Finger ans Kinn. »Ich habe schon viele verrückte Dinge getan. Was genau meinst du denn?«

»Ich . . .« Michelle schluckte und ließ den Kopf sinken.

»Okay, ich hab ja längst verstanden, dass du Sex hattest.«

Michelle riss den Kopf hoch und wollte etwas sagen, doch Gina lächelte sie leicht verschmitzt an, sodass sie schließlich nur stumm nickte.

»Dachte ich’s mir doch. Wer war es?«

»Das ist eines der Probleme, ich habe nämlich keine Ahnung«, gab Michelle leise zu.

»Oh, das ist tatsächlich mal was Neues.« Gina legte ihren Arm um Michelle und drückte sie sanft. »Wie ist es denn dazu gekommen? Und was sind die anderen Probleme?«

Neugierig? Im Katalog gibt es alle Infos zum Roman

Claudia Lütje: Der lange Weg zu deinem Herzen ⯌ Eine Leseprobe in zwölf Teilen

1 »Komm schon, Michelle, wir wollen doch tanzen und keine Löcher in den Himmel starren.« Gina...
Stumm starrten sie in den Himmel, bis das Naturereignis vorbei war. »Und, hast du dir etwas...
Mit leiser Stimme erzählte Michelle ihr, wie sie beim Tanzen mit der Frau zusammengestoßen war,...
Michelle konnte nur stumm nicken. Ihre Gedanken fuhren Achterbahn in ihrem Kopf. Was machst du...
Sollte sie darauf jetzt antworten? Michelles Augen öffneten sich etwas vor Erstaunen. »Ähm . .....
Na wunderbar . . . Gerade war alle Entschlossenheit aus Michelle gewichen, und nun sollte sie eine...
5 »Schau mal, Michelle, hast du das schon gesehen?« Gina zog sie am Arm zur Seite und zeigte auf...
Michelle spürte, wie ihre Lippen zu zucken begannen. Am liebsten hätte sie vor Freude gejauchzt,...
Michelle drehte sich um. Danela legte ihren Stift beiseite. »Was genau erwarten Sie sich...
»Aber doch nicht mit so was!« Mit spitzen Fingern hielt Michelle ein geblümtes Kleid hoch. »Keine...
»Aber, Michelle, irrst du dich da nicht? Du kennst sie doch auch nicht. Oder weißt du, welche...
Sie legte ihre Fingerspitzen aneinander und sah sie über den Rand ihrer Brille an. »Sie strahlen...